Unser Kampfgeist leidet unter Burnout


 

Siehe da – etwas naiv komme ich daher, oder nicht?

Wir sprechen über Frieden, über Demokratie, über jene errungenen Werte, wir schreiben, singen und malen über den Frieden. Weil es uns bewegt.

Aber wen interessiert das schon? Da gab/gibt es John Lennon, Joan Baez, Wooody Guthrie, Barry McGuire, Bob Dylan, Wolf Maahn und einige andere Künstler.

Aber wo sind die großen Aufschreie wie in den 60ern oder 70ern, die Jugend, die sich auflehnt, tagelang auf die Straße geht und daran glaubt, die Welt verändern zu können? Wo sind unsere Visionen?

Reichen die Ostermärsche aus?

Wie ein chinesisches Sprichwort sagt: „Willst du die Welt verändern, gehe drei Mal durch dein eigenes Haus.“

Oder anders gesagt: Wer etwas Großes erreichen will, muss im Kleinen beginnen.

Wo ist unser Kampfgeist? Leidet er auch schon unter der Volkskrankheit Burnout?

Wenn wir am Wenigsten merken, dass wir den Frieden brauchen, werden wir am Wenigsten dafür tun.

Frieden, Freiheit und Demokratie sind keine Selbstverständlichkeit. Ist uns das eigentlich gegenwärtig?

Eigenartig ist es. Wer sagt schon: „Ich bin nicht für Frieden“? Alle sind für den Frieden.

Doch nur wenige erkennen, dass er – bewiesen durch die Geschichte – nicht ohne unser Zutun bleibt, denn die Gier der Menschen, der Machthunger und Religionswahnsinn, die Unfähigkeit, in Liebe zu sich selbst und anderen Menschen zu leben, ist und bleibt die Gefahr des Friedens und ich glaube, das wird sich nie ändern.

Heute ist Ostermontag, ich weiß. Es ist Zeit für uns. Für Erholung, für ein schönes Osterfest. Es ist Zeit für erfüllende Stunden im Kreise der Familie, Zeit für unsere Kinder.

Und genau deshalb:

Als ich heute früh aufwachte und die ersten Nachrichten über die Türkei sah und an die vielen Nachrichten der letzten Wochen und Monate dachte, so ist es eben gerade heute Zeit für Worte zum

Frieden!

In diesem Sinne wünsche ich allen Freunden, Besuchern und Freunden eine friedliche Zeit.

Eure Sylvia Kling

 

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70 Jahre Frieden – Zu lang für die Deutschen?


Gegen das Vergessen – Teil IV – Schon wieder? Ja, schon wieder und immer wieder!

70 Jahre Frieden- Zu lang für die Deutschen?

Ein Beitrag von Martin Schauerte, 53 Jahre alt, wohnhaft in Rosbach, Nordrhein-Westfalen, Germany :

Der Titel ist Provokation und die ist gewollt.

In einer Zeit in der die Rechten erstarken, sich Anschläge auf Flüchtlingsheime häufen und in Social Media‘s die Hasskommentare zunehmen. In einer Zeit, in der Mitleid und Menschlichkeit zu Fremdwörtern werden. Da frage ich mich: Wie kann das sein, wo liegt die Begründung? Meine Theorie ist, dass es uns schon zu lange zu gut geht. Vergessen sind die schmerzhaften Kriegszeiten und die Entbehrungen danach. Es gibt immer weniger Zeitzeugen, die den jüngeren Generationen schildern, wie schlimm es damals war.

Ich kenne zum Glück noch Geschichten von meinen Großeltern oder anderen, alten Leuten. Die Geschichte von dem russischen Zwangsarbeiter, der meinem Großvater unter Tage das Leben gerettet hat und dem er immer, unter Gefahr für sich selbst, Essen zugesteckt hat. Die Geschichte von dem Vater eines Freundes, der in russischer Kriegsgefangenschaft war und niemals darüber sprechen konnte. Der Onkel, der immer dem Alkohol zugesprochen hat, nachdem er als junger Mann im Krieg den Arm verloren hat. Oder die Schilderungen von Verwandten, wie Menschen aus der Nachbarschaft Bunker aufsuchen wollten und von Tieffliegern beschossen wurden.

