Symptome


Vor dem Tod fürchte ich mich,
 vor dem HilflosSein,
 nicht vor den Krücken,
 dem Pflegeheim.

Vielleicht ein wenig
 vor Krankheit, Demenz,
 vor geistigem Verfall,
 der Dekadenz.

Es ängstigt mich
 vor dem Krieg alltäglich,
 ich könnt es verschweigen,
 es ist so schändlich.

Kaum wage ich
 es zu ertragen,
 wo ist eigentlich Gott,
 höre ich viele Fragen.

Gott ist dort,
 wo er hingehört,
 vielleicht hat er beim Zusehen
 sich zu sehr empört?

Vor der Zerstörung
 der menschlichen Werte,
 jeder wohl diesen Gott
 entbehrte.

Zornig im November
 Zweitausendundfünfzehn
 krebsen KriegsSymptome
 nicht aus Versehen.

Vor dem Tod fürchte ich mich,
 vor der Angst der Vernunft -
 Unsere Welt hat keine
 neue Unterkunft!

Copyright Sylvia Kling

Auszug aus dem Buch „BruchStücke“, Band I

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Liebe Freunde, LeserInnen und BesucherInnen,

ich wünsche Euch von Herzen ein schönes Wochenende. Eine kleine Information an alle Wartenden: Die Veröffentlichung meines neuen Buches „AufBruch“ wird sich um sieben bis zehn Tage verschieben. Wir lesen uns Ende der nächsten Woche wieder.

Passt gut auf Euch auf,

Eure Sylvia Kling

 

Zum Foto:

Fotograf: Quiessel

Titel: Frieden

URL: http://piqs.de/fotos/36598.html

LIZENZ:

Creative Commons License
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25 Gedanken zu „Symptome

  1. Sehr beeindruckend, liebe Sylvia, diese Zeilen…
    Der Tod ist ein seltsames Ding:
    Wenn wir leben, dann ist er immer irgendwie da, und erzeugt Angst,
    wenn wir nicht mehr leben,
    ist er woanders,
    und wir völlig angstfrei…
    Herzliche Wintergrüße vom Lu

    Gefällt 1 Person

  2. Angst. Ja, Angst hat wahrscheinlich jeder. Das ist uns Menschen wohl eigen. Angst vor dem Tod oder vielmehr vor dem Leben bis dahin. Aber auch Angst vor dem, was sich aktuell abspielt und wo es möglicherweise hinführen könnte. Leider hat Angst aber auch die Tendenz, uns zu lähmen – zu lähmen, aktiv zu werden. Und in diesem Sinne finde ich dann auch das Gegenstück, nämlich Mut und Hoffnung zu machen, sehr wichtig. Beides gehört für mich einfach zusammen – naja, eben die metaphorischen zwei Seiten ein und derselben Medaille. Und dafür, dass Du nicht locker lässt, das immer wieder rüberzubringen, gebührt Dir eine solche 🙂
    Hab einen schönen Sonntag.
    Viele Grüße
    Belana Hermine

    Gefällt 2 Personen

  3. Das ist wirklich sehr schön geschrieben und mit jeder Zeile die ich gelesen habe, habe ich gespürt was drin steht. Die Angst gespürt aber zur gleichen Zeit doch irgendwie auch…Frieden. Ich weiß nicht ob das Sinn ergibt, aber es ist so. Ich habe auch schreckliche Angst vor dem Tod doch dieses Gedicht hilft mir irgendwie. Danke dafür!

    Ich wünsche dir noch einen wundervollen Abend,
    Liebe Grüße,
    Jana

    Gefällt 2 Personen

  4. Es wird schon wieder jut gehen.. oder es ist alles möglich

    Solange noch
    Pflänzchen
    Mauern durchbrechen
    glaube ich
    in Menschenherzen
    können Mauern fallen

    solange noch
    Kinderlachen
    Herzen erweichen
    glaube ich
    Kinder
    in aller Welt
    haben eine Chance

    solange noch
    ein Politiker
    einem anderen
    die Hand reicht
    glaube ich
    Frieden ist möglich

    solange noch
    die Sonne scheint
    glaube ich
    ihre Helligkeit
    durchdringt
    die Dunkelheit
    mancher Menschen Seele

    solange es dann
    im MärzFrühling sprießt
    glaube ich
    die Natur
    wird es schaffen

    solange noch
    Tränen fließen
    glaube ich
    Versöhnung
    kann stattfinden

    solange noch
    Ärzte
    ihren Idealismus bewahren
    glaube ich
    Krankheiten
    können besiegt werden

    solange noch
    Menschen
    sich Zeit nehmen
    für Umarmungen
    glaube ich
    an den Sieg
    …. des Lebens und der Liebe.

    Gefällt 3 Personen

  5. Ich habe auch keine Angst vor dem Tod, denn er gehört zum Leben. Allerdings werde ich dieses Thema in meinen Texten und Gedanken niemals anpacken, denn warum sollte ich mich an so etwas Unvermeidlichem selbst erinnern. Er kommt wie er kommt, der Tod und damit müssen wir uns alle abfinden.
    Ob man sich selbst nicht etwas vormacht, wenn man einerseits ständig trübsinnige Poesie schafft und andererseits den Mitbürgern positives Denken suggeriert? Ich habe da so meine Zweifel (Parallelen zu lebenden oder verstorbenen Bürgern wären rein zufällig) :-/
    LG Alexander

    Gefällt 1 Person

    • Das macht jeder so, wie er das gern möchte – auch ich handhabe das so. Ich bin nicht der Menschen Lebenscoach, sondern schreibe über die Dinge, wie sie mich im Laufe der Jahre berühren, wie sie mir begegnen. Ich schreibe über das, was ich erfahre oder von anderen Menschen aufnehme.
      Dabei lasse ich beinahe kein Thema des Lebens außer Acht, wie meine LeserInnen wissen.

      Man sollte das Gedicht auch schon im gesamten Kontext sehen, im Gedankenverlauf, und nicht einzelne Abschitte daraus entnehmen, um sie zu „sezieren“.
      Für mich ist es keineswegs konträr, einerseits die Menschen anzuregen, sich gegenseitig zuzulächeln oder in den Arm zu nehmen, andererseits auch daran zu erinnern, welche Verantwortung wir unseren Nachfahren gegenüber tragen!
      Erscheint DIR dies trübsinnig, ist das einzig und allein Dein Problem.

      Die Klammer Deines Kommentares ist für mich das Fragwürdigste an Deinen Worten, Alexander – aber ich nehme es so auf und hinterlasse Dir dennoch ein Lächeln.

      Einen schönen Tag wünsche ich Dir!

      Sylvia

      Gefällt 2 Personen

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