Fortgeträumt und Wolkenkinder – Darf ich vorstellen (VII)?


Von Liebeskummer
bis Weltenbrand,
von Trost
bis über den Tellerrand,
von Sehnsucht und Krieg
bis über Terror und Tod,
von Hoffnung, dem Hass
und dem, was uns bedroht …

(S.K. über Alexandra)

Umfassend und feinsinnig,
brennend und traurig, lebensmutig und melancholisch
schreibt sie:
Alexandra Breuer.

Folgt mir doch bitte zunächst hier, um Alexandra etwas näher kennenzulernen. Sie hat jede Aufmerksamkeit verdient, wie ich finde.

Rose im Scherbenhaufen

Wie schwer sie wiegen, deine Tränen.
Als stummes Zeugnis, Winterzeit.
Dein Blick ist traurig, stilles Flehen.
Gewitterwolken, Dunkelheit.

Du stehst im Regen, Echohall.
Sturmgepeitscht, ein Maskenspiel.
In deinen Nächten, Albtraumschall.
Wirst du erdrückt, dein Schmerzgefühl.

Verzweiflung packt dich, ausgwegslos.
Die Welt zerbricht, dein Niedergang.
Dein Herz zerrissen, Seelenschloss.
Der Schlüssel weg, kein Neuanfang.

Ich kann dich sehen, schneebedeckt.
Ich kann dich hören, wo du bist.
Ich kann dich finden, dein Versteck.
Ich kann dich halten, was auch ist.

Die Rose wächst im Scherbenhaufen.
Ich zeig es dir, nimm meine Hand.
Gemeinsam vor der Nacht weglaufen.
Find ich den Schlüssel, der dich bannt.

Die Sonne scheint im Wolkenmeer.
Auf die Nacht folgt neuer Morgen.
Licht vertreibt das Schattenheer.
Die Zeit wird lindern deine Sorgen.

Verlier dich nicht, kein Sündenpfad.
Nicht weiter durch das Feuer laufen.
Leg ab dein schweres Bußgewand.
Die Rose wächst im Scherbenhaufen.

Copyright: Alexandra Breuer.

„Das Verwenden und Weiterverarbeiten meiner Texte ist, auch Auszugsweise, nicht oder nur mit meiner Genehmigung gestattet. Eine Weiterverbreitung ist bitte mit entsprechendem Hinweis auf mich zu erfolgen. Danke!“ (Alexandra Breuer)

Wie sie sie sich selbst sieht

„Hin-und-wieder-Einsiedlerin –
Viel zu oft Dunkelwesen –
Wortspielerin –
sensibel durch die Wand Läuferin – Querkopf –
Musikvernarrte –
Wissenaufsaugerin –
Manchmal Intelligenzflüchtling – verpeilte Diskutiererin –
– Perfektionistin – Gedankenkreiselschubserin.“

Mit einer Präzision und doch mit filigraner Zeichnung erzählt sie in Wolkenkinder mit so viel Seele, dass ich sogar heute beim Walken noch über dieses Gedicht nachsann (AUSZUG):

„Die Wolkenkinder im zarten Gewand,
im wattig fragilen Körperkleid.
In weißer Haut mit weißem Tand,
und dunklem endlosen Schweif.

Vielleicht sind sie die Fortgespülten,
die, deren Weg verloren ging.
Vielleicht sind sie die Ungefühlten,
die, von denen niemand singt.“

Ich mag die blumige und zugleich die klare Sprache in Alexandras Gedichten. Gedichte als Seelenheil, als Wortwaffe, als Spiel mit den Lebenskapriolen, als Fragezeichen, Ausrufezeichen, als Hafen, auch als eine Tür, die sich öffnet, um in das eigenen Ich vorzudringen, als Ausdruck einer tiefen Freiheit der Gedanken. In ihrem Gedicht „Fortgeträumt“ zum Projekt „Gegen das Vergessen“ wird sie konkret und lässt uns seelenzittern (AUSZUG):

„Im Winter des Lebens, gelebter Zeit,
sitzt sie alleine im Kerzenlicht.
Sie ist nicht nur müde, sondern auch alt.
Die Jungen der Welt, sie brauchen sie nicht.

Verzweifelte Seele, ein Blick voller Sorgen,
der Hunger ist nur eine Frage von Tagen.
Die Dürre ist lang, hat die Ernte verdorben.
Und sie wird ein weiteres Kind begraben.“

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Wir alle werden in unserem Leben mit Verlust und der Trauer konfrontiert.

Die Trauerarbeit ist nach meiner Auffassung die wichtigste und schwierigste Aufgabe, der wir uns in unserem Leben stellen müssen. Wir können sie nicht dauerhaft mit Arbeit verdrängen, nicht vor uns herschieben, nicht im Alkohol ertränken, nicht einem anderen Menschen überlassen.
Unsere Seele lässt sich nicht lange belügen.

Wer kreativ ist, hat einen großen Vorteil:

Er gibt der Trauer und dem Schmerz einen ganz besonderen Platz. In jenem Moment, in welchem der Trauer in Bildern, Handarbeiten, Worten oder Liedern eine ganz eigenen Dynamik verliehen wird, hat sie eine Chance sein zu dürfen und angenommen zu werden.