Mit 15 Jahren habe ich schon Filme von Aufräumarbeiten in Konzentrationslagern gesehen, die im Reichstag gezeigt wurden. Von den KZ‘s, die heute von Nazis als Propaganda bezeichnet werden. Ich habe mich viel mit dieser Zeit beschäftigt und darüber gelesen. Aber auch meine Generation, die eigentlich noch diese Geschichten kennen sollte, verhält sich teilweise genau so empathielos.

Meine Eltern waren einfache Leute, so dass ich hier nicht als Jemand berichte, der hochwohlgeboren daherkommt. Mein Vater arbeitete als Bauarbeiter, meine Mutter war Hausfrau, und das Geld war immer knapp. Aber niemals wurde ein schlechtes Wort über die neuen Gastarbeiter, die Anfang der 70er Jahre kamen, gesprochen. Nein, es war selbstverständlich, dass wir Kinder miteinander spielten.

Mir wurde Mitgefühl, Menschlichkeit und Toleranz von meinen Eltern mitgegeben, wofür ich ihnen immer dankbar sein werde. Doch wieder frage ich mich, was ist mit den Menschen, die nach rechts abdriften und das Unheil wählen wollen? Habt ihr alles vergessen? Müsst ihr selbst erst einen Krieg erleben und wirkliches Leid erfahren, um das Elend zu verstehen und eure Menschlichkeit wieder zu erlangen?

Martin Schauerte

 

Thomas Schaal /siehe unten

Thomas Schaal /siehe unten

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Martin ist kein Blogger, sondern über http://querdenkende.com(Lotar Martin Kamm) und Kulturnews – http://kulturnews.net/ sowie Facebook auf dieses Projekt aufmerksam geworden und möchte sich gern daran beteiligen. Beim Verlinken bitte deshalb den Link zu diesem Beitrag auf meiner Seite benutzen!

Ich freue mich sehr darüber.  Wir brauchen in diesen Tagen jeden Einzelnen.

Am Rande sei erwähnt, dass ich selbst normalerweise der Teilnahme von Projekten nicht zugetan bin. Doch bei dieser Thematik mache ich eine Ausnahme. Warum?

Ich beobachte den Verlauf in Politik und Gesellschaft und meine Befürchtungen werden von Tag zu Tag um so mehr wahr. Wer noch immer nicht begriffen hat, was uns hier erwartet und sich weiter in seiner alten, bequemen Sicherheit wiegt, den kann ich nicht beglückwünschen, sondern mit Verlaub gesagt, nur bedauern. „Das haben wir nicht gewusst“ gilt dann nicht mehr.

Im Übrigen: Es interessiert dann auch niemanden mehr. Wir alle werden dann ganz andere Probleme zu bewältigen haben!

Ich danke für die Aufmerksamkeit,

Sylvia Kling

Weitere Teilnehmer_innen:

http://querdenkende.com/2016/02/11/teilnahme-am-projekt-gegen-das-vergessen/

https://arnovonrosen.wordpress.com/2016/02/11/teilnahme-am-projekt-gegen-das-vergessen/

https://belanahermine.wordpress.com/2016/02/11/rosa-ein-beitrag-zum-projekt-gegen-das-vergessen/

https://ulerolff.net/2016/02/11/gegen-das-vergessen/

https://lyrifant.wordpress.com/2016/02/12/gegen-das-vergessen/

http://seniorenleichtathletik.com/2015/10/16/59-dieses-mal-kein-sportbericht-doch-hoffentlich-genau-so-interessant/

http://herzhuepfen.com/2016/02/09/kein-gewicht-ein-beitrag-zur-aktion-gegen-das-vergessen/

