„BruchStücke“ und „Der Lebenston“


Liebe LeserInnen und BesucherInnen, liebe Freunde,

mit der Beendigung meines Urlaubes ist es fast soweit:

In wenigen Wochen geht mein Doppelband „BruchStücke I“ und „BruchStücke II“ in Druck. In jedem Band sind jeweils 101 Gedichte zu lesen. Die Gedichte stammen aus den Jahren 2015/2016. Es wird thematisch wieder eine bunte Mischung sein.

Für BruchStücke wird diesmal zeichnen:

©Emiel Claudio Donath (Emiel Donath), 18 Jahre alt, Meißen

Ich freue mich sehr, dass ich Emiel als Zeichner gewinnen konnte und freue mich über unsere Zusammenarbeit.

Es wird wohl nie anders sein und so hoffe ich das auch:

Ich bin aufgeregt wie ein Kind vor Weihnachten. Es ist so spannend, wenn sich Bücher in der Entstehungsphase befinden. Das Lektorat, Korrekturat (ja, auch bei Lyrik ist beides notwendig) und die Überlegungen zur Danksagung sowie Widmung sind noch in Arbeit. Besonders spannend jedoch ist für mich diesmal das Buchcover. Mein Mentor hat mich hierzu ausführlich beraten: Es wird zwischen den zwei Büchern einen Zusammenhang geben – mehr verrate ich noch nicht. Nun bin ich natürlich neugierig, wie sich Emiel inspirieren lässt.

Am 01.08.2016 ist das geplante Erscheinungsdatum. 🙂 Nach wie vor gibt es keine E-Books von mir. Ich stehe zu meinen Ansichten. Auf Wunsch kann ich gesonderte Taschenbücher drucken lassen.

Bleibt gesund und habt eine schöne Zeit. Bis nächste Woche,

Eure Sylvia Kling

Hier ist ein Gedicht aus BruchStücke mit einer Zeichnung von Emiel Donath:

Der LebensTon

Es naht die Zeit
so langsam unheilvoll,
die Unlust
Neues zu beginnen,
die Glieder fordern
ihren Zoll,
aus der einsten Jugend
Tränenströme rinnen

Das leergewordne,
früher so lebendge Haus
wird bewachsen so wie
deine neue Gram,
selbst der Gartenzwerg
zieht seine Nase
kraus,
ohne Rücksicht wohl
auf deine AltersScham

Die Kinderschaukel
knarrt in letzter Kraft,
sehnt sich auch nach
quicklebendig Lachen
und die Rosen verlieren
ihre LeuchtesKraft,
nur die Einsamkeit
scheint zu erwachen

Nun braucht es Tücke,
in den Spiegel nicht zu
sehen,
wo von Blüte nichts
mehr übrig ist,
wo die Falten sind
im ZeitenFlehen,
nur Gewohnheit noch
das Atmen nicht vergisst

Glaubst du denn,
die andern altern nicht?
Denkst du, sie würden jeden
Morgen fröhlich singen?
Sieh die Zeit einfach als
LebensTon,
nur durch dich kann
würdevoll er klingen.

sk_initialien_1

©Sylvia Kling

©Emiel Claudio Donath (Emiel Donath), 18 Jahre alt, ©Emiel Claudio Donath, 18 Jahre alt, Meißen

©Emiel Claudio Donath (Emiel Donath), 18 Jahre alt,  Meißen

Wichtige Hinweise zum Urheberrecht:

Das Kopieren der Zeichnung ist nicht erlaubt!
Der Text darf ohne Angabe des Urheberrechts nicht kopiert oder weiterverwendet werden. Auch das Zitieren einzelner Textstellen bedarf meiner Zustimmung.

Sylvia Kling

Advertisements

52 Gedanken zu „„BruchStücke“ und „Der Lebenston“

  1. Pingback: Donnerstag, den 14. Juli 2016 | Kulturnews

  2. Dein Gedicht LebensTon enthält einige Ansichten, die für mich mich persönlich (74 -jährig) Fragen für „wie hast Du dir das gedacht“ offen lassen. Wer im Leben neugierig bleibt, für den bietet das Altern ein faszinierender Lebensabschnitt, der Zeit für Lebenslust und viele Möglichkeiten bietet, eigenen Interessen und Träumen nachzugehen.

