Die Schuhe


 

Als Kind war vieles mühelos
manches war verschwommen, endlos schwer,
Zeit fiel sanft heraus aus meinem Schoß,
so, als ob sie unvergänglich wär.

John Lennon, den ich früh verehrte:
ER war Kämpfer und mein Ideal,
die Frau, die mich die Sprache lehrte,
war mir Trost im Leide manches Mal.

Als man John zu Tode brachte,
weinte ich, weil sie Tapf`re hassen,
ich versuchte, ungesehen, sachte,
ob die Kinderschuhe mir noch passten.

Was ich auch tat, sie waren mir zu klein,
hätten keinen Schritt mich noch getragen,
mit neuen stürzt ich über manchen Stein,
Schwätzerworte auf dem Wege lagen.

Trommeln schlug ich und blies ins Horn
benässte die abgeliebten Lippen,
begann manches Jahr einfach von vorn,
und ich zog an ausgezerrten Strippen.

Ich lispelte manch flatternde Gebete
(Gesuche an einen Regungslosen),
und die heimatliche Fahne wehte,
ich lief ja in Schuhen, riesengroßen.

Als Kind, war vieles mühelos,
milchfeiner Glaube in der Stimme lag.
Heute sind nicht nur meine Schuhe groß –
auch Zweifel, ob ich lange mich erinnern mag.

©Sylvia Kling

Der vorerst letzte Auszug aus dem Buch «Als die Amsel verstummte», welches 2018 erscheinen wird.

 

Liebe Freunde, Leser und Besucher, lieber Holger,

momentan sind die Gedichte zu meinem Buch «Von Morgenseelen und Eisbrecherferne» im Lektorat. Khalid Aouga ist dabei, weitere Zeichnungen anzufertigen. So kann das Buch noch im November erscheinen.

Was erwartet Euch in meinem fünften Buch?

Gefühltes aus dem Leben, Hoffnungen und Träume, Sehnsucht nach Heimat, Atmen der Liebe, Verbindung mit der Natur, mein erstes Gedicht im Alter von 12 Jahren, Scharfgewürztes (es wird bei mir nicht fehlen) und Leichtfüßiges.

Ich wünsche Euch einen guten Wochenverlauf. Erholt Euch heute gut und passt auf Euch auf.

Eure Sylvia Kling

Beitragsfoto:

© Uwe Richter

Schaut doch mal auf seiner Seite vorbei:

http://minoltagrafie.wordpress.com/

 

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So eine Schweinerei!


 

Es sagt sich schnell «Du dummes Schwein»,
dabei soll es so dumm nicht sein,
sogar gleichts Schwein im Intellekt
den Primaten längst – perfekt.

Wälzt sich im Schlamm, weil es reinigt,
von Parasiten gar gepeinigt,
weil das Schwein will senken nur
seine Körpertemp‘ratur.

Es weiß genau’stens um sein ICH,
sogar im Spiegel sich erkennt,
manchem Menschen bleibt – freilich,
der eigne Anblick ewig fremd.

Das Schwein, es wird beschimpft – fatal!
Dabei ists überaus sozial,
es tötet nie im eignen Stall,
kein Schwein bringt es mit Hass zu Fall.

So lasst euch heute mal belehren:
Das Schwein, es sei viel mehr zu ehren.
Und jene, die sich Menschen nennen,
solln am Schweine Vorbild kennen!

©Sylvia Kling

Für das Buch «Als die Amsel verstummte» – Veröffentlichung 2018

Aus dem Satirekabinett

Hinweise zum Urheberrecht finden sich wie immer im Impressum.

Hallo, liebe Freunde, Leser und Besucher,

mit diesem Gedicht wünsche ich Euch noch eine gute Restwoche. Der Herbst hat endgültig Einzug gehalten und die warme Kleidung wird bereitgelegt.

In dieser Woche werde ich am Sonntag 50 Jahre alt, was überhaupt keine Schweinerei ist. 😉 Ich freue mich auf diesen Geburtstag, den ich im engen Kreis mit meiner Familie verbringen werde. Vielleicht besuchen wir auch das „Panometer Dresden“. Wer es nicht kennt: Es ist ein ehemaliger Gasometer in Dresden, in dem seit 2006 verschiedene Panoramabilder des Künstlers Yadegar Asisi ausgestellt werden.

Auch das „Grüne Gewölbe“ steht bei mir auf dem Wunschzettel.  Es gibt acht Räume der Schatzkammer von August des Starken. Es wird bewusst auf museale Beschriftungen verzichtet und lässt den Ort dadurch umso authentischer erfahrbar werden.

Damit verabschiede ich mich. Passt gut auf Euch auf.

Eure Sylvia Kling

Wer noch mag, für den habe ich einen Auszug aus dem Live-Mitschnitt aus Leipzig:

 

 

 

 

Beitragsbild:

https://pixabay.com/de/jahrgang-edward-lear-comics-1801816/

unErhört!


Das ist unErhört!
Nämlich unErhört gute Arbeit. Die erste Zusammenarbeit mit dem phantastischen Musiker Thomas Schimke, der es geschafft hat, an nur einem Tag meinen Songtext «Frage an den Soldaten» zu vertonen. Es ist das Ergebnis von zwei aufregenden und arbeitsreichen Tagen, liebe Freunde, Leser und Besucher.