http://querdenkende.com/2016/02/09/revolutionaere-wesen-taeuschen-uns/

http://querdenkende.com/2016/02/12/nie-wieder-krieg-papa/

https://pawlo.wordpress.com/2016/02/10/gegen-das-vergessenagainst-forgetting/

https://belanahermine.wordpress.com/2016/02/10/gegen-das-vergessen/

https://monikamaria.wordpress.com/2016/02/10/gegen-das-vergessen-2/
https://aouga.wordpress.com/2015/08/30/verzeiht/

https://sugar4all.wordpress.com/2016/02/12/projekt-gegen-das-vergessen/

https://collectinghappiness.wordpress.com/2016/02/12/gegen-das-vergessen-fred-uhlman/

https://rachelgedanken.wordpress.com/2016/02/17/gegen-das-vergessen/

http://seelenglimmern.com/2016/02/19/es-gibt-nur-zwei-menschenrassen-und-die-eine-lebt-ihren-selbstdarstellungswahn-lachend-aus/

https://4alle.wordpress.com/2016/02/20/gegen-das-vergessen-ein-projekt/

https://juckplotz.wordpress.com/2016/02/20/gegen-das-vergessen/

http://musikhai.com/2016/02/21/teilnahme-am-projekt-gegen-das-vergessen/

https://lyrifant.wordpress.com/2016/02/22/bitte-einer-duennhaeutigen/

https://maddemaddigger.wordpress.com/2016/02/21/schlussstrich/

http://querdenkende.com/2016/02/22/hinter-den-worten/

https://ulerolff.net/2016/02/11/gegen-das-vergessen/

https://belanahermine.wordpress.com/2016/02/18/puzzle-teile-erinnerungsfetzen/

https://peteremrich.wordpress.com/2016/02/24/gegen-das-vergessen/

https://belanahermine.wordpress.com/2016/02/25/wir-wunderkinder/

https://daswaerdochwas.wordpress.com/2016/02/26/gegen-das-vergessen/

http://dorisbrunkertblog.com/2016/02/27/gegen-das-vergessen-ein-projekt-von/

https://belanahermine.wordpress.com/2016/03/03/meine-grossmutter-erzaehlt/

https://pollysgeliebtesleben.wordpress.com/2016/02/22/gegen-das-vergessen/

https://tangofiligran.wordpress.com/2016/03/06/gegen-das-vergessen/

https://zungenkoeder.wordpress.com/2016/03/07/gesan-vom-lager/

https://belanahermine.wordpress.com/2016/03/11/die-kraniche-ziehen/

http://querdenkende.com/2016/03/28/aufrechte-streiter-hoch-zu-ross-in-gnadenloser-mission/

https://belanahermine.wordpress.com/2016/03/31/meine-andere-grossmutter-erzaehlt/

https://tangofiligran.wordpress.com/2016/04/09/juedisches-leben-in-berlin-bis-1945/

https://wittlicher.wordpress.com/2016/04/13/unvergessene/

https://belanahermine.wordpress.com/2016/04/24/tod-und-schrecken/

https://querdenkende.com/2016/04/26/systemwechsel-in-altbekannte-bahnen/

https://cbeachblog.wordpress.com/2016/01/27/die-saat-ist-gelegt/

https://mailprofotoblog.com/2016/04/12/gegen-das-vergessen/

https://eulenschwinge.wordpress.com/2016/05/05/ein-koffer-gegen-das-vergessen/

https://tomdot.wordpress.com/2016/05/05/gegen-das-vergessen/

https://belanahermine.wordpress.com/2016/05/08/tag-der-befreiung/

https://starlitskythoughts.wordpress.com/2016/05/13/gegen-das-vergessen/

https://cbeachblog.wordpress.com/2016/05/11/was-haben-wir-falsch-gemacht/

https://issoundnichtanders.wordpress.com/2016/05/15/endlich-frieden-teilnahme-am-projekt-gegen-das-vergessen/

https://tangofiligran.wordpress.com/2016/05/07/gebilligt-und-hingenommen/

https://redskiesoverparadise.wordpress.com/2016/05/22/bertha-baer/

https://redskiesoverparadise.wordpress.com/tag/stolpersteine/

https://issoundnichtanders.wordpress.com/2015/10/02/

Gegen das Vergessen – Gegen die Schuld

Es darf nie wieder, nie wieder geschehen! – Gegen das Vergessen

Zum Foto:

Auszüge aus Wikipedia:

„Das Jugendverwahrlager Litzmannstadt (Jugend- oder Kinder-KZ, amtlich Polen-Jugendverwahrlager Litzmannstadt der Sicherheitspolizei in Litzmannstadt) war ein Konzentrationslager für Kinder während der deutschen Besetzung Polens.“

„Das jüngste in das Lager eingewiesene Kind war ein zwei Jahre und drei Monate alter Junge.“

„Die höchste Zahl von inhaftierten Kindern wurde Ende 1943 mit 7.832 erreicht. Während des Bestehens des Lagers wurden mehrere Tausend Kinder, möglicherweise zwölf- bis dreizehntausend oder sogar 20.000 Kinder hier inhaftiert. Beim Einmarsch der Roten Armee wurden noch etwa 800 bis 900 Kinder im Lager gefunden.“

„Die Kinder mussten täglich zehn bis zwölf Stunden arbeiten. Es wurden Schuhe für die Wehrmacht repariert, Patronentaschen hergestellt, Körbe für Artilleriemunition geflochten und Nägel gerade gebogen. Die jüngsten mussten Tüten kleben oder künstliche Blumen herstellen. Eine Gruppe von vor allem Mädchen, zeitweilig bis zu 150, wurde auf einem Gut bei Litzmannstadt in der Landwirtschaft eingesetzt.“

„Strafen waren, unabhängig vom Alter der Kinder; Schläge mit Stock oder Peitsche, Essensentzug, Dunkelarrest, in den Schnee legen und mit kaltem Wasser übergießen und Ähnliches. Wie viele Kinder in dem Lager umgekommen sind, ist nicht sicher. Es gibt Dokumente, die von 200 Toten pro Monat ausgehen, was etwa einem Drittel der Inhaftierten entspricht. Als offizielle Todesursachen wurden häufig Herzschlag und Lungen-Tuberkulose angegeben. Die wahren Ursachen waren unzureichende sanitäre und hygienische Lagerbedingungen, Schläge und Erschießungen.“

„Erst am 9. Mai 1971 wurde ein Denkmal für die Opfer des Lagers enthüllt. Das Denkmal des Martyriums der Kinder (Pomnik Martyrologii Dzieci) wurde aus einer Schrott- und Altpapiersammlung finanziert und zeigt ein nacktes Kind vor einem zerbrochenen Herzen.“

http://piqs.de/fotos/186684.html

Creative Commons License
Fotograf: ThomasSchaal
Titel: Das Denkmal des Martyriums der Kinder (I)

Sie wollen einfach nur leben!


Normalerweise veröffentliche ich nicht zwei Beiträge täglich. Doch ich habe mich entschlossen, meinen gestrigen Beitrag (Facebook) bzw. meinen heutigen auf meiner anderen WordPress-Seite mit Euch zu teilen. Viele Blogger_innen und Künstler_innen, deren Beiträge ich lese, wird es sicherlich interessieren. Bei vielen von Euch kann ich erkennen, dass auch ihr zwischen verfehlter Asylpolitik und Fehlern in den Reihen der Politiker sowie menschlichem Leid unterscheiden könnt und zur Differenzierung fähig seid. Immer im Sinne der Menschlichkeit!

https://wiedaslebenklingt.wordpress.com/2016/02/01/sie-wollen-einfach-nur-leben/

Für die „Eiligen“ unter Euch ist der Beitrag hier zusammengefasst:

Sie wollen einfach nur leben!

Wir haben gestern mit 10 Flüchtlingskindern Fußball gespielt. Zufällig trafen wir sie auf dem Sportplatz unseres Dorfes. Sie wohnen seit 18. Januar in unserem Dorf und werden betreut.
Die Eltern sind verschollen.
Ein kleines Mädchen war dabei, hing veränstigt am Jackenzipfel der Betreuerin. Sie sagte in gebrochenem Deutsch: “Ich heiße Nolah. Ich kommen aus Irak.” Große, verängstigte, tiefdunkle Augen. Keine Mama, kein Papa. Nur eine deutsche Frau, an der sie klebt. Eine von wenigen freundlichen Frauen hier.


