Mit dem Wind


Wir betrauern
die Vergangenheit,
wir scheuen uns
vor dem Jetzt,
wir warten auf
bessere Zeiten
und fühlen uns gehetzt.
Da war
der komische Vater
und die Mutter –
hart wie ein Stein,
Geschwister,
ständig Theater,
wollten immer
was besseres sein.
Die Oma zu früh
gegangen
(frühkindliche
Hirnaffektion),
in der Schule wie
gefangen
und zu wenig
guter Ton.
Wir könnten jammern,
klagen
und uns im Kreise drehen,
wir könnten es aber auch
wagen,
das Leben als Wunder
zu sehen.
Wir könnten das Brot,
das wir essen
als Geschenk betrachten,
statt uns mit den Nachbarn
zu messen,
nach ihrem Reichtum zu trachten.
Wir könnten
uns täglich fragen,
warum wir nicht
glücklich sind
oder einfach die
Lasten tragen
und Altes trägt
mit sich der Wind.

Copyright Sylvia Kling
Auszug aus meinem Buch „AusGeatmet“ – erschienen im Oktober 2015

Meine bisherigen Publizierungen sind hier zu finden:

https://sckling.wordpress.com/publizierungen/

 

Meine lieben Freunde, Leser und Besucher,

ich wünsche Euch eine gute Restwoche. Ich bereite mich auf das Literaturfest Meißen vor (siehe unter Termine) und versuche, mich nach den letzten Wochen etwas zu erholen.

Passt gut auf Euch auf.

Herzlichst,

Eure Sylvia Kling

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36 Gedanken zu „Mit dem Wind

  1. Dankbar sein. Alles was in der Vergangenheit geschieht macht uns zu dem Menschen, der wir heute sind, macht uns einzigartig.
    Mein Gefährte hat ein wunderbares Ritual (auf dessen Kontinuität ich ein bisschen neidisch bin;)). Jeden Abend vor dem zu Bett gehen, setzt er sich hin und notiert sich, wofür er an diesem Tag dankbar ist. Dankbarkeit lehrt Demut.

    Gefällt 1 Person

    • Lieben Dank, Belana Hermine – oh ja, wir haben es mittlerweile schon verlernt, das Schöne und das Wunderbare zu sehen und ihm mehr Raum in unserem Leben zu geben. Doch sobald wir das bemerken, sind wir schon auf einem guten Weg. 🙂

      Ich wünsche Dir einen schönen Tag.

      Herzliche Grüße

      Sylvia

      Gefällt 2 Personen

    • Ganz herzlichen Dank, liebe Priska. Es ist mein persönliches Lieblingsgedicht aus dieser Kategorie. 😀

      Ich denke an viele Orte, wo ich/wir auftreten (es wird ja auch gesungen) könnten.
      Allerdings müssten wir gebucht werden, denn ein finanzieller Verlust (Reisekosten/Übernachtungen) soll für uns nicht entstehen. Das kann sich niemand leisten.
      Man muss bedenken: Das Auto ist mit Technik voll bepackt. Wir reisen nicht nur mit ein paar Zetteln an. Es ist schon ein Stück Arbeit, so eine szenisch-musikalische Lesung.

      Meist entwickelt sich das, indem interessierte LeserInnen/Fans vor Ort die Werbetrommel bei ihnen bekannten Veranstaltern rühren oder auch, Zuschauer von Außerhalb sind so begeistert, dass sie in ihrem Heimatort etwas organisieren (so läuft es mit Berlin).
      Das ist mit der Kunst heute leider nicht so einfach ….😢. Sie nimmt beiweitem nicht mehr einen so großen Stellenwert ein, wie es einst war.
      Und doch ist für mich KEINESWEGS das Materielle vordergründig (nur Verluste gehen nicht), denn ich mache das mit Leidenschaft.

      Vielleicht könnte ich mal etwas mit meiner Lieblingslyrikerin Karin Kronreif in Wien organisieren – wir hatten das mal beide angesprochen.
      Und wer weiß, was die Zeit noch bringt.
      Bis dahin poste ich die „Streiflichter“ aus den Proben auf FB.
      💟
      Liebe Grüße an Dich, Du LIEBE!

      Gefällt 3 Personen

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