Unsere Schöne


Unsere Schöne

Sie ist so schön,
beackert, so prall
und trotz des Alters
herrlich drall

da laufen doch,
ihr wollt es (nicht) wissen,
die Wahnsinnskranken
ohne Gewissen,

manche stummdumm
und manche mit Waffen,
wollen sie hochtrabend
noch mehr raffen,

was gestern noch
von Schönheit geprägt,
wird unverdrießlich
in Asche gelegt,

oder erklinget
die GlaubensLeier,
wer trägt – wo – den
falschen Schleier,

da wird es gar
dem Herrgott zu bunt,
der im Anblick seiner
Schöpfung vestummt,

der und die Sterne,
all das HimmelsFinale
schaut auf uns Irre
das MenschleinFatale

(sie hoffen sicher,
dort oben zu bleiben,
als hier unten bei diesem
elenden Treiben)

ihr Mitleid gilt
diesen Hurensöhnen,
die unsere pralle Schöne
verhöhnen

schmerzvoll erkennen sie,
was groß und schön,
wird durch MenschenHand
zugrunde gehn.

©Sylvia Kling

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Dieses Gedicht wird in meinem Lyrikband „AufBruch“ enthalten sein, welcher ca. im Dezember 2016 erscheinen wird. Auch zu meiner Lesung am 10.12.2016 in der Marienkirche Dessau wird dieses Gedicht zu Gehör kommen. Mehr zu dieser Lesung hier:

https://sckling.wordpress.com/lesungentermine/

 

Hinweise zum Urheberrecht:

Das Kopieren und Weiterverwenden von geistigem Eigentum ist aus urheberrechtlichen Gründen nicht gestattet. Alle Weiterverwendungen -außer im direkten Reblogging – bedürfen meiner Genehmigung (siehe auch Impressum).

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23 Gedanken zu „Unsere Schöne

  1. Pingback: Dienstag, den 11. Oktober 2016 | Kulturnews

  2. Das ist traurig schön. Hoffen wir das Beste. Wie heißt es in einem Lied:

    Solang noch eine Nachtigall in unsern Wäldern singt und wir ihr Lied verstehen bringt kein ZUfall ihn Zufall den schönsten Stern in All

    Gefällt 3 Personen

  3. Deine Zeilen liebe ich, auch wenn diese manchmal schmerzvoll zu lesen sind, doch dein letzter Vers ist wohl leider die Wahrheit. Selbst wenn wir Menschlein sofort vernünftig würden, unsere pralle Lebenskugel funktioniert in anderen Zeiträumen, die wir nicht akzeptieren wollen, weil sie so schwer zu begreifen sind.

    Gefällt 4 Personen

  4. Wie wahr!
    Das ist genau ins Schwarze getroffen unsere Situation, die es zu beklagen gibt.
    Aber vielleicht, wenn die vielen Schweigenden endlich sich äußern, vielleicht lässt sich da was ändern??
    Das steht wohl in den Sternen.

    Herzlichen Dank für diesen denkwürdigen Anstoß!
    Lieben Gruß, M.!

    Gefällt 3 Personen

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