Die Betreuerin erzählte mir, auf wie viel Ablehnung sie in unserem 700-Seelendorf und der gesamten Region stößt.
Ja, ich weiß. Über die erste Einwohnerversammlung schrieb ich einen Artikel, in welchem man erschreckende Tatsachen über den Fremdenhass in unserer Region lesen kann. Es war ein Artikel ohne Wertung meinerseits (Link nochmals unten).


Was soll ich sagen? Dass die Bäckerin im unserem Dorf ihren Verkäuferinnen angeordnet hat, die Zigarretten jeden Abend aus der Auslage zu entfernen, da die Flüchtlingskinder kommen?
Kinder, die ihre Eltern ewig nicht mehr gesehen haben, aus ihrer zerstörten Heimat kommen? Kinder, die mit Bildern ihre Geschichte erzählen? Denen das bisherige Leben und das Leid der letzten Monate/Jahre in den Augen geschrieben steht?
Soll ich sagen, dass eine wohlhabende Frau aus unserem Dorf im September 2015 in der Versammlung brüllte: “Wir wollen keine Moschee in K.?”
Wie meinen? Eine Moschee, gebaut von 10 Kindern aus Kriegsgebieten?


Soll ich sagen, wie diese Kinder in Sachsen von Ärzten z. T. behandelt werden?
Oder soll ich sagen: Mein Sohn hatte heute eine wunderbare Zeit mit diesen Kindern. Er versteht sie nicht. Sie verstehen ihn auch (noch) nicht. Aber mein Sohn stellt Fragen. Er versteht: Diese Kinder wollen Fußball spielen. So wie er.

 

Teilen sowie Rebloggen ist gern gesehen. Es sind Erlebnisse aus der Realität und ich werde weiter berichten. Denn wir treffen sie nun hoffentlich jede Woche. Auch werde ich versuchen, mich – solange ich in diesem Ort noch wohne – auf irgendeine Weise einzubringen. Ich bewundere – am Rande erwähnt – die Betreuerinnen, die das in ihrer Freizeit machen und nicht danach fragen, ob sie dafür nun Beifall ernten oder nicht!

Ehe ich hier weiterhin solche Kommentare lesen muss: „Man würde sich ja erleuchteter und erhabener fühlen“, wenn man mit ein paar Waisen Fußball spiel.:

Nein, ich fühle mich nicht so! Wer meine bisherigen Arbeiten kennt und auch „Über meine Person“ gelesen hat, weiß das. Da dies mein Blog ist und ich über diesen bestimme, werden derartige Kommentare nicht freigegeben. Ich habe nichts gegen einen Diskurs auf niveau- und respektvoller Ebene!

Wie die Menschen in diesem Dorf denken und wie die Informationsveranstaltung in Kalkreuth im September vergangenen Jahres verlief, könnt Ihr hier nochmals nachlesen:

https://wiedaslebenklingt.wordpress.com/informationsveranstaltung-zum-thema-asylbewerber-in-kalkreuth-am-22-09-2015/

Ich danke Euch herzlich für Eure Aufmerksamkeit!

Eure Sylvia Kling

 

Zum Beitragsfoto:

http://piqs.de/fotos/148315.html

Lizenz: Creative Commons License
Fotograf: Mark Knobil
Titel: Kabul Kids

 

NeuJahrsKlang


NeuJahrsKlang

An diesem ersten
Tag des Jahres
streift
sorglos mich
der Klang der Uhr

Der Himmel ist
trübe,
das Feld liegt düster
in alter
Herbstmontur

Die Menschen
sind verkrochen
in Stuben,
in stillmüder
NeujahrsVision

Ich befinde mich
außerhalb der Zeit,
pack sie mutig
an beiden Enden,
lass dem Jahr
den unschuldigen Ton.