Die Künstlerin und Fotografin Eva Maria Horstick aus Dortmund war so freundlich, uns ein Foto für das Video zur Verfügung zu stellen. Es stellt einzelne anonyme Gräber im Kosovo dar, die leider den Menschen nicht mehr zuzuordnen waren. Sie kamen aus Massengräbern.

Hört unErhört mit diesem unglaublich berührenden Song:

 

Der Musiker, der sich hinter „unErhört“ verbirgt, Thomas Schimke, schrieb heute dazu auf Facebook:

«Hallo, Thomas hier.

Ina und ich hatten das große Vergnügen, im Mühlkeller Leipzig Sylvia Kling und HC Schmidt mit Ihrem aktuellen Programm: „Mit Zuckerbrot und Peitsche“ live kennenlernen zu dürfen. Wir waren von dem Abend weit mehr als nur begeistert. Dementsprechend überwältigt war ich, als mich Tage später Sylvia Kling kontaktierte und bat, einen Text von Ihr zu vertonen.
Ich hoffe, ich bin der großen Herausforderung gerecht geworden.»

 

Es war eine tolle und fruchtbare Zusammenarbeit, lieber Thomas und was es uns in diesen zwei Tagen alles an Erfahrung gebracht hat – neue Betrachtungen gewonnen, alte gefestigt, über Kunst diskutiert und über Krieg und Frieden gesprochen, unsere Herzen weiter für jenes geöffnet, was uns in diesen Zeiten unter den Nägeln brennt. Ich danke Thomas von ganzem Herzen für sein Engagement und seinen Fleiß.

Wir brauchen wieder mehr Helfer, Heiler, Friedensbeweger, Gutmacher. Wir brauchen Menschen mit Rückgrat.

 
Thomas schreibt auf Facebook:
«Ich habe zu danken. Es ist ein wunderbares Gefühl, die Augen zu schließen und auf der Gitarre einen Text zu vertonen, den man selbst in diesem Moment erst beginnt, zu begreifen. Ich fühl mich reich!»
Ich fühle mich auch reich.
Es macht mich reich, wenn ich solche Menschen kennenlernen darf, die sich so wie Thomas unermüdlich in der Friedensbewegung engagieren und nicht aufhören, die Finger in die Wunde zu legen, ohne die Menschen dabei zu überreizen. Ich lernte Thomas als kraftvoll und unverstellt kennen. Bodenständig und völlig auf Attitüden verzichtend landet er nicht etwa in Charts, sondern im Leben und in den Herzen der Menschen.
Leidenschaftlich und gefühlvoll ist er ganz bei sich und den Themen, die ihn umtreiben.
 
Den Musiker mit seinen Songs über das Sein, das Finden, das Leben, die Sinnsuche, die Nähe zum Menschen und zum Alltag, findet Ihr auf YouTube (siehe Song) und hier entlang geht es zu seiner Webseite, die auch einiges zu bieten hat:
 

 

Beitragsfoto:

Thomas Schimke/unErhört – gezeichnet von:

©Alina Fontain

Liebe Freunde, Leser und Besucher, lieber Jugendfreund Holger in der Ferne,

herzlichen Dank für Eure Aufmerksamkeit. Ich hoffe, Ihr konntet Euch berühren lassen. Ich wünsche Euch ein zauberhaftes Wochenende. Erholt Euch gut und – Ihr wisst es (ich schreibe es dennoch jedes Mal 😉 ) – passt auf Euch auf.

Ein kleiner Nachtrag:

Es sieht so aus, dass wir in den nächsten sechs Wochen endlich einen vernünftigen Internetzugang bekommen. Drückt uns bitte die Daumen. Denn ich möchte auch Eure Beiträge wieder ausreichend beachten dürfen und mich an ihnen erfreuen. Momentan heißt es immer nur „Datenvolumen sparen“. Ich hoffe, Ihr habt noch ein wenig Geduld mit mir.

Eure Sylvia Kling

Heidebrand und «Die Spuren entschlüsselt der Blinde»


 

Im grünsten Grün der Heide
um Dresden, dort so genannte,
da suchte ich eine Bleibe,
weil Trauer in mir brannte −
geflohen vor Tyrannen,
die Wahnsinn nur verkünden
und Schändlichkeiten spannen
um unsre Welt, und zünden −

geschickt in Niedertracht
mit (oder auch ganz ohne)
üblicher GottesWacht,
so Hässlichkeit sich klone −
da also ließ ich mir schmeicheln
vom grünsten Grün der Heide,
vom SommerWind mich streicheln
und wünschte, dass ich treibe −
mit der Natur Geschick
weg von der NarrenBrust,
der Welt bricht das Genick,
ich fühle den Verlust −

ach, bin ich heute dramatisch
im grünsten Grün der Heide,
ich lasse andre fanatisch,
(vom Grün ich lieber schreibe) −
und wenn der Irren Geläute
mit Waffen und Morden und Toten
nicht warnet die ErdenLeute,
die im Hasse sich verknoten −

so lieg ich mit FieberAsche
im grünen HeideLand,
und tränend aus mir wasche
des Menschen UnVerstand.

