Kommen und Gehen


Kommen und Gehen

Endlich Schweigen und Gedanken fließen,
festlich die NachtStille Einzug hält,
Gefühltes kann getrost nun sprießen,
die Tagesschicht ist abgepellt

Ich werd wohl älter und ich registriere,
dass ich in Liebgewordenem verharre
und mag gar sehr alte Reviere,
die Jugend nennt es sicher AltersStarre

Es ziehen Menschen in meinem Leben ein
und machen sich in meinem Herzen unentbehrlich,
doch wenn sie gehen, fühlt mein Herz sich klein,
neuerdings geschieht mir das schon jährlich

Zur vergrämten Alten will ich mich nicht wenden,
bin noch lange nicht am Ende vom Latein,
soll das Kommen und das Gehen auch nie enden
Mein letzter Freund wird der Himbeerstrauch im Garten sein.

©Sylvia Kling

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Dieses Gedicht wird in meinem Lyrikband „AufBruch“ veröffentlicht, welcher ca. Dezember 2016 erscheint.

Ich wünsche meinen Lesern, Freunden und Besuchern einen schönen Restsonntag und morgen einen guten Wochenstart.

Eure Sylvia Kling

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40 Gedanken zu „Kommen und Gehen

  1. Ach – liebe Sylvia – wer will denn dann die Himbeeren noch essen? 🙂
    Quatsch. Es ist ein tolles Gedicht!
    … aber Leute, nehmt das Älterwerden nicht zu ernst. Et küt wie et küt.
    Wichtig ist, dass man bewusst leben kann. Aber das ist nicht immer selbstverständlich – unbewusst geben wir die Steuerung an andere ab. … und merken das erst, wenn es fast schon zu spät ist – oder merken, dass wir nach manchen Gesichtspunkten viele Jahre vergäudet haben.
    Alles Liebe,
    Michael

    Gefällt 2 Personen

    • Ich nehme es nicht zu ernst, „beäuge“ und beworte nur allerlei Themen, wie Du weißt – da wird auch hiervor kein Halt gemacht. 😉
      Ich selbst halte es mit Freude an jedem guten Jahr – und Dankbarkeit.

      Liebe Grüße
      Sylvia

      Gefällt mir

  2. An einem vertrauten Ort verweht zu werden, fände ich sehr tröstlich, ein Friedhof wäre der letzte Ort, den ich mir für mich wünschen würde.
    Liebgewordenes lässt man immer ungern los, das hängt nicht vom Alter ab, Dinge können wir oft für immer bis zu unserem Tod behalten, beim Partner, Freunden werden wir leider nicht gefragt. Kommen und Gehen,es hört nie auf.

    Gefällt 3 Personen

  3. Pingback: Montag, den 19. September 2016 | Kulturnews

  4. Die NachtStille gibt Trost
    die geschäftige TagSchicht kann ruh’n
    Gefühltes kann sprießen
    Genießen und Schweigen

    In Liebgewordenem
    verharren wir zu gerne
    doch Leben ist Bewegung
    stets
    Ruhe und Bewegung
    Verharren und Erwarten

    Und Menschen
    ziehen vorüber
    oder bleiben da
    gehen wieder und bleiben doch
    immer noch

    So sammelt sich
    ein tiefer Schatz
    der bleiben wird
    und bleiben darf
    während Neues mir zukommt
    auf das ich mich freuen darf

    Wer offen bleibt
    trotz allem Bleibendem
    Wer sein Latein
    zu übersetzen weiß
    wer Kommen und Gehen
    lebendig erlebt
    Wer auch Himbeerstrauch
    und Birnbaum schätzt

    kann Weisheit des Lebens
    erahnen
    kann lebendig bleiben
    ganz innen
    kann präsent bleiben
    auch im Gehen …

    Gefällt 2 Personen

  5. Was ich vergessen habe und was mir sehr gefiel (hmmm, das Vergessen – ich sage lieber nichts):
    „Mein letzter Freund wird der Himbeerstrauch im Garten sein.“
    Die Natur kann für viele sehr tröstlich sein.

