Keine Zeit mehr


Für gewisse Dinge ist leider:

Keine Zeit mehr

Es ist keine Zeit mehr
sich rauszuhalten
und wenn man es tut,
kommen die geballten
und bleiern dumpfen
Regengüsse,
vorbei wären dann
die süßen Genüsse,
an denen man
reichlich sich erfreute,
gepfändet wäre
das Wohlstandsgeprassel,
was uns listig zerstreute,
dann krieche so manch
verborgene Assel
aus morschverquollnem
Quartiere,
tausende übelverkommne
Gestalten –
und falls es dich interessiere:
Es ist keine Zeit mehr,
sich rauszuhalten.

©Sylvia Kling

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Heute möchte ich Euch auch einen Blog empfehlen: den neuen Blog von Anne-Marit.

Sie musste leider ihren Blog bei einem anderen Anbieter aus technischen Gründen aufgeben. Damit lässt sie viele, ihr lieb gewordene Menschen zurück.  Mit Feingefühl, Tiefsinn und einem wunderbar geschulten LeserAuge schreibt Anne-Marit über die Bücher, die sie liest und lässt uns teilhaben an den kleinen und großen Momenten in der Bücher- und Lesewelt. Außerdem ist sie – als eine meiner Unterstützerinnen – sehr engagiert beim Projekt „GEGEN DAS VERGESSEN“ (auch auf Facebook).

Es würde mich daher freuen, wenn Ihr Anne-Marit auf ihrem Blog besucht und sie in den WordPress-Kreis herzlich aufnehmt:

https://anneslesetagebuch.wordpress.com/

Ich wünsche meinen LeserInnen, Freunden und Besuchern einen guten Wochenausklang und ein zauberhaftes Wochenende.

 

 

Hinweise zum Urheberrecht:
Die Texte dürfen ohne Angabe des Urhebers nicht weiterverwendet werden. Das Zitieren einzelner Textstellen außerhalb dieses Blogs bedarf meiner Zustimmung.

Sylvia Kling

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54 Gedanken zu „Keine Zeit mehr

  1. Danke für das Gedicht. Und es wird bei deinen Lesungen ankommen. Ich denke, diejenigen, die Lesungen besuchen, werden das Gedicht verstehen. Es ist so einfach, sich rauszuhalten in der Hoffnung, dass es sich von selbst (oder durch andere) erledigt. Aber diese Zeit zu warten haben wir nicht. Wehret den Anfängen. Und ich bin der Meinung, dass es immer noch der Anfang ist. Was impliziert, dass es, wenn wir uns raushalten. noch viel schlimmer wird.

    Dennoch ist es schön, liebe Sylvia, dass deine Gedichte und Beiträge nicht immer nur „schwarzdunkel“ sind, sondern das Leben von allen Seiten beleuchten.
    Deshalb, und weil ich weiss, dass deine Lyrik authentisch ist, lese ich deine Beiträge immer sehr gerne.
    Und bleibe danach meist ziemlich lange nachdenklich
    Viele Grüsse
    Jörg

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  2. Hallo Silvia,
    ehrlich, ich mag deine Art zu Schreiben sehr und bewundere immer wieder deine Wortwahl, oder wie du das Versmaß setzt. Und auch hier wieder ganz wunderbar auf den Punkt gebracht, einprägsam, wohlklingend. Ich kann mich nur immer wieder bedanken. Danke.
    Ganz liebe Grüße
    Alex

    Gefällt 1 Person

    • Liebe Alex,
      ich danke DIR herzlich. Das freut mich an diesem Tag ganz besonders.
      Es ist mir sehr wichtig, die Menschen zu berühren oder auch anzuhalten.
      Wenn es mir hin und wieder wenigstens gelingt, bin ich glücklich.

