Ballade für Marie


Zu dieser neuen Ballade möchte ich keine weiteren Worte verlieren. Sie sollte für sich sprechen. Nur eines: Hört/seht sie bitte unbedingt bis zum Ende an (6 Minuten):

 

Ich danke für die wundervolle Zusammenarbeit mit der Fotografin Yvonne Wagner, Reichenbach/Thüringen und Volker Wolfram für die Mühe, die er in die Bearbeitung dieses Videos investierte.

Ein herzliches Dankeschön an alle, die Marie und ihrer Mutter folgen!

 

Die Ballade widme ich dem Projekt der Malerin Petra Pawlofsky „Kinder im Aufwind“. Die Fundgrube im Blog von Petra findet sich hier:

https://pawlo.wordpress.com/home-2/fundgrube-fuer-kinder-im-aufwind/

Petra Pawlofsky:        

Und wie sag ich’s nun meinem Kind?*

                                        Wie die Angst vergeht / How fear disappears*

          Liebevolle Wegbegleiter/Affectionate company*

  Generationenreigen/ Round Dance of Generations

Gemeinsam stark/Strong together*

Random Randomsen:

Liebeserklärung

  Pity the child

      Lebensläufe

Tomine &Tyler

Eternity-in-progress 

Diana Klute:

   You are my home

vro jongliert:

Kinder sind keine Prüfung

Sylvia Kling:

  Kinder erfahren und Eltern sprechen

  Unverbraucht

    Schlüsselerlebnis

Mitzi Irsaj :

und ein kleiner Beitrag von mir

Jeannette Paterakis:

  Kinder Freude Kinder Lachen

Ulrike Sokul:

Henriettes Heim für schüchterne und ängstliche Katzen /  

                                                Titus und der verwunschene Wald/ Buchbesprechungen

Gerda Kazakou:

Wie die Alten sungen

in-der-ruhe-liegt-die-kraft-efgweb-jpg

Ruhe und freie Zeit

Petra  Pawlofsky  Von Zeitdruck, Hektik und Ruhe*

                                  Die Kraft in der Ruhe/Strength in calm 2*

                                  Die Kraft in der Ruhe/ Strength in calm 1*

 

suche-nach-gleichgewicht-4webfund

   Energie und Selbstbewusstsein stärken

 Petra  Pawlofsky: Die Widerstandskraft stärken/ Strengthening resilience 1

                                   Die Widerstandskraft stärken/Strengthening resilience 2

                                   Gemeinsam stark/Strong together*

kinderrechte-nfweb

  Kinder informieren

Petra  Pawlofsky                 Kinderrechte/ Children’s rights*

Anne- Marit                         2 Buchbesprechungen:  

Kinder ausgegrenzt und ausgebeutet

                                                  Punkte

                                             Am Fusse der Leiter6, 2013

 

Malen und Musik

Petra  Pawlofsky         Malen, Singen, Rhythmus: unbedingt!*

Random Randomsen Die Kinderwelt ist Klang

 

 Meine Homepage:

www.sylvia-kling.de

Facebook:

Sylvia Kling (Autorin)

https://www.facebook.com/profile.php?id=100010657024918

YouTube:

https://www.youtube.com/channel/UC3u09hrTq66YVKux9TFegvQ

Instagram:

sylvia.kling.autorin

Pinterest:

Das kleine Schwarze, François Villon und Kunst als Mittel, mich der „Wahrheit“ zu nähern


Es wird verwunde(r)n – oh nein, ich veröffentliche jetzt kein Foto von mir mit dem kleinen Schwarzen ;-).

Meine Homepage trägt ein neues Kleid – „das kleine Schwarze“ eben. Ein völlig neues Design erwartet Euch (auch ein anderer Titel) sowie neue Gedichte und ähnliches. Ihr könnt mir nun mit Eintragung der E-Mail-Adresse folgen.

Demnächst wird es dort Arbeiten von mir zu lesen geben, die ich weder hier, noch auf Facebook präsentiere (nur in Büchern oder im Programm „Poetisch-musikalische Szenen“). Wie definiere ich meine Arbeiten in der zeitgenössischen Poesie? Dazu komme ich in diesem Beitrag später noch. Deshalb: Lest bitte bis zum Ende.