    Herzliche Grüße
    Hubert

    Gefällt 1 Person

      • Da kann ich Dir nur voll zustimmen. Die Natur ist nicht immer nur freundlich, man denke an die Naturgewalten, wie grausam sie da auch sein kann, oder zum Beispiel in der Tierwelt kann man das gut beobachten. Die Natur ist oft auch blind, so kommt es mir vor.

        Herzliche Grüße
        Hubert

        Gefällt 1 Person

  6. Habe mir erlaubt einen Auszug von „über das Älterwerden“ von Wilhelm Busch zu entlehnen. Wo man sieht, dass beim älter werden viele sich selbst beruhigen und das älter werden immer mehr auf höhere Lebenjahre hochschrauben. Ich will es nur bis 80 hochgehen lassen. Wenn es so weit ist, dann schauen wir einmal…(sagen die Bayern).
    Man muss sich im Alter schon damit abfinden, dass man einiges verliert, es geht ja auch nicht mehr aufwärts. Man stirbt ja nicht in der Blüte des Lebens 😉 (jedenfalls meistens nicht und nicht in der Regel).

    Zwar in den 40 – welche Wende –
    da gilt die 50 fast als Ende.
    Doch in den 50, peu à peu,
    schraubt man das Ende in die Höh‘!

    Die 60 scheinen noch passabel
    und erst die 70 miserabel.
    Mit 70 aber hofft man still:
    „Ich schaff‘ die 80, so Gott will.“

    http://www.spruch.de/Gedicht/631.htm

    Noch ein Spruch von Heinrich Böll:
    „Wie alt man geworden ist, sieht man an den Gesichtern derer, die man jung gekannt hat.“

    Liebe Grüße – Hubert

    Gefällt 4 Personen

  7. Es sind wohl eher die Erfahrungswerte, die uns prägen!
    Und das spiegelt sich dann auch im Altersverhalten wider! Denke ich mal!
    Allerdings wer hilflos ausgeliefert ist, wird auch manchesmal stinkig!

    Dein Gedicht trägt sehr viel Wahrheit in sich, vielleicht ist der einzige und letzte Freund die Natur!

    ❤Grüße Babsi

    Gefällt 2 Personen

    • Immer sind es Erfahrungswerte und ich erhebe – wie Du weißt – nicht den Anspruch, dass jedes meiner Gedichte auf jeden zutrifft. Jeder nimmt es an oder einen Teil oder gar nicht – wie es beliebt.
      Für mich ist es so, so empfinde ich es. Ob es der letzte Freund sein wird – wer weiß, vielleicht auch ein neuer Freund/eine neue Freundin? Vielleicht auch eine Birke ….

      Hab es schön, liebe Babsi und danke für Deine Zeilen,

      liebe Grüße

      Sylvia

      Gefällt 3 Personen

  8. Wundervoll! Du schreibst über „den Wert des Alters“ und die Gedanken, die man sich darüber machen sollte.
    Besonders diese Zeile gefällt mir sehr: „Zur vergrämten Alten will ich mich nicht wenden“ … schön!
    Niemand sollte im Alter zum „bösen alten Knochen“ werden!

    Liebe Grüsse und danke für diese beeindruckenden Zeilen!

    Gefällt 2 Personen

    • Dankeschön, das freut mich sehr!
      Schön ist es, wenn man selbst reflektiert und auch, sich nicht ausschließlich von anderen Menschen abhängig macht. Denn was ist, wenn sie nicht mehr da sind (aus welchen Gründen auch immer)? Bricht man dann zusammen? Liebe und Freundschaft – zwei unverzichtbare Dinge in unserer aller Leben, doch keine Abhängigkeiten.

      Oh, „böse alte Knochen“ sind ganz schrecklich ;-).

      Sei herzlich gegrüßt,
      Sylvia

      Gefällt 3 Personen

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