    Jemand hat im Kommentar geschrieben, das Gedicht ist sehr schön und melancholisch geschrieben. Ich empfinde es ebenso, ergänzen sich doch Gedicht und Zeichnung wunderbar.

    Ich kann deine eingangs erwähnte Aufregung sehr gut verstehen und wünsche Dir und Emiel ganz viel Erfolg.
    Ernst

    Übrigens finde ich dein Signet SK sehr schön, aber wie oben angebracht zu dominant. Es ist meiner Meinung nach zu gross bezogen auf die feine Schriftart des Gedichtes und passt in dieser Grösse schlecht zwischen das Gedicht und ©. „Weniger wäre mehr“. Fasse das bitte nicht als Kritik auf, es ist nur meine persönliche Empfindung.

    Gefällt 2 Personen

    • Vielen lieben Dank für Deinen wunderbaren Kommentar.

      Ich beobachte im Alltag, dass viele Menschen in dieser Phase des Lebens sehr unterschiedlich damit umgehen. Viele geben sich auf (lassen sich regelrecht gehen – hier im Osten des Landes häufig der Fall – ich gehe dazu jetzt nicht in die Tiefe, da es den Rahmen sprengen würde), manche wiederum (körperlich noch voll in Form) arbeiten sehr viel und gönnen sich weder Zeit für sich, noch nehmen sie sich den Raum für Träume und eigene Wünsche, manche leben endlich das, was ihnen früher (mit Kindern, im Arbeitsleben, vielerlei Verpflichtungen) nicht möglich war.
      Wir in einem anderen Kommentar erwähnt, entstand das Gedicht nach der Begegnung mit einer Frau und einigen Gesprächen.
      Hach, jetzt ist sie neugierig geworden, wie Du so treffend schreibst: Sie bereist viele Länder und be-lebt ihr Leben. Ich hoffe, viele andere lassen diesen LebensTon auch erklingen.

      Ich sehe mir die Initialen nochmals am Nachmittag am PC an. Danke für Deine Empfehlung. Normalerweise setze ich es neuerdings unter das c, wenn ich keine visuelle Untermalung nutze.

      Herzliche Grüße aus dem heute verregneten Sachsen

      Sylvia

      Gefällt 2 Personen

  3. Auch ich freue mich sehr für Euch und darüber was da entsteht. Dieses Gedicht spricht mich an und ja trotz aller Schwere in den Zeilen, ich muss lächeln. Schön, wenn man Lachfalten spürt. Ich selbst arbeite daran, dass die Lebenslinien die sich in mein Gesicht nach und nach eingraben, möglichst lachende werden. Denn diese erinnern einen auch im Alter an all das Glück das einem begegnet ist und erinnern daran, dass man ihm auf der Spur bleiben sollte. Und die anderen, die sich wie von selbst dazu malen…nun, für die hat man schließlich auch gelebt und ich denke, sie wünschen sich mit Würde getragen zu werden. Dir und Emiel wünsche ich einen guten gemeinsamen Weg. Liebe Grüße San

    Gefällt 2 Personen

    • Vielen lieben Dank! Ich freue mich sehr über Deine Worte.
      Jede einzelne Falte könnte eine eigene Geschichte erzählen – so stelle ich es mir bildhaft vor.
      Was würden sie alles erzählen: nicht nur Erlebtes, „Getragenes“, Ertragenes, auch Verdrängtes oder Verborgenes.
      Du hast es wunderbar formuliert: „Sie wünschen sich, mit Würde getragen zu werden.“

      Herzlichen Dank für die Wünsche.

      Liebe Grüße
      Sylvia

      Gefällt 2 Personen

  4. Dein Gedicht ist sehr schön geschrieben, dabei sehr melancholisch und ,,echt“! Du hast die Gefühle vieler alter Menschen sehr treffend ausgedrückt. Den ,,Ratschlag“ am Ende , den ,,Lebenston“ würdevoll klingen zu lassen, lässt sicherlich viel Raum für Interpretation. Was ist ,,Würde“ in dem Zusammenhang eigentlich?
    * fröhlich ob der schönen Tage, die einem geschenkt wurden?
    * dankbar ob des Glückes, das einem widerfahren ist?
    * demutsvoll ob der Gnade, die einem wiederfahren ist, als man Mist gebaut hat?
    *oder gar stolz ob der Dinge, die man gut gemacht hat?