Alexandra schreibt über ihre Trauer HIER

(AUSZUG)

„Es gibt jetzt einen neuen Stern am Firmament,
dort bist du nun sicher und frei.
Wir bleiben zurück, mit Trauer, die brennt,
und Sehnsucht um gestohlene Zeit.“

Aus: „Ein neuer Stern“
(Für meinen Papa, † 07.02.2016 im Alter von 58 Jahren)

Als ich von Alexandra und Julita erfuhr, mit welchem Schmerz um den Verlust ihres Vaters, der nicht „einfach so aus dem Leben schied“ sie zu ringen hatten – noch begreifen wollend, noch „zu wenig“ weinend, noch „zu wenig“ erfassend, was die geliebten Menschen bewegte, dem Tod vorzugreifen, schrieb ich ein Gedicht mit dem Titel „Vater“. Monatelang hielt ich es zurück. Weder Alexandra noch Julita wollte ich damit belasten. Wer kann schon so tief in trauernde Menschen blicken, um zu wissen, ob jene geschriebenen Worte Trost sein könnten oder ihnen die Gewissheit gibt: Ich verstehe dich, ich kann mich in dich hineinfühlen, ich beworte deine Trauer, um dir zu zeigen: Du bist nicht allein?

Das Gedicht „Vater“ brauchte Zeit, seine ganz eigene Zeit. Worte sind unvergänglich:

Vater

 

Liebe Freunde, LeserInnen und BesucherInnen,

damit möchte ich mich verabschieden. Ich hoffe, Ihr findet beim Stöbern auf Alexandras Blog ebenso viel Gewortetes, was Euch gefällt, inspiriert oder neugierig auf mehr werden lässt und bedanke mich sehr herzlich für Eure Aufmerksamkeit.

Ich wünsche Euch eine angenehme Woche. Der März läutet den Frühling ein und wer freut sich nicht auf Sonnenstrahlen, Frühlingsblumen und den Geruch von Frische, dem Erwachen des Lebens?

Unseres Geliebten.

Eure Sylvia Kling

 

„Denkst du noch“ – und mehr


Denkst du noch

Denkst du noch an die Frühlingsnacht
wir sahen sinnend aus dem Fenster
zum Garten hin, er lag in sanfter Tracht
des langsamen Erweckens

Wie sanft selbst unser Atem war
der in die Anemonen sich verliebte
des Nachbars Kirsche wiegte sich im Schlaf sogar
und der Mond kredenzte uns den Tee

Mit Botschaften aus Gartenzweigen
da war es unsre Heimat auch im Lenz
Weißt du noch? Da konnten wir noch schweigen
da klang die Nacht noch wie ein Wiegenlied.

©Sylvia Kling

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Ich wünsche meinen Leser_innen und Besucher_innen einen angenehmen Wochenstart.

Jene Leser_innen, die im sächsischen Raum wohnen, möchte ich auf meinen nächsten Lesungstermin aufmerksam machen:

In der «Original Eisbar», Inh. Heidi Haselbauer, findet am

Sonnabend, den 25.06.2016 um 20.00 Uhr

eine Buchlesung mit musikalischer Begleitung statt. An der Gitarre ist «mobwish» zu hören.

Ich lese aus meinem Gedichtband «AusGeatmet» und stelle einige, neue Arbeiten vor.

Es freut mich sehr, den Künstler HC Schmidt begrüßen zu dürfen, der einige Gedichte von mir lesen wird. Wer ihn nicht kennt:
„Urgestein ostdeutscher Musikerszene. Sänger, Sprecher, Musiker, Schauspieler. Er agierte unter anderem bei Generator, Elektra, Zwei Wege und Gualaceo und vielen anderen Projekten. Seine neues Interesse ist die Produktion von Hörbüchern sowie szenisch musikalische Lesungen und diverse Moderationen auf seine persönlich unverwechselbare Art.“ – Angelika Wittenbecher-Henning

Ja, und auf diese unverwechselbare Art freue ich mich ganz besonders!

Auf Facebook ist die Veranstaltung hier zu finden:

https://www.facebook.com/events/156213538113993/

Plakat zur Lesung in Dresden

Plakat zur Lesung in Dresden

 

«Original Eisbar» Heidi Haselbauer
Sankt Petersburger Str. 32
01069 Dresden
Tel.: 03 51 - 49 76 22 82
eMail.: info@original-Eisbar-Dresden.de

„Deine Welt“ – GEGEN DAS VERGESSEN


GEGEN DAS VERGESSEN – TEIL VI – ein Beitrag von Rainer Woltmann

Deine Welt

Du bist in eine Welt geboren,
Eine Welt aus offenen Toren,
Solltest froh sein, statt zu klagen,
sie durchschreiten, denn sie zuzuschlagen.

Willst nicht teilen, sondern siegen,
die Welt Dir so zurecht verbiegen,
dass das Fremde in der Stadt
darin keinen Platz mehr hat.