      Ganz liebe Grüße an Dich zurück – aus dem heute verregneten Sachsen,

      Sylvia

      Gefällt 1 Person

      • Nun, mich berühren deine Texte sehr, so wie die anderen, die das hier ja ebenso kund tun :-). Nicht zuletzt, weil sie so treffend geschrieben und formuliert sind. Vom Inhalt natürlich ganz abgesehen. Ich mag was du ansprichst, wie du es ansprichst, denn es deckt sich zumeist mit meiner Meinung oder meinen Gedanken. Und dann ähnelt dein Schreibstil auch oft dem meines Lieblingsdichters. Ist natürlich auch nicht unerheblich für meine Begeisterung für deine Texte :-).

        Ich hoffe, dass sich das Wetter bei euch wieder fangen und schlussendlich sonnig wird und wünsche dir ein schönes Wochenende :-).

        Liebe Grüße aus dem heute zumindest aufgelockerten Bergischen Land
        Alex

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      • Ich hoffe, da ich den Antworten-Link unterhalb deiner Antwort nicht mehr gefunden habe, dass du das hier zuordnen kannst :-). Ich meine herauszulesen, dass es dir nicht gut geht oder dich etwas bedrückt. Das tut mir sehr leid und ich hoffe, dass es bald vergeht und du dich besser fühlst. Ich schicke dir ein bisschen von unserer Sonne hier… wobei ich mich gerade frage, wann es sich eigentlich hier wieder so zugezogen hat. Dann schicke ich dir ein bisschen Sonne von mir.

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      • Ja, liebe Alex, wobei sich Bedrückung und Freude gerade vermischen – auch eine seltene Kombination. Ich bin froh darüber, dass wir jeden Tag, egal, wie alt wir werden, lernen dürfen.
        Es kommt auf uns an, ob wir diese Lehren annehmen ….
        Danke für Deine lieben Worte.

        Ach, Sonne wäre wunderbar. Bei uns hat sich der Regen endlich verzogen, doch von Sonne keine Spur. Nun, das Wetter können wir zumindest nicht ändern ;-).

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      • Jemand, der mir einmal sehr nahe gestanden hat, pflegte zu sagen: „Wer nicht mehr lernt ist tot.“ Ich würde es zwar nicht so krass ausdrücken, aber sonst kann ich dieser Aussage durchaus zustimmen. Egal was es ist, das wir lernen (müssen), es kann uns nur für die Zukunft helfen. Insofern hoffe ich, dass das, was du gelernt hast, für dich einen positiven Aspekt hat oder haben wird.

        Und du hast recht, das ist wohl schon eine der selteneren Kombinationen von Gefühlen. Ich hoffe sehr, dass die Freude am Ende überwiegt und die Bedrückung verdrängt. Da hier wieder die Sonne scheint (es ist wie April, nur wärmer :-)) schicke ich dir eine riesige Portion davon.

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      • Das ist zwar in der Tat sehr extrem ausgedrückt, doch irgendwie auch treffend. Das „tot“ beziehe ich eher auf ein inneres (Ab)Sterben.

        Vielen Dank nochmals für Deine innigen Gedanken, für die ich sehr dankbar bin.
        Meine Mutter pflegt immer zu sagen: „Man kann alt werden wie ne Kuh, man lernt immer noch dazu“ – oder so ähnlich ging das. Schön einfach ausgedrückt, so finde ich, einfach menschlich. Auch das mag ich :-).

        Herzlichen Dank auch für die SONNE :-).

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      • Hallo liebe Silvia,

        ja, ich interpretiere das auch mit innerlichem Absterben und irgendwie ist da ja auch was dran. Wobei mir der Satz von deiner Mutter auch sehr gefällt. Er hat den gleichen Sinn, ist aber viel schöner ausgedrückt :-).

        Und ich danke dir für diesen schönen Austausch. Ich hoffe, heute ist das Wetter bei euch schöner.

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  3. Das ist wieder einmal, wie schon oft, ganz eindrucksvoll genau auf den Punkt gebracht!
    Ob Du ein Liebesgedicht schreibst oder ein politisches / gesellschaftliches Statement, Du erreichst eine Tiefe und Intensität in Deiner Aussage, die „trifft“ und betroffen macht! Die Liebe und das gesellschaftliche Engagement schließen sich nicht aus, sie sind beide sehr wichtig und für unseren LebensWert unabdingbar.