©Sylvia Kling

Auszug aus „Von Morgenseelen und Eisbrecherferne“ – Veröffentlichung im November 2017

Liebe Freunde, Leser und Besucher,

trotz aller Widrigkeiten sind wir bestrebt, den Termin zur Veröffentlichung meines fünften Buches nicht nochmals zu verschieben. Ich freue mich sehr, wieder den Düsseldorfer Künstler Khalid Aouga gewonnen zu haben, die Zeichnungen für dieses Buch anzufertigen.

Es gibt weitere Neuigkeiten:

Wir – der Gitarrist Volker Wolfram und ich –  tragen der Tatsache Rechnung, dass sich die Menschen in diesen unruhigen Zeiten nach Erholung und Zerstreuung, fern alltäglicher Belastungen, sehnen.

Diese werden unsere Gäste im folgenden Programm erfahren. Viele Gedichte werden mit Instrumentalbegleitung gelesen.

Die Spuren entschlüsselt der Blinde

Die Suche von Sylvia Kling nach Sinn, Substanz und Beständigkeit sowie nach Farben, Klängen und unverstelltem Sein werden von ihrer Intuition, der unsterblichen Hoffnung und Liebe geleitet.

Mit geschlossenen Augen, den Blick nach innen gerichtet, findet sie mit ihren Worten immer wieder die Wege zurück nach draußen: ins Leben, die Heimat, die Natur.

Dem Gitarristen Volker Wolfram gelingt es, vor der Poetin Worte einen musikalischen Teppich auszurollen, der, sobald diese dort Platz genommen haben, zu schweben beginnt und sich auf die Reise begibt, die geschlossenen Augen des Herzens zu öffnen.

 

Weitere Programme sind hier einzusehen.

 

 

Hinweise zum Urheberrecht:

Zeichnung: © Khalid Aouga

Weitere Hinweise sind aus dem Impressum zu entnehmen.

 

Leute, wie kann das nur sein oder: Ein Fall für den Notarzt


Liebe Leute, hier sieht man mich das erste Mal mit einer neuen Interpretation meines Songs «Leute» vom Live-Mitschnitt in Leipzig vom 29.09.2017:

 Mein Gedicht «Bettlers Resümee», von HC Schmidt interpretiert, und mein anschließend kleines «Theaterstück» mit Überraschungseffekt seht Ihr hier:

Es folgt unsere gemeinsame Interpretation meines Gedichtes «Die Schöne»:

Einige Worte zur «Wunschballade»:

Die neue Interpretation erfolgte unter der Federführung meines Mentors  – und das kurz vor dem Auftritt in Leipzig. Da hieß es also: fix die neue «Masche» einstudieren.

Wir haben nach dem Auftritt noch lange darüber lachen müssen. Im Publikum saß der wunderbare Leipziger Musiker Thomas Schimke mit seiner Freundin Ina. Thomas wollte tatsächlich aufspringen und mir zur Hilfe eilen – also  habe ich gut gespielt ;-).

In nächster Zeit stelle ich noch mehr Impressionen ein, soweit es mir das zeitweise Vorhandensein von Internetverbindungen erlaubt. Interessierte können jedoch gern folgenden Kanal abonnieren, wo die Videos zu dem Live-Mitschnitt in Leipzig veröffentlicht werden (u.a. das Gedicht: »Das Kleid» – welches nicht so harmlos ist, wie es klingen mag).

https://www.youtube.com/user/henngeli

 

Liebe Freunde, Leser und Besucher, lieber Holger ;-),

vielen herzlichen Dank an jene, die sich tatsächlich die Mühe machen, die Videos (Gesamtzeit ca.15 Minuten) anzusehen und damit meine/unsere Arbeit unterstützen. Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr vielleicht unter den Videos einen Kommentar hinterlassen würdet oder «den Daumen betätigt» – in welche Richtung, das bestimmt Ihr selbst.

In diesen Zeiten wird es für Künstler immer schwerer, das bekomme auch ich deutlich zu spüren: Da kämpft man einerseits um Auftrittsmöglichkeiten, andererseits darum, die Menschen zu Veranstaltungen zu bewegen.

Das «Klinkenputzen» gehört zum Alltag eines Künstlers.

Auch geht es mir mittlerweile so, dass mich dieses Anbiedern in sozialen Medien (Facebook ist hier ein weites Feld!) anwidert. Die Vorplanung inklusive Proben sind mehr als umfangreich. Immerhin wollen wir den Gästen ein unterhaltsames und anspruchsvolles Programm bieten.

Ja, und dann fährt man zu einer Veranstaltung:

Das Auto ist voll bis unter das Dach mit Technik. Drei Stunden vor Veranstaltungsbeginn sind wir vor Ort. Der Gitarrist baut auf, Soundcheck. Da ich grundsätzlich unter Lampenfieber leide, setze ich mich in eine Ecke und versuche, mittels Atemübungen meine Nervosität in den Griff zu bekommen (man kann es beinahe schon «Meditation» nennen).

