… Und von vorn … – Brand(t)S(ch)ätze!


… UND VON VORN …

Wie die Flammen herzlos lachen,
wenn der Bücher Rücken krachen –
und die Feuer stürmisch brausen,
wenn die Worte sternwärts sausen.

Wie die Brenner teuflisch schwärmen,
wenn sie sich am Brandschatz wärmen –
und die Schreiber brandig schmauchen,
wenn in Asche sie verrauchen.

Zweimal tausend plus zweihundert
Jahre wahre Weisheit wundert
sich nun schon ob der Zensuren
philiströser Herrscherhuren,

über deren tumbes Mühen,
frei Gedachtes zu verglühen,
freie Worte in Gazetten,
Buch und Flugblatt anzuketten.

Doch nach rotem Wortvergießen
Lettern unverwüstlich sprießen
aus der Asche. Formen Silben
gegen die Verdummungsmilben.

Bilden Worte, Sätze. Hissen
wieder Bücher voll mit Wissen.
Bis erneut dann Dumme rennen,
um die Bücher zu verbrennen …

… und von vorn …

© Jürgen M. Brandtner – 24.04.2017

Das Kopieren und die Weiterverwendung ohne Genehmigung des Urhebers ist nicht gestattet.

Für alle aus der Region oder jene, die die Gelegenheit haben, daran teilzunehmen:

https://theaterjmb.jimdo.com/gegen-das-vergessen/

Diese Vergangenheit ist nicht ewig her! Die Zukunft könnte eher eintreten, als uns lieb ist!

Kürzlich hatten mein Mann und ich die große Ehre, Jürgen persönlich kennenzulernen:

Ein Mann, der zu seinem Wort steht, einer, der mit seinen Ansichten nicht „hinter dem Berg hält“, einer, der andere Menschen sofort im positiven Sinne für sich einzunehmen vermag. Wer denkt, dass Intellekt verschroben wirken muss, der irrt! Damit ich jetzt nicht zu emotional werde und mich Jürgen noch freundschaftlich digital zwicken muss, empfehle ich Euch gern noch eine unglaublich gelungene Geschichte aus seiner Feder, zer-reißend, fühlend, aufwühlend:

https://theaterjmb.jimdo.com/2017/04/27/der-vogel/

Auszug:

„Der Vogel saß im Käfig. Ab und zu hob jemand das schwere Tuch. Und er sah die weite Welt, den Horizont, Berge und Täler. Und er hub an zu singen. Doch nach den ersten Tönen warf man das Tuch wieder über den Käfig. Und dieses zermürbende Spiel wiederholte und wiederholte sich. Woche für Woche. Es entstand im Käfig, unter demselben Himmel, in derselben Luft, eine andere Welt. Und diese war nicht seine.“

Für meine neuen Leser:

Wenn man diesen Links folge, erfährt man einiges über den inszenierenden, spielenden, lehrenden, schreibenden und sogar singenden

Jürgen Brandtner:

https://sckling.wordpress.com/2016/02/04/darf-ich-vorstellen-vi-teil-i-juergen-m-brandtner/

https://sckling.wordpress.com/2016/02/05/darf-ich-vorstellen-vi-teil-ii-juergen-m-brandtner/

Dieser Beitrag ist dem Projekt „Gegen das Vergessen“ gewidmet. Das Projekt leitete ich nach Anregung Jürgen Brandtners auf WordPress ein. Auch auf Facebook gibt es eine Gruppe mit inzwischen über 250 Mitgliedern.

Portfolio – Bitte nicht vergessen …das „Gegen das Vergessen“:

https://sckling.wordpress.com/portfolio/gegen-das-vergessen/

Endlich


habe ich die wieder die große Freude, ein Gedicht meines Lieblingslyrikers der aktuellen Zeit, Jürgen Brandtner, vorzustellen.

Es wird nun jeden Monat einen Beitrag mit Lyrik oder Getextem, mit Theater und „brandigem Brandtner“ geben, worüber ich mich sehr freue.

Jürgen M. Brandtner (c)

Jürgen M. Brandtner (c)

Ich hatte Jürgen M. Brandtner bereits auf meinem Blog vorgestellt. Für meine neuen LeserInnen und BesucherInnen hier die Links:

https://sckling.wordpress.com/2016/02/04/darf-ich-vorstellen-vi-teil-i-juergen-m-brandtner/

https://sckling.wordpress.com/2016/02/05/darf-ich-vorstellen-vi-teil-ii-juergen-m-brandtner/

Hier entlang geht es zu seiner Webseite, auf welcher es sich lohnt zu stöbern:

https://theaterjmb.jimdo.com/%C3%BCber-mich/

Über Jürgen habe ich u.a. geschrieben:

„Wer im Raum Stuttgart zu Hause ist, dem dürfte es nicht schwer fallen, die Vorstellungen im Theater  zu besuchen und diesem  Mann mit der umwerfenden Aura persönlich zu begegnen.
Jürgen ist nicht nur als Künstler, sondern auch als Mensch – wie „Du und ich“ – ganz einfach und bodenständig.“

ja_rgen_m-_brandtner

ER war es, der mich mit seinem Engagement dazu animierte, hier und auf Facebook das Projekt „GEGEN DAS VERGESSEN“ zu beginnen, manch einer von Euch kann sich sicher noch daran erinnern.

„1. Gegen das Vergessen
Jürgen M. Brandtner sieht das Vergessen nicht ein. Ist es für uns schon so viel Vergangenheit, dass wir blind und taub gegenüber dieser Zeit geworden sind? Was ist es? Ist es unsere Eitelkeit der Wohlstandsgesellschaft, unsere Seelenkälte, die ewig kränkelnde deutsche Empathie? Ist es der Überfluss, der uns vergesslich und so verloren kümmerlich macht?

Er gehört zu denen, die es nicht leid werden, die (Ver)Alterung der Geschichte zu verhindern – bis zum letzten Atemzug.“

Ich bin glücklich, einen solchen Menschen und Künstler kennengelernt zu haben. Vielleicht gibt es in naher Zukunft eine gemeinsame szenisch-musikalische Lesung. Spannend ist sie, diese Zeit.

Ich wünsche Euch ein wunderschöne Restwoche und für uns alle Frieden, der bekanntlich bei sich selbst, in den eigenen Räumen, stets im Kleinen beginnt.

Eure Sylvia Kling