©Sylvia Kling

Ich wünsche allen Freunden, Lesern und Besuchern ein gesundes und friedvolles, neues Jahr!

Uwe Richter, s. Link

Uwe Richter, s. Link

Foto: Uwe Richter, https://uwerichtersfotoblog.wordpress.com/ – ein Fotograf, der mit Herz und Seele dabei ist. Ich freue mich sehr, ihn ebenfalls zur Zusammenarbeit gewonnen zu haben.

Bei einigen las ich schon von neuen Vorhaben und Projekten und so freue ich mich sehr auf eine vielschichtige Anregung und interessante Ein- und Ausblicke auf den Seiten anderer Autoren, Künstlern und „LebensBloggern“.

Auch für mich wird dieses Jahr recht spannend und ich bin neugierig auf alles Kommende. Einerseits beginnen im Januar die ersten Lesungen, andererseits wird mein zweiter Gedichtband „BruchStücke“ ca. im August 2016 erscheinen.

Es ist für uns alle ein Anklopfen an der Tür mit der Aufschrift „Ereignis“, ein Öffnen zu neuen Räumen. Manchmal können sie leer und trostlos wirken, manchmal aber auch voller wunderschöner Dinge: zauberhafter Klänge, berauschender Farben, betörender Düfte. Die Neugier ist etwas ganz Wichtiges. Solange wir neugierig bleiben, leben wir intensiv und sind offen für neue Erfahrungen.

Wir können philosophieren, träumen, schreiben, singen, malen und wir müssen aufmerksam bleiben.

Ich wäre nicht ich, wenn hier nicht noch etwas käme, nicht wahr? So ist es:

Was ich mir noch für dieses Jahr wünsche: Weniger Ängste in der Bevölkerung. Gestern wieder diese Vorfälle in München.  Überall herrscht Angst, Unfriede und Ungewißheit. Hier der Link (erhalten von freidenkerin: https://www.tagesschau.de/newsticker/muenchen-terrorwarnung-101.html).Im Übrigen meinte Bachmann dazu, dass alle „Willkommensrufer“ doch nach München gehen sollten – wie immer recht „niveauvoll“, dieser Herr.

Bei manchen Menschen herrscht auch eine gewisse Bildungsnot, die dazu führt, die Dinge nicht mehr differenziert betrachten zu können. Ich bleibe nach wie vor dabei: Meine persönliche Befürchtung bezieht sich nicht auf die eingereisten, alleinstehenden Flüchtlinge, sondern auf die nicht mehr übersehbare Entwicklung des Nationalsozialismus, die sich in und um Deutschland ausbreitet.

Auf meinem Artikelblog erwähnte ich kürzlich zu diesem Thema auch den Film „Er ist wieder da.“ Ich hatte es bis vor wenigen Wochen vehement abgelehnt, mir diesen Film anzusehen. Ich wollte dem Hitler nicht weitere Aufmerksamkeit widmen.  Aber an diesem Film komme ich als politisch Interessierte nicht vorbei. Er verdeutlicht (und auch hier geht es nicht mehr prägnanter) die Gefahr und weist erbarmungslos ehrlich darauf hin, wie nah uns das rassistische Potenzial kommt.

Auch, wenn ein Verbot der NPD so manchem nicht behagt und ich durchaus einige Zweifel als verständlich empfinde (ein “Verbot” in den Köpfen der Menschen kann nun einmal nicht stattfinden und dann wäre noch das Thema „Demokratie“), bin ich inzwischen für den Verbot. Irgendwann müssen wir mal anfangen, diesem nationalsozialistischen Handeln und dem Vertreiben von deren Gedankengut “auf die Pelle zu rücken“.

(Die Leser meines Artikelblogs kennen diese Auszüge aus einem meiner Artikel)

Ich möchte diese Ausführungen damit beenden, dass ich kürzlich bei meinen Freunden in Dresden wieder entsetzt über die Entwicklung in unserem Land war. Sie schilderten mir Zustände in Dresden-Übigau, die ich beinahe nicht fassen konnte. Die Bürger nehmen dort an Veranstaltungen teil, die unterschwellig völkisches Gehabe implizieren. Daran nehmen u.a. Familien mit Kindern teil. Entsprechende Handzettel werden dort verteilt. Ich werde demnächst einen Artikel dazu auf http://wiedaslebenklingt.wordpress.com veröffentlichen.