    Alles Liebe und allen einen wunderschönen Sommer, Nessy (happyhealthytrendy.com)

    Gefällt 1 Person

    • Vielen Dank für Deinen intensiven Kommentar. Du zumindest hast es so erfasst, wie ich es beim Schreiben empfinde. Raum für Interpretationen ist zumeist gut.

      Auch Dir wünsche ich einen schönen Sommer und hoffentlich noch einige sonnige Tage.

      Gefällt 1 Person

  5. Die Zeit, der LebensTon, darauf muss man erst mal kommen!
    Du schaffst immer wieder verblüffende Kombinationen
    bei WortNeuSchaffungen oder WortKombinationen und WörterGruppen,
    die ungeahnte neue Bilder entstehen lassen, und dazuhin sehr stimmig sind!

    Die Zeit naht nur da unheilvoll,
    wo wir das Altern als Last begreifen.
    Neues beginnen kann ich jeden Tag
    und Tag für Tag …

    In der einsten Jugend
    da waren andere Prioritäten,
    in der jetzgen Reife
    neue Qualitäten!

    Das Haus wird leer
    du kannst es füllen
    mit Ideen, Werken, Pflanzen, Tieren,
    vor allem aber auch mit Menschen!

    Und wenn der Gartenzwerg
    eine krause Nase zieht
    dann kriegt er was zu hören,
    ja zu staunen, verwittert doch auch er …

    AltersSchamLos
    setz‘ ich mich auf die Schaukel,
    die nicht nur für Kinder knarrt,
    sondern aller SchaukelLustigen harrt!

    Ist LeuchtesKraft nicht auch von innen?
    Schau in den Spiegel, wenn du’s sehen kannst!
    Auch Trockensträuße haben ihren Charme,
    wenn von Blüte das noch übrig ist!

    Die Zeichen des Lebens sind Narben, Spuren, Falten,
    frag‘ die Alten!
    Wir alle geben unserem Leben
    den uns eigenen Ton!

    Also, würdevoll,
    tatenhungrig,
    fröhlich,
    LebensLustig!

    Gefällt 2 Personen

  6. Myriade hat ja so recht. Einfühlsam hat er dein Gedicht in ein Zeichnung umgesetzt – genauso einfühlsam wie du dich der Lebensphase älterer Menschen genähert hast. Jede und Jeder in meinem Alter wird sich da in irgendeiner Form wiederfinden. DANKE!

    Gefällt 1 Person

  7. Hach wie aufregend! Schön daran teilzunehmen!

    Und ja….Ich dachte nur die anderen altern und ich nicht.😎

    Die Idee mit dem Lebensmonat und Würde gefällt mir….Das hat was.

    Und das Bild passt zu Deinem Gedicht. Es verlockt zum immer wieder betrachten.

    Ich bin begeistert.😊

    Gefällt 3 Personen

    • Danke, liebe Gertrud.

      Die Idee zum Gedicht kam mir nach einem Gespräch mit einer 60-jährigen Frau. Sie war einsam und schon ziemlich verbittert. Doch sie tat auch nichts dagegen, sperrte sich gegen alles Schöne, alles, was sie hätte wieder lebendiger werden lassen können.
      Heute reist sie durch die Welt (schön, oder?). Es ist so wunderbar, wenn man den LebensTon zum Klingen bringt.
      Es ist auch nicht gut, die Jugend zu glorifizieren. Jede Phase des Lebens hat seinen eigenen Reiz und Reife ist doch faszinierend – finde ich. Erst auf FB hatte ich mich darüber mit dem Autor Thomas Berger „unterhalten“ (einen Autor, den ich im Übrigen sehr schätze).

      Ich freue mich sehr, dass Dir auch die Zeichnung von Emiel gefällt.

      Sei herzlich gegrüßt,

      Sylvia

      Gefällt 3 Personen

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s