Impressionen aus Dessau und mein Schlusswort


Liebe Freunde, LeserInnen und BesucherInnen,

hier zeige ich Euch einige Impressionen aus den Vorbereitungen zur Lesung in der Marienkirche Dessau am vergangenen Samstag:

lesung_dessau_collage1 lesung_dessau_collage2

Auch ein Innehalten vor einem Auftritt ist immer für mich von absoluter Notwendigkeit.

Als einen der Höhepunkte sang ich das Lied „Leute“ (als Gedicht in meinem Lyrikband „AusGeatmet“ enthalten), welches ich 2010 vertonte. Im Dezember diesen Jahres schrieb mir die Dresdner Künstlerin und Musikerin Mila Georgiewa die Musik dazu (Piano) – im Swing-Stil.

Auch andere Höhepunkte gab es.

Hier die Kritik eines Gastes, Anne Welsh:

„Ich liebe Worte, die glühen, die brennen, die sich aneinander fügen und nicht zu bremsen sind.“ Das sagt Sylvia Kling selbst über ihre Lyrik. Und so war auch der Abend in der Dessauer Marienkirche: voller Dynamik, aber auch mit nachdenklichen Tönen. Sie las Ausschnitte aus ihrem Werk von über 500 lyrischen Texten zu gesellschaftlichen Missständen, das Leben, die Liebe. Ein Highlight des Abends war sicherlich ihre Gesangseinlage. Und auch die sensible musikalische Begleitung von „mobwish“ war gefühlvoll auf ihre Texte abgestimmt. Eindringlich auch ihr Appell und Schlusswort: vergesst nicht die Armen in dieser Gesellschaft, die Obdachlosen; Menschen, egal welcher Herkunft.
Ja, Sylvia glüht – für Gerechtigkeit, für Frieden, für das Gute. Ein ergreifender Abend mit einer wunderbaren Frau.“lesung_dessau_anne_welsh

Am Ende der Lesung äußerte ich folgende Bitte, die ich hier gern auch als Bitte an Euch weitergebe:

Es ist kalt geworden. Es gibt Menschen, denen es nicht so gut geht wie uns, die frieren und hungern. Ich hörte in den letzten Wochen wieder überhebliche Stimmen wie ‚Die trinken doch nur Alkohol‘ und denen soll ich helfen?‘ Dies und andere Vorurteile kann ich nicht nachvollziehnen, zumal jedem klar sein müsste, warum diese Menschen Alkohol trinken! Mir ist es völlig gleichgültig, woher diese Armut kommt und wie sie uns begegnet. Es ist und bleibt Armut. Punkt. Gebt ihnen etwas ab, ladet sie zum Kaffee ein, hört ihnen auch mal zu, schenkt ihnen ein Lächeln und etwas Aufmerksamkeit. Ein wenig mehr Menschlichkeit stünde uns allen gut zu Gesicht.

Ich wünsche Euch noch eine gute Woche.

Eure Sylvia Kling

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46 Gedanken zu „Impressionen aus Dessau und mein Schlusswort

  1. Liebe Sylvia, danke für alles Geteilte und Mit-geteilte – das Wort zu den Armen unserer Zeit (in den verschiedenen Gesichtern, in denen Armut sich zeigt)- es liegt an uns, ob wir uns entziehen oder dem nachgeben, was ihr Wort in uns bewirkt.
    Hab eine gute Zeit.
    Guido

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  2. Liebe Sylvia! Es war sicher ein wunderschöner Abend! Ich ziehe (und das meine ich absolut ehrlich) den Hut vor allen Leute wie Ihnen, die sich so bedingungslos für die Obdachlosen einsetzen. Die jede freie Minute auf der Straße und in EInrichtungen verbringen, ja sogar die Obdachlosen zu sich nach Hause einladen und mit Ihnen Kaffee trinken! Die interessante ,,Lesungen der Straße“ anhören,, sich einfach einmal zu den Menschen setzen… und auch jetzt in der Vorweihnachtszeit alle Hände voll zu tun haben, die Leute in ihrem Auto in die Obdachlosenheime zu bringen. Bitte, schreiben Sie doch ein wenig über Ihre Arbeit, Sie haben sicher sehr einprägsame Erfahrungen gesammelt! ich freue mich auf die Schilderung! Eine wunderschöne Vorweihnachtszeit wünscht Ihnen, Nessy Wagner