Auch dieses Jahr werde ich mit meinem Schaffen die aktuellen Geschehnisse nicht unberücksichtigt lassen.

Eure Sylvia Kling

 

 

 

Gebt den Augen Zucker – GASTBEITRAG


Heute möchte ich zum ersten Mal einen Gastbeitrag veröffentlichen und es wird auch weiterhin in bestimmten Abständen auf meinem Blog Gastbeiträge geben.

Wenn jemand von Euch/Ihnen Lust darauf hat, bei mir einen Gastbeitrag zu schreiben, kann sich gern mit mir in Verbindung setzen – ich bin für fast alle Themen offen, die mit der Literatur, dem Schreiben, den allgemeinen Themen zum Verfassen von Texten in Verbindung stehen.

Ich stelle Euch heute meinen Lektor und Mentor Volker Wolfram vor, der den ersten Gastbeitrag auf diesem Blog erstellen wird. Das Thema dürfte viele Autoren/Autorinnen sowie die gesamte schreibende Zunft interessieren.
Herr Wolfram konnte erfolgreich meinen Lyrikband zum Druck überführen. Sollte jemand Interesse haben, sich mit professionellem Satz zu beschäftigen, dem steht Herr Wolfram gern zur Seite.

Gebt den Augen Zucker!

"Die lkoalen Braureeien lieden unetr dem Durck der großen Konzrene und fidnen in den örtlcihen ärtken kaum noch Nieshcen für ihr gtues Bier."

Hat man den Satz lesen können und den Sinn verstanden? Richtig, unser Hirn liest nicht Buchstabe für Buchstabe, sondern erkennt sofort die Wörter, auch wenn in diesem Falle absichtlich Tippfehler integriert wurden. Das Lesen ist wortorientiert und erfasst den Anfang des folgenden Wortes ebenso. So entsteht ein flüssiges Lesen.

In diesem Beitrag geht es darum, dass das Auge die Wörter schnell erkennt und der Sinn des Textes sich sofort erschließt. Das funktioniert blitzschnell in der Wechselwirkung von Auge und Hirn. Doch die Hauptarbeit hierbei hat das Auge zu leisten.

Also gebt dem Auge Zucker! Verwöhnt es mir Wortkulinarien, die nicht nur das Lesen erleichtern, sondern auch die Sinne beim Lesen verwöhnen. Das Lesen ist ja ein Genuss! Doch wie verwöhnt man ein Auge?

Blendung und Irritationen ärgern die kleinen Kugeln beidseits unserer Nase. Diese werden von Muskeln in winzig kleinen Bewegungen gesteuert. Somit sind hektische Bewegungen zu vermeiden. Das Auge sollte auch nicht geblendet werden. Dies kann unter Umständen so richtig weh tun. Gebt auf das Auge acht! Lux res sacra homini.

Doch was hat das alles mit dem Verfassen von Texten zu tun, mit dem Drucken von Buchstaben auf Papier? Kurzum: sehr viel.

Einen Text auf Papier zu bringen, hatten schon die Mönche im Kloster zur Meisterschaft entwickelt. In den Skriptorien wurde fanatisch darauf geachtet, dass der Text beidseitig einen gleichbleibenden Rand besaß. Der Text erschien als Block. Die Worte wurden am Rand entsprechend getrennt.

Dieser Textblock wurde auch mit der Erfindung des Buchdruckes durch Johann Gutenberg um 1450 nicht zerfetzt. Es galt, den Blocksatz beizubehalten und die Leerräume auf der Zeile gleichmäßig zu verteilen. Je homogener der Wortfluss in der Zeile war, um so angenehmer kann das Auge über die Muskeln in schonender Bewegung geführt werden.