Auf meiner Homepage wird es  zu lesen geben, was mich literarisch oder musikalisch noch so umtreibt. Man bekommt über neue Beiträge und Änderungen eine Nachricht, wenn man mir folgt. Ist das ein Angebot?

Hier ist sie nun:

http://www.sylvia-kling.de/

Ich würde mich sehr freuen, den einen oder anderen, der sich gern überraschen lässt, auf meiner Homepage begrüßen zu dürfen und lade Euch herzlich zu einem Spaziergang in den Gefilden einer RealPoetin ein.

Was spreche ich heute an? Bitte lest bis zum Schluss. Es geht um Balladen, die an jene von

François Villon

angelehnt sind. Ja, ich gestehe:  Ich bin seit einem Jahr „Villon-Liebhaberin“, was ich nur sagen kann, weil der gute Mann schon Jahrhunderte tot ist (sonst würde ich wohl mit einer Klage rechnen müssen 😉 ). Durch HC Schmidt, jenen Künstler, mit welchem ich ab April 2017 auch ein gemeinsames Programm habe (AusgeKLINGt – Poetisch musikalische Szenen mit Zuckerbrot und Peitsche), lernte ich die Balladen von Villon kennen und schätzen. Mit seiner besonderen Art, Villon zu lesen, hat HC Schmidt mich für dessen Balladen in ein Boot geholt, auf welchem ich nun auf den Wellen der Renitenten reite.

Wenn der gute François wüsste, dass sich noch nicht viel geändert hat! Und darum geht es. Ich spreche ihn an, lasse ihn auf meine Art wieder auf-leben und ver-mische Vergangenheit mit der Gegenwart. Ich schätze durchaus die klare Sprache und die Satire, auch die wortgemachte Eindringlichkeit in den Balladen Villons und den Spott, der aus seinen Zeilen springt. Mir ist es bewusst, dass vielen Menschen die „Abgerissenheit“ in der Sprache nicht gefällt. Doch auch diese ist für mich ein Teil des Lebens, mag es auch dem Einen oder Anderen zu vulgär erscheinen.

So ist es gut und richtig, dass wir uns in eine Poesie begeben, in welcher wir uns eben desillusionieren lassen müssen.

Für mich jedoch besteht die Poesie nicht nur aus der blumenreichen Sprache und aus der Vorstellung, mich mit idealistischen Wortgebilden zu füllen. Sie ist für mich besonders faszinierend, wenn ich mich in ihr nicht beständig vom Realismus entfernen muss, sondern diesem durch die Sprache näher komme und ihm besondere Bewortungen und eine kraftvolle Vielfalt, ganz eigene Note verleihe. Nietzsche sagte: „Wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zugrunde gehen“.

Ich ergänze: „Für mich ist die Kunst das sensibelste und zugleich konkreteste Mittel, mich der Wahrheit zumindest zu nähern.“

Im philosophischen Sinne ist der Begriff „Wahrheit“ ohnehin umstritten. WAS ist WAHRHEIT? Es gibt sie nicht. Doch dies würde hier zu weit führen, so beschränke ich mich auf das Thema.

Ich zähle mich nicht zu den „Lyrikern“, wenn ich auch hin und wieder einen lyrischen WortAusflug unternehme und meine Feinsinnigkeit belebe. Gerade zu den Themen LIEBE und NATUR präferiere ich die sanftsüße Bewortung.

Doch diese Spaziergänge gönne ich mir als Dessert. So beglückt es mich überaus, Lyrik bei „echten“ Lyrikern zu lesen und mich von ihrer wohlgefeilten, rosigen Sprache tragen zu lassen. Wer mag es nicht: die Flucht aus dem Realen, hinein in Seelenwärme und einen süßen Geschmack auf der Zunge? Es ist für mich keineswegs konträr – es ist das Leben: süß und zugleich bitter.

