Der Spatz


Der Spatz

Der Spatz ist frech auf deinem Dach,
und er macht selbstgefällig krach,
er glaubt, es müssten alle hören,
er will die Friedlichen nur stören,

wie wäre es schön, wenn er flöge,
wenn man ihn doch vertreiben möge,
statt geduldig abzuwarten,
dass er kackt in deinen Garten,

womöglich stiehlt er dir Vorräte
er andre Spatzen holen täte,
damit sie grausam Stück für Stück
rauben dir dein reiches Glück,

und bist du gar nicht willig,
der Spatz ist schmutzig billig,
dann sei ihm doch zum Ebenbild,
sei endlich frei, bunt und wild,

steig auf das Dach, zeig nur Geschick,
dort hast du einen andren Blick,
mit Spatzen hat man manchmal Spaß,
und trotzdem schmeckt der eigne Fraß.

Copyright Sylvia Kling

Aus „Neue Gedichte“ („Eigenwilliges im ZeitenWandel“) 

 

Das Kopieren und die Weiterverwendung sind ohne meine Zustimmung ausdrücklich untersagt!

Beitragsfoto: https://pixabay.com/de/tier-mann-junge-v%C3%B6gel-wasservogel-1975189/

„Der Spatz“ wird zum Songtext ausgearbeitet. Nun muss ich nur noch die wunderbare Musikerin Mila Georgiewa ins Boot holen, die den Spatz musikalisch fliegen lassen kann :-). Mila spielte das Pianostück für „Leute“. Wer es noch nicht kennt, hier singe ich es:

 

Ich wünsche Euch ein wunderbares Wochenende. Ich fliege zwischen meinen Umzugskartons umher. 😉

Bleibt gesund.

Eure Sylvia Kling

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39 Gedanken zu „Der Spatz

    • Nett ist die Schwester von ….

      Stell Dir das Gedicht, welches metaphorisch ist und keineswegs um den Spatz, jenen Vogel geht (leider haben es nicht alle verstanden) mit ebensolcher musikalischer Untermalung vor („kräftiges Piano“) wie „Leute“ und einer entsprechenden Chansonstimme. Dann wird aus „nett“ was Anderes, glaub mal.

      Danke für „Leute“ – ich finde es auch sehr gut gelungen, zumal es 2010 mit Gitarre absolut langweilig klang (=Lagerfeuermusik).

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      • Ach, drum. Ja, da habe ich wohl ein bisschen zu oberflächlich gelesen. Das geschriebene Wort beinhaltet leider ziemlich wenig Möglichkeiten um die Stimmung und Lage eines Schriftstückes einzufangen. (Die platonsichen Dialoge wären wesentlich verständlicher wenn die Ironie herauszulesen wäre)

        Aber „nett“ würde ich niemals mit „s.c.h.e.i …“ gleichsetzen. Für mich ist „nett“ eine fünf bis sieben von zehn. Wobei die Plätze acht bis zehn vorbehalten sind für Gedichte wie „Der Rabe“, „Ode a die Freude“ und „Alles ist Eitel“.
        Und die eins ist reserviert für die vogonische Dichtkunst und Lyrik, welche für Partysongs geschrieben wurde.
        Du hast eine sieben.

        Du scheinst mir sehr selbstkritisch zu sein.

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      • Ach, es ist einfach phantastisch, wie jeder Mensch einen Text/ein Gedicht interpretiert – es ist immer spannend. Dies hängt ja auch von den eigenen Erfahrungen/Sichtweisen ab.
        Selbstkritik ist niemals verkehrt – und doch stehe ich voll und ganz hinter meinen Texten. Alles andere wäre auch fatal und jedem kann man nie gerecht werden. Wer diesen Anspruch hat, kann gleich „einpacken“ oder ihm gelingt es nicht, bei sich selbst zu bleiben, was wiederum äußerst fatal ist. 😉

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  1. Hallo! Danke für das wunderbare Gedicht! Wenn du Fotos von echten Spatzen benötigst, Martha (freidenkerin.com) oder Jürgen (linsenfutter.wordpress.com) geben dir sicher welche von deren wunderbaren Fotografien ab. Wünsche noch einen schönen Sonntag! LG Michael

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  2. Liebe Sylvia, danke für dein Gedicht. Es beschreibt diesen, dem Menschen schon immer verbundenen Vogel in seinem „Charakter“ schon recht gut. Spatzen lieben die Gesellschaft der Menschen. Kann es sein, dass wir hier in Westfalen andere Spatzen haben? Hier verhalten sie sich eher keck, aber nicht frech. Ich beobachte gerne Vögel. Im Moment zieht unser Kohlmeisenpärchen Drillinge auf und ich bin immer wieder erstaunt, mit welchem Fleiß und welch unglaublicher Energie sie das tun. Wären doch manche Menscheneltern in solch einer Hingabe mit der Aufzucht ihrer Brut beschäftigt. Wir hatten drei Jahre lang keine oder nur sehr wenige Spatzen in unserem Dorf. Es gibt viele Gründe dafür; u.a. dass hier an jeder Ecke gebaut wurde. Die Lärmbelastung durch Baumaschinen und der Fahrzeugverkehr und auch der Staub scheinen für sie unertäglich gewesen zu sein. Im Winter sind sie zurückgekommen und nisten jetzt vor unserem Haus im Efeu, das um unsere Straßenlaterne wuchert, in einem gut geschützen Nest. Ich liebe Spatzen! Sie sind den Menschen sehr ähnlich. Und wen wunderts – sind wir nicht alle ein wenig „spatzig“?

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    • Lieber Manfred,
      danke für Deinen ausführlichen, interessanten Kommentar.
      Allerdings dient mir der Spatz hier nur als Metapher – manche erkannten es, manche offenbar nicht. Es ist spannend zu erleben, wie jeder diesen Text anders aufnimmt.

      Liebe Grüße
      Sylvia

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  3. Los gorrones salen muy enaltecidos con tu poema y tu voz arrulla como el canto de ellos. Una combinación perfecta para disfrutar a plenitud mi madrugada. Sigues derrochando arte por doquier de forma extraordinaria. Eres grande Sylvia.

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  4. Eine Spatzenhymne, wie schön. Das sind ganz gewitzte Vögelchen und im Schwarm sind sie geschwätzig und frech. Ich mag sie sehr. Dein Lied gefällt mir sehr gut und die Vortragsweise erinnert mich ein wenig an die Brecht- Lieder. Sehr gelungen !

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  5. Ich liebe diese frechen kleinen Spatzen sehr und dein Gedicht für ihn ist wirklich sehr schön!
    Genau auch wie dein herrliches Lied in dem Video 🙂
    Einfach KLASSE und so wahr… inhaltlich sowie vom Gesang her liebe Sylvia!
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende wünsche ich dir trotz den noch herumstehenden Umzugskartons 😉

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  6. „steig auf das Dach, zeig nur Geschick,dort hast du einen andren Blick“
    Ja, das ist schon gut gesagt. Und mancher, den wir nicht verstehen, hat eben auch nur einen anderen Blick auf die Welt, einen, der nicht besser oder schlechter ist, sondern einfach nur anders.

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