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    • Liebe Nessy,

      herzlichen Dank für Ihren Kommentar. Auch ziehe meinen Hut vor jenen Menschen, die sich rund um die Uhr – unermüdlich – für Obdachlose engagieren (ich kenne da Leute in der Bahnhofsmission Berlin) und nicht danach fragen, ob sie Applaus dafür bekommen. Für mich bleibt immer wieder mal eine Begegnung und ein glückliches Lächeln und im Rahmen sozialer Projekte verschiedene Auftritte/Lesungen.
      Ich werde auf diesem Blog regelmäßig informieren, wenn diese Projekte stattfinden.

      Herzliche Grüße,
      Ihre Sylvia Kling

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  3. Liebe Sylvia, es ist so schön mitzubekommen, wie schwungvoll Du Deinen Weg gehst! Die Worte „Sylvia glüht“ passen wunderbar für Dich! Ich begegne da einer „brennenden“ Künstlerin in ihren Gedichten und ihrem Engagement! Ja, Hilfe tut Not. Jeder kann dafür seine eigenen Möglichkeiten nutzen… Weiterhin viel Glück undinneres Feuer! Liebe Grüße, Petra

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  4. Dein Schlusswort ist ein sehr wichtiger Aufruf in dieser kalten Zeit!
    Jeder kann und soll es ja so machen, wie ihm das liegt, aber keiner sollte nichts tun!
    Mein Weg: bei uns im Ort gibt es Bettler, die immer wieder da sind. Wir kennen inzwischen auch ihren Lebenshintergrund. Das macht das Geben leichter. Im Anblick so vieler, die Hilfe brauchen, fühlte ich mich zunächst überfordert. Ich habe jetzt ein und dieselbe Person, die –jedesmal wenn ich sie antreffe– eine Geldspende bekommt, aber nicht nur „20 Groschen“, sondern schon einen Betrag, der auch wirklich hilft …
    Lieben Gruß, M.!

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    • Du schreibst wahre Worte und ich bin so froh, dass Du auf diese Art hilfst. Dabei ist es schließlich unerheblich, wie viele es sind, die Du unterstützt. Dieser eine – er ist ganz sicher dankbar für Deine Hilfe. Ich finde das so wunderbar, M.!

      Danke für Deine Zeilen und herzliche Grüße,
      Sylvia

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  5. Liebe Syvia. Ich danke Ihnen herzlich, vor allem für den letzten Absatz! Leider geht vielen Menschen dies Mitgefühl ab. Dennoch möchte ich hier auch einmal sagen, dass (zugegebener Massen nur beschränkt auf die Vorweihnachtszeit) viele Aktionen gibt, in denen Menschen sich beschenken und aufeinander achten. Ich erlebe derzeit viele solche Beiträge auf FB. Wildfremde Menschen sprechen Einladungen aus, damit man nicht alleine ist, Familienwerden gesuch, denen es finanziell nicht so gut geht, und dahin dann ein Weihnachtspaket gesendet usw. Schade, dass es nur auf die 3 Wochen vor Weihnachten beschränkt ist, aber immerhin 🙂 : Ich bin fest davon überzeugt, dass Worte, wie Ihre viel dazu beitragen, Menschen ‚wach‘ zu machen, Empathie zu haben! Und dafür ein dickes Dankeschön! Liebe Grüße Sonja

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    • Vielen lieben Dank, Sonja. Ja, auch ich beobachte, dass Menschen wieder gern helfen. Leider begegnet einem im alltäglichen Leben auch das Gegenteil.
      Hoffen wir, dass die Menschen weiter sensibilisiert werden zu helfen.

      Herzlichen Dank für Deine Worte und liebe Grüße

      Sylvia

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