Dann kommt dieser Moment: Fünfzehn Minuten vor Beginn der Veranstaltung erscheint der erste Gast. Punkt 20.00 Uhr sind drei Gäste eingetroffen. Enttäuschung macht sich breit. Abbauen? Aufgeben? Fehlanzeige. Auch für sechs Gäste geben wir alles! Mit 50,00 Euro Minus in der Kasse fahren wir nach Hause. Trotzdem glücklich! Warum das so ist? Wir sprechen, singen, spielen aus Leidenschaft. Zwei Gäste sind so begeistert, dass sie mich in den Arm nehmen und einer zieht mit Gestik und Mimik den Hut vor mir. DAS, liebe Freunde, ist Glück für mich.

Sonst hätten wir in diesen Zeiten schon längst aufgegeben!

Kaum einer schreibt ehrlich darüber. Man will sich nichts vergeben – wie sieht das denn aus? Ich erzähle den Leuten: «Wir traten vor sechs Gästen auf.» Die denken, ich sei schlecht! Das macht man doch nicht, oder? Und doch wissen wir alle:

Kunst und Kultur nimmt in unseren Zeiten immer weniger Raum ein. Das trifft auch die Veranstalter!

Wir akquirieren über Facebook – einige kündigen sich an. Doch sie kommen nicht. Klar: Man möchte schon die Gedichte und Texte kostenlos und augenfertig serviert konsumieren. Doch die Künstler unterstützen, indem man eine Veranstaltung aufsucht – nein. Lieber jagen wir Woche für Woche eine neue Sau durch die Medien und ereifern uns von früh am Morgen bis zum späten Abend über alles Mögliche. Das ist nicht meine Welt. Meine Welt ist es auch nicht, den Usern zum Gefallen sein zu wollen, um Likes zu erhaschen. Gestern Abend löschte ich über 100 sogenannte «Freunde», die auf meiner «Freundesliste» schlummerten und mich nicht einmal abonnierten. Was brauche ich um Himmels Willen solch einen Irrsinn?

Ich will bleiben, wie ich bin und ich werde mich nicht nach diesen neuen «Richtlinien der Kommunikation» verbiegen.

Ich mache nicht weiter, weil ich nichts anderes kann.

Ich mache weiter, weil ich nicht anders kann.

Ich wünsche allen ein erholsames Wochenende. Passt wie immer gut auf Euch auf.

Eure Sylvia Kling

«Die Erwachten» (Tierisch nachgewählt) und hereinspaziert in die Hör- und SehBar, liebe Leute!


Die Erwachten

Die Spatzen pfeifens schon vom Dach:
Die Geier und die Krähen,
beginnen schon zu spähen –
In Deutschland sind jetzt alle wach!

Es schwirrt und fliegt und tiriliert,
was Schnäbel, kleine Hirne hat,
wie krächzt es wild – landesweit,
dass es sogar die Würmer friert!

Die Würmer sahen es nicht ein,
der Erde abzuschwören,
sie ließen sich nicht stören,
sie wollten schließlich nützlich sein!

An Macht sich mächtig weiden –
die Vögel – weiter fliegen,
sie wollen alle kriegen,
die Würmer sollen leiden!

DIE müssen viel mehr fressen,
an Kraft sei zu gewinnen,
man muss sich auch besinnen,
im Schlafe wards vergessen!

Die Spatzen pfeifens schon vom Dach:
Die Großen und die Kleinen,
die ernst es wirklich meinen.
Jetzt ist in Deutschland alles wach!

©Sylvia Kling

«Tierisch nachgeWÄHLt»

Auszug aus dem 2018 erscheinenden Buch «Als die Amsel verstummte»

Liebe Freunde, Leser und Besucher,

heute ist es wieder einmal soweit – welche Freude: Ich habe einen Tag Internet und so packe ich einiges in diesen Beitrag hinein.

Aus dem Live-Mitschnitt in Leipzig (29.09.2017) könnt Ihr hier drei Stücke hören:

«Geh nicht» – Interpretin: Sylvia Kling/Text: Sylvia Kling/Musik: Volker Wolfram

 

«Unter den Helmen» («Die Verborgenen») – Interpret: HC Schmidt/Musik: Volker Wolfram/Text: Sylvia Kling

 

«Von der Fragenden» Interpret: HC Schmidt/Musik: Volker Wolfram/Text: Sylvia Kling

 

Alle drei Stücke liegen auch als «ogg-Datei» vor – in diesem Fall bitte aufrufen:

http://www.volker-wolfram.de/menu/jigsaw.php

Rechte Seite – unter „Live aus Leipzig“ –

Wer HC Schmidt mit der Interpretation «Die Verborgenen» gern mal sehen möchte und mich daneben lauschend (der Gitarrist ist leider im Video verdeckt), sehe gern hier hinein:

Ich wünsche Euch noch eine wunderbare Woche und wie immer: Passt auf Euch auf!

Eure Sylvia Kling

«Ostwestalgisch» oder Die Eierschecke der Sachsen ist in Gefahr!