Wenn man mich liest, sollte man also wissen:

Als philosophiebegeisterte Poetin und Liebhaberin der Menschen mit all ihren Schwächen reise ich nicht in das Land der Worte, um mich von dem realen Leben zu entfernen. Da liest man auch bei mir durchaus von „Katzenkot“ und „fetten Ratten“, von „Höllengift“, „versüfften Gedärmen“ und „alkoholgetränkten Gehirnen“, von den Lieblosigkeiten und Absonderlichkeiten des Alltags jener Menschen, denen es nicht gelungen ist, ihre Gesellschaftsmasken zugunsten des Mammon aufzubehalten. Da liest man das, was man sich nicht vorstellen kann. Und doch existiert es. Am Rande. Für uns oft nicht sichtbar. Und daneben ein süffisantes Lächeln jener, die glauben, „sie werfen Münzen in den Kleiderstaat, damit es sich weiterdreht, das GierigRad“ (aus „Sättigung“)…. Es ist nicht nur, dass ich „Schwachen eine Stimme gebe“, wie die Rezensentin Anne-Marit Strandborg in ihrer Rezension zu „BruchStücke I“ schrieb.

Durch „die Entfernung des Ichs“, wie der Schauspieler, Regisseur und Lyriker Jürgen Brandtner in seiner Rezension zu „AusGeatmet“ schrieb, komme ich mir wieder näher. Ich möchte sie verstehen, möchte ihnen näher rücken, möchte erfahren, was ich sonst nie erfahren würde und es ist nicht selten so, dass es mich glücklich erschöpft zurück lässt. Denn hier erfahre ich von der wirklichen Stärke der scheinbar Schwachen. Hier lerne ich. Vom LEBEN. Von Vergänglichkeit. Vom Sinn. Von Trivialitäten.

Ich bedanke mich bei Euch herzlich für Euer Interesse und wünsche Euch noch eine angenehme Februarwoche.

Eure Sylvia Kling

Und nun – für alle, die meine „Liebelei“ noch nicht kennen – eine der Balladen von Villon:

François Villon (Darstellung aus Grand Testament de Maistre François Villon, 1489)

François Villon (Darstellung aus Grand Testament de Maistre François Villon, 1489)

Eine nette Ballade, die Villon dem König aus der Verbannung sandte

Ich, François Villon, ein Dichter und Vagant,
Franzose und verbannt aus seinem Vaterland,
mich kitzelt der Geruch der großen Stadt,
ich brauche Raum und habe nicht einmal
für meinen Kopf ein Futteral.
Ich hab den Hetzhund endlich satt,
der mich durch die verfaulten Wälder treibt.
Ich bin ein ganzes Jahr schon unbeweibt.

Du aber weißt, wie reißend mich das Blut bewegt,
wie mein Gehirn durch alle Himmel fegt,
ich hab dir mehr als einen Reim geschenkt,
da war noch Würze drin und Salz.
Jetzt klebt ein Schandfleck rot an meinem Hals,
und wer mich fängt und henkt,
streicht hundert Gold-Dukaten ein;
soll das mein Leben lang dein Wille sein?

Du, sieh her, ich trage auf der grauen Haut
nur diesen Rock, der ist geklaut
und stinkt nach Muff und Mottenfraß.
Sieh hier, am Knie ein Loch, so groß
wie eine Faust … Wer bin ich bloß,
daß ich zu Mist und Aas
verdammt bin, ich, Villon, ein rauer Knecht,
der auch zu dichten sich erfrecht.

… mein Bruder hör: Wozu bist du so stolz
auf einen Thron gesetzt, wenn du wie Holz
dich anfühlst und nicht schreist:
„Schafft den Villon mir her, zieht ihm ein Kleid
von Seide an. Ist höchste Zeit,
daß dieser Kavalier mit mir zu Abend speist!“
Mein Bruder, hör: Ich habe Wind im Darm
und bin wie keine Laus, so arm.

 

Bert Brecht übernahm mehrere Balladen daraus leicht verändert in seine Dreigroschenoper.