Du legst Feuer in den Häusern,
in denen Menschen sich nicht äussern,
Rechtfertigst Dein Verbrechen,
weil sie nicht Deine Sprache sprechen.

Du jagst Menschen hinterher,
machst das Leben ihnen schwer,
Meinst, Du darfst sie schlagen, treten,
weil sie einen anderen Gott anbeten.

Doch bist Du nur ein kleines Licht,
die Welt um Dich verstehst Du nicht,
denn zu Liebe und zu Herzlichkeit,
bist Du bei Weitem nicht bereit.

©Rainer Woltmann

Rainer Woltmann, geb. 4.5.1967, wohnhaft in Gießen an der Lahn – Moderator und Gründer der Gruppe: „GEGEN DAS VERGESSEN – Kein 4. Reich“ auf Facebook.

Ein kleines, unschuldiges und hilfloses Blümchen wird von einem Schuh zertreten. Dies soll eine kritische Anspielung auf rechte politiksche Orientierung sein. (piqs.de ID: 738e77a518e345fb95957d5b7571b8b8)

Ein kleines, unschuldiges und hilfloses Blümchen wird von einem Schuh zertreten. Dies soll eine kritische Anspielung auf rechte politiksche Orientierung sein. (piqs.de ID: 738e77a518e345fb95957d5b7571b8b8)

Weitere Teilnehmer_innen:

http://querdenkende.com/2016/02/11/teilnahme-am-projekt-gegen-das-vergessen/

https://arnovonrosen.wordpress.com/2016/02/11/teilnahme-am-projekt-gegen-das-vergessen/

https://belanahermine.wordpress.com/2016/02/11/rosa-ein-beitrag-zum-projekt-gegen-das-vergessen/

https://ulerolff.net/2016/02/11/gegen-das-vergessen/

https://lyrifant.wordpress.com/2016/02/12/gegen-das-vergessen/

http://seniorenleichtathletik.com/2015/10/16/59-dieses-mal-kein-sportbericht-doch-hoffentlich-genau-so-interessant/

http://herzhuepfen.com/2016/02/09/kein-gewicht-ein-beitrag-zur-aktion-gegen-das-vergessen/

http://querdenkende.com/2016/02/09/revolutionaere-wesen-taeuschen-uns/

http://querdenkende.com/2016/02/12/nie-wieder-krieg-papa/

https://pawlo.wordpress.com/2016/02/10/gegen-das-vergessenagainst-forgetting/

https://belanahermine.wordpress.com/2016/02/10/gegen-das-vergessen/

https://monikamaria.wordpress.com/2016/02/10/gegen-das-vergessen-2/
https://aouga.wordpress.com/2015/08/30/verzeiht/

https://sugar4all.wordpress.com/2016/02/12/projekt-gegen-das-vergessen/

https://collectinghappiness.wordpress.com/2016/02/12/gegen-das-vergessen-fred-uhlman/

https://rachelgedanken.wordpress.com/2016/02/17/gegen-das-vergessen/

http://seelenglimmern.com/2016/02/19/es-gibt-nur-zwei-menschenrassen-und-die-eine-lebt-ihren-selbstdarstellungswahn-lachend-aus/

https://4alle.wordpress.com/2016/02/20/gegen-das-vergessen-ein-projekt/

https://juckplotz.wordpress.com/2016/02/20/gegen-das-vergessen/

http://musikhai.com/2016/02/21/teilnahme-am-projekt-gegen-das-vergessen/

https://lyrifant.wordpress.com/2016/02/22/bitte-einer-duennhaeutigen/

https://maddemaddigger.wordpress.com/2016/02/21/schlussstrich/

http://querdenkende.com/2016/02/22/hinter-den-worten/

https://ulerolff.net/2016/02/11/gegen-das-vergessen/

https://belanahermine.wordpress.com/2016/02/18/puzzle-teile-erinnerungsfetzen/

https://peteremrich.wordpress.com/2016/02/24/gegen-das-vergessen/

https://belanahermine.wordpress.com/2016/02/25/wir-wunderkinder/

https://daswaerdochwas.wordpress.com/2016/02/26/gegen-das-vergessen/

http://dorisbrunkertblog.com/2016/02/27/gegen-das-vergessen-ein-projekt-von/

https://belanahermine.wordpress.com/2016/03/03/meine-grossmutter-erzaehlt/

https://pollysgeliebtesleben.wordpress.com/2016/02/22/gegen-das-vergessen/

https://tangofiligran.wordpress.com/2016/03/06/gegen-das-vergessen/

https://zungenkoeder.wordpress.com/2016/03/07/gesan-vom-lager/

https://belanahermine.wordpress.com/2016/03/11/die-kraniche-ziehen/

http://querdenkende.com/2016/03/28/aufrechte-streiter-hoch-zu-ross-in-gnadenloser-mission/

https://belanahermine.wordpress.com/2016/03/31/meine-andere-grossmutter-erzaehlt/

https://tangofiligran.wordpress.com/2016/04/09/juedisches-leben-in-berlin-bis-1945/

Zum Foto:

Creative Commons License

http://piqs.de/fotos/126153.html

Fotograf: Lisa Spreckelmeyer
Titel: Keine Chance