 

OstWestalgisch

Was wir alles schon vergaßen,
was wir in den Büchern lasen,
welche Lieder wir einst sangen,
wie der Lehrer Worte klangen,
Badeöfen und feuchtkalte Räume,
auch freiheitliche Träume,
große Schritte auf rotem Asphalt,
Großvaters kriegsgebeugte Gestalt,
Kritiker hinter Gittern saßen,
was wir alles schon vergaßen,

Marx und Engels als Steinmonument,
rote Lieder, das blaue Hemd,
Mauern rings um unser Land,
in dem sich ein klammes Regime befand,
immer Arbeit, hausreiche Kost,
gebogene Balken und Nägel mit Rost,
von Unzufriednen Klagen und Stöhnen,
hinter verschlossenen Türen Verhöhnen
der Sozialistischen Einheitspartei,
und deren Diktat− so wenig frei,
immer diese zwanghaften Phrasen,
was wir alles vergaßen,

als die Mauer endlich fiel,
beendet wars geduckte Spiel,
Häuser wurden hübsch saniert,
Eigentum zurückgeführt,
leise Stimmen wurden laut,
grüne Wiesen mit Kästen bebaut,
Ostbetriebe rasch ihr Ende fanden,
gesunde Menschen auf der Straße standen,
wo sie sich auf Ewig schämten,
sich als freie Greise grämten,
gutes Essen, nun recht teuer,
eine dicke Mehrwertsteuer,
Bananen endlich in Hülle und Fülle,
feine Kleider, edle Tülle,
was wir nur alles vergaßen,

Freiheit über alle Maßen,
eigene Kinder zurückgelassen,
um im Westen Fuß zu fassen,
da zahlte man hohe Preise,
für so manche weite Reise,
von zwei schwarz‐weißen Fernsehsendern
zu hunderten aus vielen Ländern,
in denen die Wahrheit kommt zu Wort,
auch Triviales findet sich dort,
wir müssen nicht mehr am 1. Mai zur Demo gehen,
für alles und nichts kann unsre Fahne wehen,
denn heute ist die Auswahl groß,
wir haben das vergessen bloß!

Wir sollten eben nicht vergessen…
«beim Hungern und beim Essen»,
auch wenn es uns erschreckt:
Heut und damals. Nichts ist perfekt.

©Sylvia Kling

Das Gedicht wird 2018 in meinem Buch «Als die Amsel verstummte» mit weiteren, ca. 120 Gedichten erscheinen und ist Teil des Programms «Poetisch-musikalische Szenen mit Zuckerbrot und Peitsche». Es wird  von HC Schmidt und mir gelesen – die Interpretation sollte man sich nicht entgehen lassen.

Liebe Leser, Freunde und Besucher,

es hat einige Tage gedauert, ehe ich das Wahlergebnis der Bundestagswahl verkraftet habe. Wie wir inzwischen alle wissen, erreichte die AfD in Sachsen die meisten Stimmenanteile (27%). Manche hatten dies, sowie das bundesweite Wahlergebnis, kommen sehen, manche waren auch überrascht. Wie es auch sei: Wir müssen das so akzeptieren. Inzwischen ist mein Fazit zu der hohen Prozentzahl der AfD-Wähler in Sachsen noch lange nicht abgeschlossen.

Nur eines ist sicher und wird von vielen dieser selbsternannten «ERFORSCHER» außer Betracht gelassen: Ein erheblicher Grund reicht bis in die DDR zurück!

Wie kann das sein? Die Wende ist doch schon so lange her?  Ich bin keine Politikerin, keine Journalistin. Doch ich lebe seit 50 Jahren in Sachsen, bin in der DDR aufgewachsen, habe die Wende und damit auch die Sorgen und Ängste der Menschen in und um Dresden hautnah erlebt. Ich höre auch heute noch zu!

Es ist den ehemaligen Bürgern der DDR kaum Zeit für eine Aufarbeitung gegeben wurden. Die Wende war von ihnen gewünscht: sicher. Doch kaum war sie vollzogen, sind die ehemaligen DDRler mit einem völlig fremden System konfrontiert worden, welches sie nicht einmal im Ansatz kannten. Gerade im «Tal der Ahnungslosen» (Dresden und Umgebung) war es nie möglich, den Medien in der BRD zu folgen. Man kannte nur die Fernsehsender «DDR 1» und «DDR 2», man kannte nur die Berichte aus der Fernsehsendung «Der schwarze Kanal» und den Nachrichten, in welchen die BRD, der Kapitalismus, verteufelt worden sind. Man lebte eingesperrt, konnte außerhalb der Wohnung (und nicht einmal dort war man sicher!) keine Systemkritik üben, man konnte keine anderen Länder außer die sozialistischen Staaten besuchen. Selbst wenn ich als Volljährige zu meiner Verwandtschaft nach Ungarn fahren wollte, brauchte ich meinen Vater als Bürgen. Beim Meldeamt in Dresden musste dieser erscheinen und erklären, dass ich systemtreu sei und nicht im Geringsten die Absicht habe, die DDR zu verlassen. Betrieben wurde dieses Vorgehen von der Stasi oder denkt hier jemand, die hätten bei solchen beabsichtigen Reisen nicht ihre Hände im Spiel gehabt?

