Du fragst


Du fragst

Du fragst,
was mich belebt,
es ist dein schlichtes Dasein,
welches mich lieblich umschwebt,
es ist dein zartes Wort,
nach deiner Spur ich spähe,
es ist dein leichtes Sein,
es atmet mich in deine Nähe

Du fragst,

was ich in dir suche,
ich suche nach deinem Treiben,
in meiner Welt ist noch Platz
für dein vollendetes Bleiben,
ich suche nach deinem Finden,
dem wirbelnden Tanz der Leiber,
die sich noch im Morgenlicht winden,
die Sehnsucht trägt schwingende Kleider

Du fragst,

ob ich suche
nach der Unendlichkeit,
und weinst in die Sterne hinein,
doch flüstert nur ewig
des Augenblickes Zeit:
Es kann einfach nur
Liebe sein.

©Sylvia Kling

Sylvia Kling

Liebe LeserInnen, Freunde und BesucherInnen,
nach der  „Sättigung“ mit schweren Wortgeschützen ist wieder Raum für „LichtWorte“, denn nichts ist wichtiger als die Liebe in dieser ZeitenSchwere.

Ich wünsche allen einen wunderbaren Sonntag und morgen einen guten Start in die neue Woche im August.

Eure Sylvia Kling

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39 Gedanken zu „Du fragst

  1. Wenn das schlichte Dasein eines Menschen
    so viele Spuren in mir hinterlässt,

    wenn ich dieses AnwesendSein als Umschweben,
    die Worte als zart und die Nähe als atmend empfinde,

    wenn ich sein Treiben unbedingt suche,
    seinem BeiMirBleiben ausdrücklich Platz einräume,

    wenn wir uns dann finden
    wie in einem endlos wirbelnden Tanz unserer Leiber,

    wenn wir uns am Morgen immer noch winden,
    und die Sehnsucht dies alles bekräftigt,

    dann ist es eine Ahnung von Unendlichkeit
    wie ein Weinen in den Sternenhimmel hinein

    dann sind es immer wieder die Augenblicke
    die eines nur sein können:

    Liebe.

    (Dein Gedicht hat eine so ungemein schöne
    und starke Ausdruckskraft, dass es mich wieder
    und wieder beschäftigt …)

    Lieben Gruß, M.!

    Gefällt 1 Person

  2. keine Frage
    nur dein Dasein allein
    schlicht und einfach
    macht mir Leben

    jedes Wort
    jeder Schritt
    jeder Atemzug
    will ich erspähen, aufnehmen, spüren

    dein Treiben
    dein Bleiben
    suche ich
    ersuche ich

    ich suche
    wir finden
    tanzen und wirbeln
    im Morgen immer noch

    Sehnsucht schwingt mit

    du fragst
    ich suche
    Unendlichkeit im Augenblick
    Liebe

    Du hast in Deiner Dir ganz eigenen Weise
    wieder mal ein wunderschönes Liebesgedicht
    geschaffen! Es rührt in Deiner Wortwahl so
    sehr tief an!

    Vielen Dank!
    Lieben Gruß, M.!

    Gefällt 1 Person

  3. Nach der Sättigung, die ich noch nicht ganz „verdaut“ habe (das heiißt, die mich immer noch beschäftigt), tut dieses neue SonntagsLichtGedicht wirklich gut. Ich bin zur Zeit auch ein wenig „dazwischen“. Zwischen enttäuschter Machtlosigkeit, dem Bedürfnis mutig NEIN zu sagen zu so vielem, was nicht sein darf, der Zuversicht und Hoffnung, dass doch vieles gut wird….
    Ja, wir brauchen LICHT und LIEBE!
    Danke dir herzlich und grüße mit Wünschen für ein gute Woche
    Werner

    Gefällt 2 Personen

  4. Danke Sylvia. Wir brauchen solche „Lichtworte“. Das andere wird ja darüber nicht vergessen. Es ist schön, in solche Lyrik tauchen zu können, sich ein wenig auszuruhen von allem anderen. Gibt es Kraft für „die nächste Runde“, oder nur „Auszeit“? Bei jedem ein wenig anders, aber meiner Meinung nach wichtig.
    Und deshalb ein Danke an dich, die du sehr wohl „Licht Worte“ schreiben kannst, als auch an „Schatten“ nicht vorbei gehst.

    Gefällt 2 Personen

  5. Pingback: Sonntag, den 31. Juli 2016 | Kulturnews

  6. Liebe Sylvia,
    Was für ein herrliches Gedicht du da wieder geschrieben hast!
    Da gibt es so schöne Stellen, die ich immer wieder wiederholen könnte:
    „Du fragst,
    was mich belebt,
    es ist dein schlichtes Dasein…“,
    oder
    „es atmet mich in deine Nähe“
    oder
    „doch flüstert nur ewig
    des Augenblickes Zeit…“
    Ja, sich den „Raum für Lichtworte in dieser Zeitenschwere “ mit Kraft, Klugheit, Überzeugung und Konsequenz nehmen, kann Hass manchmal vom Platz weichen lassen…
    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag ! Petra

    Gefällt 2 Personen

    • Liebe Petra,

      ich danke Dir von ganzem Herzen.
      Und ja, gerade Deine Worte:
      „… sich den „Raum für Lichtworte in dieser Zeitenschwere “ mit Kraft, Klugheit, Überzeugung und Konsequenz nehmen, kann Hass manchmal vom Platz weichen lassen…“ sind es, die mich trotz dieser bewegenden und aufrüttelnden Zeiten immer wieder anhalten, auch der Liebe als „KraftFeld“ genügend Raum zu geben.
      Du weißt ja, ich sehe es als einen großen Teil meiner Arbeit an, sich den Fragen der Zeit – auch mit Überspitzungen (wie in „Sättigung“) – zu stellen.

      Eine Leserin schrieb mir kürzlich, ihr würde ein Künstler suspekt vorkommen, der sich nicht AUCH mit den aktuellen Vorgängen in Gesellschaft und Politik auseinandersetzen würde. Diese Aussage hat mich bewegt, die sie zu einem Text von Peter schrieb („Die Künstler sind artig geworden“ – kennst Du ihn?).

      Liebe stärkt uns und diese Stärke brauchen wir in den Zeiten der Schwächen.

      Ich sende Dir herzliche Grüße aus dem heute – endlich – etwas kühleren Sachsen,

      Sylvia

      Gefällt 1 Person

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