Einer der eindrucksvollsten Interpreten Zechscher Villon-Texte (in der Version von 1931) war der Schauspieler Klaus Kinski, der auch Lesungen auf Schallplatte einspielte.

Quelle: Wikipedia – dort kann man über Villon viel erfahren!

Der (schiefe) Sänger


Von sanften Tönen wurde ich geweckt,
so sah verschlafen, unbeholfen ich mich um,
als habe mich ein Traum wohl nur geneckt,
nein, es war dort immer noch verdächtig stumm.

So sank beruhigt ich zurück ins Kissen,
doch viel tiefer drangen Klänge in mich ein,
es war mehr, ich wollt es wissen,
so konnte nie einer meiner Träume sein!

Ich sah hinaus in die sternenklare Nacht,
ein schmalschultriger Kerl da unten stand,
was er wohl im Finsteren da macht,
und im lichten Haar ein Feuerbrand?

Bis meinen Augen wurd gewahr,
dass nur zu mir er blicken kann,
rieb ich meine Augen staunend klar,
bis ich eine reine Sicht gewann.

Auf der Gitarre spielte er gekonnt
und er sang so gräßlich schief,
ich sah hinauf zum dunklen Horizont,
ob man die Sterne sah, wenn man noch schlief?

Ja! Ja! Da stand ein Kerl und sang –
wahrlich! Er spielte nur für mich,
auf seinem Haupte sprang
das letzte NachtLaternenLicht.

Nun war ich an die Dunkelheit gewöhnt
und halt! Die Augen kannte ich genau,
die haben doch mein Leben so verschönt,
das zu wissen, ist keine Nacht zu grau.

Durch diese Augen konnte ich erleben,
was mir bisher verborgen blieb,
es blieb endlich ein Stück Glücke an mir kleben –
und dieses schönste, schiefste Liebeslied.

Da stand mein Liebster also nun verzehrend
und grüne Augen sangen liebliche Balladen,
immer, immer wiederkehrend –
Ich werde wach und wacher und flieg zu meinem Knaben.

Der schiefe Sänger lag friedlich neben mir am Morgen,
ich hauchte müde: „Alter Junge, was du des Nachts so treibst!“
Er raunte: „Altes Mädchen, ich hab dich umworben.

Damit den Winter du auch bei mir bleibst.“

Copyright Sylvia Kling
– erscheint in meinem Buch „AufBruch“ im Januar 2017 –

 

Liebe Freunde, LeserInnen und BesucherInnen,

ich wünsche Euch einen guten Jahreswechsel und einen hoffnungsvollen Blick in das kommende Jahr. Es ist auch der Zeitpunkt für mich gekommen, mich sehr herzlich bei all meinen Freunden und Lesern für den Zuspruch und das Interesse an meinen Arbeiten zu bedanken. Ich hoffe, Ihr bleibt mir auch im neuen Jahr gewogen und freue mich auf Eure Gedanken und Beiträge im neuen Jahr.

Herzlichst,

Eure Sylvia Kling

Zum Foto:

https://pixabay.com/de/musik-gitarre-mann-musiker-863568/

natureworks (Fotograf)

Die Ballade vom unvergessenen Tag


Die Ballade vom unvergessenen Tag

Kürzlich traf ich
in der MittagsHitze
auf einen kleinen Alten,
zwei fremde Augen,
wie blaue Blitze,
die in meinen Alltag
prallten.

Unter tiefen Narben
kaum zu erkennen,
ein schmalgeformter Mund,
ein kurzer Blick,
ein leises Brennen,
auf gelittenem Untergrund.

Er las in der Zeitung,
einer Regionalen
und schüttelte
das weiße Haar,
„Die werden noch bitter
bezahlen,
das ist doch sonnenklar!“

Ich stand in der Nähe,
beschäftigt mich zeigte,
schielte neugierig
zu dem Alten,
müde er den Kopf
nur neigte,
es trafen sich
zehn Mal zehn Falten.

„Junge Frau, was meinen
Sie dazu,
vielleicht können Sie
es mir sagen,
brauchen Sie eine
zirkusbunte Kuh,
für ein bisschen
Milch im Magen?