    Vielen herzlichen Dank, dass Du das so offen und unmissverständlich ausdrückst!
    Lieben Gruß und ein schönes Wochenende, M.!

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  4. Pingback: Keine Zeit mehr — Sylvia Kling – Literatur | HausDerWerte

  5. Liebe Sylvia,
    das sollten sich die Menschen ganz groß auf die Fahne schreiben. Du findest immer die richtigen Worte.

    Vielen lieben Dank für die Vorstellung meines Blogs, der gerade erst aus der Taufe gehoben wurde. Ich freue mich schon aufs Füllen.

    Liebe Grüße
    Anne-Marit

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  6. Ich weiß, dass du sehr gut einschätzen kannst, wofür es wann Zeit gibt und wofür nicht – und dass du in der vorhandenen Zeit das nötige tust.
    Es ist zu hoffen,dass dein Gedicht alle – oder weingstens einige – aufrüttelt.
    Nicht alle werden es gut finden, aber das darf dich nicht stören!

    Herzlich

    Werner

    Gefällt 1 Person

    • Danke, lieber Werner.
      Nun, ich habe nicht den Anspruch, dass ein Jeder jeden einzelnen meiner Texte gut findet. Wer diesen Anspruch hat, der verliert sich selbst. Und nichts ist schlimmer für einen Künstler, wenn er sich selbst in seinen Arbeiten nicht mehr wiederfindet und den Kontakt zu sich selbst verliert.

      Thomas Berger, ein Autor, den ich sehr schätze (2012 erhielt er den Inge-Czernik-Förderpreis für Lyrik, 2014 den Sprachpreis des „Verein Deutsche Sprache“ – ich „traf“ ihn auf Facebook und habe sein neues Buch „Worte in Stein“ vor mir liegen), schrieb mir kürzlich:

      “ … das Ausklammern solcher Begebenheiten durch manche Menschen entstammt wohl dem nicht ganz unverständlichen Bedürfnis nach Harmonie. Die Kunst kann sich eine solche Idylle nicht leisten. Das läge unter ihrem Anspruch, dem Leben nahe zu sein.“

      Herzliche Grüße

      Sylvia

      Gefällt 1 Person

  7. Nichts belastet unsere Gesellschaft mehr als das Raushalten am Leben selbst. Die Geschichte sollte gerade hierzulande uns dies gelehrt haben. Umso wichtiger, stets darauf hinzuweisen, wenn eine gewisse Lethargie und Politikverdrossenheit sich mal wieder etablieren will, um das gemeine Volk abzulenken. Gerade deshalb können wir Kunstschaffende vermittelnd eingreifen, helfen, die Augen nicht zu verschließen. Danke für Dein Gedicht, welches mit dazu beiträgt.

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  8. Pingback: Donnerstag, den 04. August 2016 | Kulturnews

  9. Das gefällt mir jetzt so richtig gut. Sehr gut. Von denen,die ich von dir kenne, das beste, sag‘ ich jetzt mal ganz subjektiv spontan.
    Sag mal – diese paar deutlich politischen Gedichte von vor paar Wochen wollte ich in Ruhe lesen,weil ich zu der Zeit zu viel um die Ohren hatte und jetzt bin ich zu doof, sie auf deinem Blog zu finden. Habe die ein bestimmtes Suchwort?

    Gefällt 2 Personen

    • Na, es soll doch für jeden Geschmack etwas dabei sein (deshalb: „subjektiv“ ist der richtige Ausdruck und auch in Ordnung) … :-).

      Ich kann die politisch/gesellschaftlich unterlegten gern mal raussuchen und Dir die Links hier schicken. Allerdings dauert es etwas, da ich gerade 200 Gedichte für „BruchStücke“ I und II korrigieren und lektorieren muss.
      Ich gebe mir aber Mühe, Dich nicht zu lange warten zu lassen. Stichwort ist meist: „Gesellschaft/Mensch/Politik“ – diese benutze ich bei dieser Thematik zumeist.

      Liebe Grüße

      Sylvia

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