Wir wussten nicht, wie es draußen in der Welt zuging. Wir wussten gar nichts. Wir wussten, dass wir uns schnell in die Spur begeben mussten, wenn es einmal im Quartal Bananen im Angebot gab und uns stundenlang anstellen mussten, damit wir unsere Zuteilung für die Familie erhielten. Wir wussten auch, dass wir dennoch nie verhungern würden. Wir hatten unsere Arbeit sicher und keine erheblichen Sorgen:

solange wir dem Sozialismus treu waren und uns nicht mit der Stasi anlegten.

Das war unser Leben. Ein Leben in einem nicht einmal goldenen Käfig. Unser Blick im «Tal der Ahnungslosen» konnte sich nie wandeln. Er ging nur in eine Richtung. Er hatte keine Möglichkeit, sich für andere Länder, andere Sitten, andere Gegebenheiten, andere Gesellschaftsordnungen zu öffnen. Und nun kam alles ganz anders. Viele Bürger haben mit der Wende ein wesentlich besseres Leben erhofft. Reisen war nun endlich möglich und eine Demokratie. «Leise Stimmen wurden laut» schreibe ich hier in meinem Gedicht «Ostwestalgisch» .

Ja! Endlich war es möglich, sich mit gut duftenden Lebensmitteln zu versorgen, die man zuvor nur aus dem Intershop kannte! Ich selbst ging als junges Mädchen oft in den Intershop – nur um diesen «sauberen» Geruch wahrzunehmen und diese Vielfalt hatte für mich den Anschein eines Schlaraffenlandes: weg von dem Grau-in-Grau unserer Kaufhallen in das Bunte, in das Leben hinein. Geld hatte ich keines, mir dort etwas zu kaufen. Doch oft träumte ich von den runden, bunten Kaugummis.

Die Wende war ein wahres Fest. Doch es kam bald die Ernüchterung: Arbeitslosigkeit, geringerer Lohn, geringere Rente, hohe Mieten und vieles mehr.

Für viele Menschen begann ein Verlust der eigenen Identität!

Soll all das eine Rechtfertigung sein? Mitnichten! Aber wenn wir etwas verstehen SOLLEN, dann sollten wir uns schon die Mühe machen, es verstehen zu WOLLEN.

Ich vergleiche es mit einem eingesperrten Menschen: Jahrelang ist er im Keller eingesperrt und dann wird er frei gelassen. Was glaubt Ihr, was dann passiert? Er freut sich auf die Freiheit, das Licht blendet ihn, die Gerüche der Freiheit benebeln seine Sinne.

Doch es wird nicht lange dauern, dass er eben mit dieser Freiheit überfordert sein wird: mit der Vielzahl der Eindrücke, mit völlig neuen Lebensumständen. Er muss sich neu orientieren. Er war ein Opfer! Und: Er braucht Hilfe!

Genau diese Hilfe ist den Menschen im «Tal der Ahnungslosen» und allgemein in den neuen Bundesländern nicht ausreichend zuteil geworden. Ruckzuck – und fertig!

Aus dieser «Opferhaltung» haben sie nie herausgefunden!

Nun keimt in diesen Zeiten in den Menschen Angst auf, wieder einzubüßen, wieder benachteiligt zu werden, wieder um alles kämpfen zu müssen. Mit diesen Sorgen werden sie allein gelassen. Die etablierten Parteien pfeifen auf den Osten – für sie scheinen die Ostler nur geduldet – nicht jedoch ernst genommen, nicht gehört. So formieren sie sich auf der Straße und Parolen mit dem nicht gern gehörten sächsischen Dialekt gehen durch die Presse. Der Sachse wird belächelt, sogar massiv ausgelacht – zumeist nicht grundlos. Auch ich schäme mich nicht selten für die Kleingeistigkeit mancher Sachsen!

Viele Spekulationen werden durch die sozialen Medien gejagt. Manche wollen sich mit diesen profilieren, manche wollen einfach nur die Hintergründe erforschen. Warum jetzt erst? Warum macht man sich erst dann die Mühe, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist?

Mein Aufenthalt auf Facebook wird sich auf Grund der Vielfalt der Säue, die wöchentlich «durchs Dorf gejagt werden» deutlich verringern. Am 26.09.2017 postete ich:

«“Achtung Urlauber: Sachsen ist ab sofort kein sicheres Reiseland mehr!“
Aber AfD-Wähler aus der Freundesliste „entfernen“! Ich las bei einem Freund sogar „Habe sie eliminiert.“ Ist Euch das nicht selbst zu blöd?
Oder dieser Ansgar Meyer, der Sachsen auf Twitter mit Atommüll vergleicht!
Ist noch alles okay?
Ihr seid keinen Deut besser mit solchen undifferenzierten Aussagen!
Ich möchte mit intelligenten Menschen befreundet sein!
Soll ich jetzt schreiben: „Wer nun Sachsen-Bashing betreibt, möge sich aus meiner Freundesliste entfernen“?»