Wie schätzen sie
das Leben ein,
muss Großes immer
größer werden,
brauchen sie stets
den teuren Wein,
wie diese gepflegten
Derben?

Sie quatschen und
lamentieren,
sind alle
aus gutem Stall,
doch verblöden sie
in ihrem Gieren,
schlappe Hirne
essen gern prall

Die sollten erstmal
barfuß laufen,
Gott segne ihr
Gemüt
und solange
klares Wasser saufen,
bis das erkaltete
Herz wieder
glüht

Ach, junge Frau,
verzeihen sie mir,“
sprach er weiter,
vor Aufregung matt,
„das Schweigen ist
heut eine Zier,
vorallem im Trocknen
und satt.“

Er lachte bitter
und leise,
„Ich bin nicht mehr
lange hier,
ich geh bald auf
erlösende Reise,
der Tod hat mich schon
im Visier.

Da treff ich wieder
die Eltern
als Sohn,
die Geschwister,
zu jung gestorben –
unter der Hitlernation,
die auch Lebende
bis heut verdorben.

Da dreht sich auf
dieser Welt
das Kriegsrad unentwegt,
glauben Sie mir,
die Seele des
Menschen fällt,
bevor die Erde
sich nicht mehr regt.“

Ich grüßte
den Alten und ich lief,
mein Herz stand schon
in Flammen,
ich vertrug ihn
nicht mehr, den Mief,
trage nun
meine Worte zusammen.

Was soll ich euch
denn noch erzählen,
pazifistisch
menschenerschöpft,
ich beginne mich
zu schälen
hab das elende
Schweigen geköpft.

©Sylvia Kling

sk_initialien_1

 

Zum Projekt „GEGEN DAS VERGESSEN“ – hier das Portfolio dazu:

https://sckling.wordpress.com/portfolio/gegen-das-vergessen/

Bitte weiterlesen!

Gestern waren Wahlen in MVP. Das Wahlergebnis war zwar zu erwarten, hat dann uns, als Gegner der AfD, doch zutiefst erschüttert.
Meine Meinung dazu:

Sie werden sich von selbst auflösen. Sie sind sich nicht einig, haben kein politisch tragfähiges Konzept.
Man sollte aufmerksam sein und sich vor diesem gesellschaftlichen Phantom nicht verschließen.
Es ist Teil unserer Gesellschaft und bedarf auch unserer Beachtung.
Aber wir dürfen davor keine Angst bekommen und in Panik oder Hysterie verfallen. Primär sollten wir mit Argumenten und sachkundigen Meinungen der AfD und ihren Anhängern den Boden entziehen. Das setzt in uns eine solide, moralische und politische Bildung voraus.

Ich möchte meinen Lesern und Besuchern hier dringend einen Ausschnitt aus dem Artikel in der Telepolis – von Florian Rötzer empfehlen. Ich gebe den gesamten Artikel unter dem Auszug als Leseempfehlung weiter:

„Abzusehen ist, dass die AfD bald in sich zusammenbrechen und sich als
Phantom erweisen wird, das eine Zeitlang die anderen Parteien vor sich
hertreiben konnte, die sich um „die Mitte“ drängelten, also auch um den
Erhalt des Bestehenden. Deprimierend ist, dass es offenbar in Deutschland
wie in vielen anderen Ländern als Alternative nur diese kreischende
Erhaltungsstimmung gibt, die Veränderung als solche fürchtet und Mauern,
Grenzen und Zurück zur Nation ersehnt, selbst im Einwanderungsland USA.
Fortschritt ist derzeit bestenfalls noch technischer Fortschritt, der das
Heil bringen soll, alles andere ist desavouiert. Höchste Zeit, den
sozialen, machbaren, aber postsozialistischen Fortschritt wieder zu
erfinden.“

http://www.heise.de/tp/artikel/49/49326/1.html
Das Beitragsbild wurde mir von Doreen K. aus Rostock zur Verfügung gestellt – vielen herzlichen Dank. Bitte das Foto nicht kopieren und weiterverwenden.