So kommen wir zu der Art, wie ein Druckerzeugnis gelesen wird. Zum einen gibt es das lineare Lesen, welches beim Schmökern von Romanen und beim Studium von wissenschaftlichen Texten das Auge in beruhigender Art das Gehirn anweist, die Lektüre zu erfassen.

Das konsulierende Lesen ist unsere Suchmaschine in den Telefonbüchern und Anzeigen, den Lexika und Comics. Die Augenbewegung ist unruhig, sprunghaft suchend. Die Schrift und das Layout unterstützen das Finden durch verschiedene Größen und Hinweise, wie Rahmen, Fettschrift und plakative Darstellung und Farbdruck. Je intensiver die Kontraste und Gewicht der Schrift, um so unangenehmer wird das lineare Lesen.

Hierzu möchte ich ein paar Hilfen dem geneigtem Autor oder Autorin geben, das Lesen zum Genuss werden zu lassen, so das möglich ist, viele Seiten entspannend für Auge und Hirn zu konsumieren.

Das Wichtigste für eine gute Leserlichkeit ist, dass Buchstaben eindeutig zu erkennen sind und somit sofort die Wörter mit unserem Wortspeicher abgeglichen werden können. Dies ist der Punkt, an dem der Schriftart große Bedeutung zukommt. In der Regel findet man in der schöngeistigen Literatur die Schriften mit Serifen Anwendung. Die Worterkennung ist leicht, da hier die Verzierung der Lettern ein eindeutige Zuordnung garantiert.

Ebenso ist der Blocksatz von höchster Wichtigkeit! Die Wortabstände sind durch die Trennung der Wörter weitestgehend im gesamten Textgleich zu halten. Die optimale Zeilenlänge von ca. 40 bis 60 Zeichen, oder maximal 8 bis 12 Worte lässt gute Leserlichkeit erwarten. So ist der Sprung des Auges vom Zeilenende zum Zeilenanfang der nächsten Zeile nicht zu groß und somit nicht mehr suchender Art. Dazu kommt noch ein unbedruckter Rand, der das Auge so weit von der Umwelt isoliert, damit es in Ruhe die Wörter erkennen kann. Denn der Übergang vom Papier hin zur wahrgenommenen Umwelt ist ebenso ein großer Kontrast und dadurch eine Irritation.

Wichtig ist auch noch zu wissen, dass zu große Kontraste von Papier und Schrift das Auge auch belasten. Das gute Papier ist immer noch matt und hat eine schwache Tönung von cremeweiß bis beige.

Nun verliere ich noch ein paar Worte zum Erstellen von Texten, die diesen Anforderungen gerecht werden.

Die Entwicklung der Texte sollte in Stufen erfolgen. Zuerst schreibt man in einem Editor, dann kommt ein Satz−System zur Anwendung. Die Wörter sind im Editor nicht zu trennen; der Editor sollte das Umbrechen an den Wortgrenzen vornehmen. Zwangsläufig entsteht dabei ein rechter Flattersatz. Dieser wird dann mit der zweiten Stufe, dem eigentlichen Setzen entfernt und die Worttrennung erscheint. Angaben zur Schriftart und Textstruktur werden im Editor auch festgelegt. Ein Satz−System bietet professionelle Eigenschaften, angefangen vom Einbinden von Grafiken über Tabellen bis hin zum hochwertigen Formelsatz.

Zugegeben hat das Setzen von Text einen nicht geringen Lernaufwand. Doch es lohnt sich wirklich, sich mit professionellem Satz zu beschäftigen. Die Mühen vieler Autoren, wenn sie den Umstieg von Office−Programmen zum
Satz−System geschafft haben, werden mit der Freude des problemlosen Formatierens von Hunderten von Seiten belohnt.

Ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit der Anwendung von Satz−Systemen und bin mit den Druckerzeugnissen immer wieder höchst zufrieden.

Gönnt Euch wieder mal ein schönes Buch! Gebt den Augen Zucker!

Volker Wolfram
Dresden


Zum Foto:

http://piqs.de/fotos/17750.html

Fotograf:
grafica

Titel: Die Bibel