Es gibt auf Facebook inzwischen einen Link, auf welchem man AfD-Liker unter seinen Freunden erkennt und diese dann aus der Freundesliste entfernt. Wie weit soll das alles noch gehen? Wer so etwas tut, hat nicht nur offenbar nie in einem solchen System gelebt, sondern riskiert, dass wir bald nicht mehr frei unsere Meinung kundtun dürfen! Ich, in der DDR aufgewachsen, äußerte mich auf Facebook dazu:

«Was, wenn der Spieß mal umgedreht wird?
Was, wenn uns hinter geschnüffelt wird?
Wer likt die Linke, wer likt die Homos, wer likt WAS?
DAS ist der entscheidende Punkt, Leute!
Ihr wollt Freiheit und Demokratie?
Diese könnt Ihr nicht nur für EUCH beanspruchen!
Lebt sie für alle.»

Das Niveau scheint sich auf Facebook immer weiter zu reduzieren. Ich möchte diesem Trend nicht folgen. Weiterhin bleibe ich mit meinen Freunden und den Künstlern verbunden, werde auch hin und wieder eine meiner Arbeiten/Links zu Videos o.ä. posten. Doch meine Zeit opfere ich nicht mehr für Menschen, die nur den «Like-Schalter»  betätigen oder dabei sind, die Säue bis hin zur Erschöpfung zu jagen! Ich möchte meine Kunst vor allem in der Realität darbieten und dort auch meine Kraft weiterhin für Werte wie Frieden und Menschlichkeit investieren.

Meine Leser wissen: Es fällt mir nicht immer leicht, hier zu leben. Und doch ist es meine Heimat. Ich habe 40 Jahre meines Lebens in Dresden verbracht: einer bezaubernden Stadt mit einer besonderen Geschichte. Sicher: Die Sachsen sind ein sehr eigenes Völkchen: Immer auf ihre Ruhe und Gemütlichkeit bedacht und alles, was dieser zu schaden droht, hat in ihrem Leben und Alltag keinen Platz. »Dor Kaffee un de Eierschecke und alles is guddi!»

In diesem Sinne, liebe Freunde und Leser – bleiben wir aufmerksam und folgen nicht nur dem Medienhype, sondern machen wir uns auch die Mühe, die Psychologie der Menschen nicht außer Acht zu lassen – denn bei allem politischen Gerangel ist diese ein entscheidender Faktor!

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende,

Eure Sylvia Kling

 

«Sinn» und: Die Zeit der Kälte ist die Zeit für warme Herzen!


Sinn

Reichtum trägt einen dicken Mantel,
Armut in einem dünnen Kleide bleibt,
Schon immer war es so,
früher und es ist so in der neuen Zeit.

Zu jeder Zeit gibt es jene Seelen,
die den Armen sind sehr zugeneigt:
sie versorgen, ihre Kräfte gar entbehren,
wo sich Menschsein von seiner besten Seite zeigt.

Ich stelle mir vor in diesen Tagen,
wie es wohl ohne diese warmen Herzen wär,
jämmerlich würden Arme sterben
und Reiche hätte diese Welt noch mehr.

Was dann? Es würde kaum genügen,
die neuen Armen, sie wären die einst Reichen,
wer die Geschichte kennt, der weiß:
Gier ist des Menschen Markenzeichen.

So hoffe ich, solange wir Gäste auf der Erde sind,
wird es Hilfe geben – ohne Aussicht auf Gewinn,
Menschen, die andrer Menschen sich erbarmen,
und ihn erfüllen: den eigentlichen Menschensinn.

©Sylvia Kling

(Auszug aus dem 2018 erscheinenden Buch „Als die Amsel verstummte“ – Das Kopieren ist untersagt, siehe auch Impressum)

Liebe Leser, Freunde und Besucher,

Ich möchte heute noch nicht auf die Wahl eingehen. Wir werden in sozialen Netzwerken unentwegt damit konfrontiert. Natürlich bin ich auf die Ergebnisse (auch in dem rechtslastigen Sachsen) gespannt.
Doch lassen wir doch mal unseren Blick schweifen – dort hin, wo wir gebraucht werden: von Menschen, denen es nicht so gut geht wie manchem von uns. Für Menschen, die sich schon an einer Tasse Tee oder Kaffee, an einer heißen Suppe und einer warmen Behausung und ja: auch an einem Lächeln erfreuen.

Es wird wieder kälter und damit Zeit für offene Herzen!
Im vorigen Jahr sagte ich zu meiner Lesung in der Marienkirche Dessau inhaltlich, indem ich u.a. auf die Vorurteile vieler Leute zur Armut Bezug nahm:
„Es ist mir egal, wie es dazu kam, dass Menschen so arm sind, betteln zu müssen. Es IST Armut.“

(Eigentlich sagte ich ganz spontan: «Es ist mir wurscht.» 🙂 )
Denkt daran, wie viele sinnlose und unnötige Dinge wir in unserer Überflussgesellschaft kaufen und wie viel wir täglich entsorgen!
Haben wir da nicht die Mittel, den Armen einen Kaffee oder eine Stulle zu geben?

Foto: Sylvia Kling: Dresden 2016, Bautzner Landstraße – inzwischen ein beinahe gewohntes Bild in Großstädten

«Wir waren in einem kleinen Café.
2 Kunden kamen.
„5 Kaffees. 2 für uns, 3 zum spenden.“

„Was ist ein Spender-Kaffee?“, fragte ich.
„Warte ab!“

Mehr Kunden. 2 Mädchen bekamen ihre Kaffees, sie bezahlten.