Weitere Hinweise zum Urheberrecht:

Dieser Beitrag darf rebloggt und im Rahmen des Projektes verteilt werden. Das Prosagedicht darf nicht an anderen Stellen ohne meine Einwilligung ohne Angabe des Urhebers verwendet oder zitiert werden.

Als die Alte erzählte – Ballade GEGEN DAS VERGESSEN


Als die Alte erzählte – Ballade gegen das Vergessen

Teil II – hier gelesen:

http://www.sylvia-kling.de/download/als_die_alte_erzaehlte_1.ogg

Hier als Text:

Es war schon am Abend
um zehn
als die Alte mir
erzählte,
an einem Winterabend,
der sich durch die
Gassen quälte

Ihre Augen waren
müde geschlagen,
durch die Hände
die Furchen gerissen,
ihre Beine
wasserverschwommen,
die Lippen
lebensverschlissen

„Mein Mann, Gott
hab ihn selig“,
begann sie den
Monolog,
„er hat sich
mit Vierzig erhangen,
es war des
Krieges Sog“

Sie sah in die
weite Ferne
zeitkilometerweit,
als warte sie
noch auf den Mann,
als sähe sie
nochmal das Leid

„Mein Hans,
der hat ihn gefunden
und trägt die ewige
Last,
ein Sohn der
DachbodenFinsternis,
ein Sohn aus dem
Kriegsmorast

Er ist dann auch
gegangen
irgendwann und
ohne Aufwiedersehen,
wahrscheinlich in
Höhlengänge,
nur glaubensvoll
kann ich verstehen.“

Die Alte gab mir
ihre Hand,
ich weinte leise
hinein,
fahlgraues, gestorbenes
Leben.
Ich will nie vergessen.
Nein.

©Sylvia Kling

 Weitere Teilnehmer_innen:

http://querdenkende.com/2016/02/11/teilnahme-am-projekt-gegen-das-vergessen/

https://arnovonrosen.wordpress.com/2016/02/11/teilnahme-am-projekt-gegen-das-vergessen/

https://belanahermine.wordpress.com/2016/02/11/rosa-ein-beitrag-zum-projekt-gegen-das-vergessen/

https://ulerolff.net/2016/02/11/gegen-das-vergessen/

https://lyrifant.wordpress.com/2016/02/12/gegen-das-vergessen/

http://seniorenleichtathletik.com/2015/10/16/59-dieses-mal-kein-sportbericht-doch-hoffentlich-genau-so-interessant/

http://herzhuepfen.com/2016/02/09/kein-gewicht-ein-beitrag-zur-aktion-gegen-das-vergessen/

http://querdenkende.com/2016/02/09/revolutionaere-wesen-taeuschen-uns/

http://querdenkende.com/2016/02/12/nie-wieder-krieg-papa/

https://pawlo.wordpress.com/2016/02/10/gegen-das-vergessenagainst-forgetting/

https://belanahermine.wordpress.com/2016/02/10/gegen-das-vergessen/

https://monikamaria.wordpress.com/2016/02/10/gegen-das-vergessen-2/
https://aouga.wordpress.com/2015/08/30/verzeiht/

https://sugar4all.wordpress.com/2016/02/12/projekt-gegen-das-vergessen/

https://collectinghappiness.wordpress.com/2016/02/12/gegen-das-vergessen-fred-uhlman/

https://rachelgedanken.wordpress.com/2016/02/17/gegen-das-vergessen/

http://seelenglimmern.com/2016/02/19/es-gibt-nur-zwei-menschenrassen-und-die-eine-lebt-ihren-selbstdarstellungswahn-lachend-aus/