Nach einer Weile bestellten drei Anwälte sieben Kaffees, tranken drei aber bezahlten für die sieben.

Während wir redeten, betrat ein armer Mann das Cafe.
Mit einer zarten Stimme fragte er: «Haben sie ein paar Spender-Kaffees?»

Diese Wohltätigkeit stammt aus Napoli (Naples, Italien).
Die Leute bezahlen die Kaffees und Mahlzeiten für andere Menschen, die es nicht können.»

Im Netz ist das Projekt hier zu finden:

http://suspendedcoffee.de/

Der Link für die offenen Herzen (Facebook):

Beitragsfoto: Sylvia Kling/Dresden – Bautzner Landstraße/2016

«Dichtergehabe», Gebündeltes und das Leben ist: Lernen


DichterGehabe

Ach, Flüchtigkeit!
Du uns verginge,
beschwichtigend ich denk und schreib,
ach,
ist des Menschen Wesen zu geringe,
ich brauche prallen Geist und Seel,
nicht Leib.

Die Herkunft

Die Lüge wird oft dort geboren,
wo man sie nie gewahr,
weil niederträchtig sie beschworen,
bleibt sie oft unsichtbar.

 

Führung

Tätig zu sein
uns sehr erfreut,
wer tätig ist und läuft,
der muss nicht spüren,
und wer die Stille und
leisen Töne scheut,
den kann man schnell und
leichte hinters Lichte
führen!

 

Gejammertes II

Ich wünschte mir, kein Berg sei mir zu hoch,
nur ein Stück von der Erde fortgetragen,
(ich will entmenscht nicht am Boden heften),
ich könnt den Vögeln oder Gott ein MenschenLeide klagen.

 

Hinweg

In den Fernen unsre Sehnsucht lieget,
in der Weiten ewig lockend Schoß,
doch die Heimat ist es, die uns wieget,
ach, das Unbekannte. Es ist unser Los.

Irriges

Sei doch der Irrende
der Herr der Welt,
sofern seine Sinne
wach!
Der sich nicht irrt,
sei wohl geprellt
im Leben tausendfach.

©Sylvia Kling

Auszüge aus „Gebündeltes“ des im November erscheinenden Lyrikbandes „Von Morgenseelen und Eisbrecherferne“.

Alles hier Veröffentlichte unterliegt dem Urheberrecht. Bitte dazu Hinweise im Impressum beachten! Kopieren und Weiterverwendung ist ausdrücklich nicht gestattet!

Liebe Freunde, Leser und Besucher,

gerade gelingt es mir noch, einen weiteren Beitrag einzustellen, bevor das Internet mich morgen wieder „verlässt“. Bald jedoch sollte es eine Lösung geben und wir können es kaum noch erwarten.

Wie Ihr seht, kann ich mich auch kurz halten. «Gebündeltes» ist eine noch recht junge Variante der Poesie für mich. Nicht nur, dass ich mich damit schule, jedes einzelne Wort so zu wählen, dass es »sitzt», konkret ist, dass es sich auch am richtigen Platz befindet (hier sind Klangunebenheiten nicht günstig, man erkennt sie in der Kürze eher, als in einem längeren Gedicht), sondern damit eine entscheidende Aussage zu treffen. Eine gute Schule für Poeten, die ich nur empfehlen kann. Interessant dabei ist: Ich arbeite an diesen Kurzversen länger, als an einem Gedicht von mehreren Versen.

Im Moment ist eine meiner Aufgaben, ein Sonett zu schreiben. Nein, nein! Lobt mich nur nicht!

Es ist die hohe Kunst des Dichtens und mein erster Versuch war zwar nicht schlimm, doch aber auch nicht gut (er genügte u.a. einfach nicht den Anforderungen von Hebungen und Senkungen). Ich bin sehr froh, dass ich hier meinen – leider räumlich zu entfernten – Literaturfreund und Autor  Johannes G. Klinkmüller – an meiner dichterischen Seite zu haben, der mich mit Ratschlägen und für das Sonett mit Arbeitsblättern versorgt. Ihm kann ich auch «Proben» schicken, wenn ich unsicher bin und muss keine Sorgen haben, mich zu blamieren (oder doch, Johannes? 😉 ).

Für mich bleibt das Schreiben meine Lebensleidenschaft. Doch es ist notwendig, dass man immer wieder lernt. Dichten ist letztendlich ein Handwerk. Ich möchte meine Gedichte nie zu verkopft schreiben und doch ist die Technik absolut wichtig. Wörter werden in ungewohnter Weise kombiniert, neue Bedeutungen entstehen. Man kann Begriffe erfinden oder vorhandene zerlegen sowie mit Buchstaben und Lauten spielen.

Man kann auf manche Grammatikregel verzichten, doch nie auf seine Inspirationen.

In diesem Kontext möchte ich den Schreibern oder Interessierten das Buch von Johannes G. Klinkmüller empfehlen:

http://gedichtinterpretationen-gestalten.blogspot.de/

Es wird bald auch in meinem Besitz sein und ich freue mich darauf.

Ich wünsche Euch eine gute Restwoche.

Eure Sylvia Kling