https://4alle.wordpress.com/2016/02/20/gegen-das-vergessen-ein-projekt/

https://juckplotz.wordpress.com/2016/02/20/gegen-das-vergessen/

http://musikhai.com/2016/02/21/teilnahme-am-projekt-gegen-das-vergessen/

https://lyrifant.wordpress.com/2016/02/22/bitte-einer-duennhaeutigen/

https://maddemaddigger.wordpress.com/2016/02/21/schlussstrich/

http://querdenkende.com/2016/02/22/hinter-den-worten/

https://ulerolff.net/2016/02/11/gegen-das-vergessen/

https://belanahermine.wordpress.com/2016/02/18/puzzle-teile-erinnerungsfetzen/

https://peteremrich.wordpress.com/2016/02/24/gegen-das-vergessen/

https://belanahermine.wordpress.com/2016/02/25/wir-wunderkinder/

https://daswaerdochwas.wordpress.com/2016/02/26/gegen-das-vergessen/

http://dorisbrunkertblog.com/2016/02/27/gegen-das-vergessen-ein-projekt-von/

https://belanahermine.wordpress.com/2016/03/03/meine-grossmutter-erzaehlt/

https://pollysgeliebtesleben.wordpress.com/2016/02/22/gegen-das-vergessen/

https://tangofiligran.wordpress.com/2016/03/06/gegen-das-vergessen/

https://zungenkoeder.wordpress.com/2016/03/07/gesan-vom-lager/

https://belanahermine.wordpress.com/2016/03/11/die-kraniche-ziehen/

http://querdenkende.com/2016/03/28/aufrechte-streiter-hoch-zu-ross-in-gnadenloser-mission/

https://belanahermine.wordpress.com/2016/03/31/meine-andere-grossmutter-erzaehlt/

https://tangofiligran.wordpress.com/2016/04/09/juedisches-leben-in-berlin-bis-1945/

https://wittlicher.wordpress.com/2016/04/13/unvergessene/

https://belanahermine.wordpress.com/2016/04/24/tod-und-schrecken/

https://querdenkende.com/2016/04/26/systemwechsel-in-altbekannte-bahnen/

https://cbeachblog.wordpress.com/2016/01/27/die-saat-ist-gelegt/

https://mailprofotoblog.com/2016/04/12/gegen-das-vergessen/

https://eulenschwinge.wordpress.com/2016/05/05/ein-koffer-gegen-das-vergessen/

https://tomdot.wordpress.com/2016/05/05/gegen-das-vergessen/

https://belanahermine.wordpress.com/2016/05/08/tag-der-befreiung/

https://starlitskythoughts.wordpress.com/2016/05/13/gegen-das-vergessen/

https://cbeachblog.wordpress.com/2016/05/11/was-haben-wir-falsch-gemacht/

https://issoundnichtanders.wordpress.com/2016/03/28/endlich-frieden-teilnahme-am-projekt-gegen-das-vergessen/

https://issoundnichtanders.wordpress.com/2016/05/15/endlich-frieden-teilnahme-am-projekt-gegen-das-vergessen/

https://tangofiligran.wordpress.com/2016/05/07/gebilligt-und-hingenommen/

https://redskiesoverparadise.wordpress.com/2016/05/22/bertha-baer/

https://redskiesoverparadise.wordpress.com/tag/stolpersteine/

https://issoundnichtanders.wordpress.com/2015/10/02/

Gegen das Vergessen – Gegen die Schuld

https://herr-r.ede-peter.de/es-darf-nie-wieder-nie-wieder-geschehen-gegen-das-vergessen/

„GEGEN DAS VERGESSEN“

wird von vielen Künstlern und Initiativen aufgegriffen,
wenn um die Geschehnisse während des Nationalsozialismus geht oder um Aktionen / kreative Prozesse / Kunstwerke, die gegen diesen Geist atmen.“ (Zitat: Jürgen M. Brandtner)
Ich möchte alle nicht vergessenden Künstler, Kreative und Blogger bitten, sich mit dieser Überschrift an dem Projekt zu beteiligen!  Eine Verlinkung in den entsprechenden Beiträgen zu denen anderer Künstler/Teilnehmer würde ich hier für sinnvoll erachten.
 Außerdem habe ich es unter „Projekte“ stehen.
Vielen herzlichen Dank!
Eure Sylvia Kling

 

Zum Beitragsfoto:
Lizenz: Creative Commons License

http://piqs.de/fotos/84623.html

Fotograf: GerdZ
Titel: Life since 1922