Du fragst


Du fragst

Du fragst,
was mich belebt,
es ist dein schlichtes Dasein,
welches mich lieblich umschwebt,
es ist dein zartes Wort,
nach deiner Spur ich spähe,
es ist dein leichtes Sein,
es atmet mich in deine Nähe

Du fragst,

was ich in dir suche,
ich suche nach deinem Treiben,
in meiner Welt ist noch Platz
für dein vollendetes Bleiben,
ich suche nach deinem Finden,
dem wirbelnden Tanz der Leiber,
die sich noch im Morgenlicht winden,
die Sehnsucht trägt schwingende Kleider

Du fragst,

ob ich suche
nach der Unendlichkeit,
und weinst in die Sterne hinein,
doch flüstert nur ewig
des Augenblickes Zeit:
Es kann einfach nur
Liebe sein.

©Sylvia Kling

Sylvia Kling

Liebe LeserInnen, Freunde und BesucherInnen,
nach der  „Sättigung“ mit schweren Wortgeschützen ist wieder Raum für „LichtWorte“, denn nichts ist wichtiger als die Liebe in dieser ZeitenSchwere.

Ich wünsche allen einen wunderbaren Sonntag und morgen einen guten Start in die neue Woche im August.

Eure Sylvia Kling

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Sättigung – mit Probemitschnitt (YouTube) zur Lesung


 Sättigung

Ich habe es satt
brav zu sein,
die feingewölbten Worte
klagen in meinen Ohren,
entartet ist die Lust
des Schreibens,
es wuchert zu viel
Schmutz auf dieser Welt –

und aus mir sich die
Wahrheit pellt

Ich habe es satt
dem Hass zum Untertan zu sein,
diese ewigen Höhlenmenschen
gutgewortet noch zu schonen,
wie sie krampfhaft heidnisch
aufrecht gehen,
damit niemand sie erkennt –

die Affenhaare
vom Kostüme trennt

Die MöchtegernZivilisierten
haben ihre
Seelen längst verkauft,
ihre Herzen suhlen
kräftig schlagend
sich im Dreck,
gestaltlos ist
das fremde Blut
und dürstge Kehlen brauchen
teuren Wein –

kommt, schlachtet noch
ein armes Schwein!

So viele möchteschöne Menschen
seh ich in der Stadt
fein herausgeputzt,
aus auf neue AugenBeute
jenseits aller ArmutSchande,
wie eitle Pfauen stolzieren
sie und werfen Münzen
in den KleiderStaat –

damit sich weiter dreht das GierigRad

Ich habe es satt,
diese Masken noch zu sehen,
wie sie sich winden
in ihrer OberflächenFäulnis,
Monumente der Vergängnis,
diese Verkleideten,
reist ihnen die Flüchtigkeit
vom Leibe –

und seht was übrig bleibe.

©Sylvia Kling

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Gelesen zur Lesung in Dresden am 25.06.2016 vom Dresdner Künstler HC Schmidt, von mir mit Gitarrenklängen von „mobwish“ gelesen und hier zu sehen/hören. Es handelt sich hierbei um den Mitschnitt einer Probe. 

Es dauert nicht lange ;-)! 

 

Liebe LeserInnen, Freunde und BesucherInnen,

ich wünsche allen eine noch angenehme Restwoche.

Eure Sylvia Kling

 

 

 

 

 

Wichtige Hinweise zum Urheberrecht:

Der Text darf ohne Angabe des Urhebers nicht weiterverwendet oder kopiert werden. Auch das Zitieren von Textstellen bedarf meiner Genehmigung.

Gewissensfragen


GewissensFragen

Ich hätte gern ein ruhiges Gewissen,
wenn ich von dieser Welt mal scheide,
ich geh nicht gern mit tiefen Bissen,
wenn meinen kalten Leib ein Weißgewand bekleide

Die LeibesLust hab ich mit Freuden wohl empfunden,
und Liebe war mir gar oft viel zu schal,
auch sterben wollt ich schon in düstren Stunden,
gespottet hab ich auch schon manches mal

Doch hab ich niemandem den Tod gebracht
und keinem schweres Leid getan,
ich wollte über niemanden die Macht
und schmiedete keinen bösen Plan

Der Natur hab ich nichts Schreckliches bereitet,
gesündigt habe ich wie jede andre AlltagsFrau,
meine Flüche hab ich mit wenig Hass begleitet,
ängstlich war ich in Kindertagen sehr beim Klau

Die schweren Taten hab ich nicht vollzogen,
so könnt ein ruhigleichtes Herz im Grabe liegen,
doch in den Versen wird die Wahrheit wortgewogen:
Was hab ich alles (vor mir selbst) verschwiegen?

©Sylvia Kling

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Wichtige Hinweise zum Urheberrecht:

Der Text darf ohne Angabe des Urhebers nicht weiterverwendet oder kopiert werden. Auch das Zitieren von Textstellen bedarf meiner Genehmigung.

Dieses Gedicht ist in meinem Lyrik-Doppelband „BruchStücke“ – Ende August – erschienen.

 

Liebe LeserInnen, Freunde und BesucherInnen,

vielleicht regt den einen oder anderen dieses Gedicht zum Nachdenken an.

ich wünsche allen ein wunderschönes SommerWochenende! Lasst uns über die Sonnentage freuen, denn Regen und Unwetter gab es genug.

Bis nächste Woche und bleibt gesund,

Eure Sylvia Kling

Juli Zweitausendsechzehn (auf türkisch)


Juli Zweitausendsechzehn (auf türkisch)

Wer hätte das gedacht,
wieder sprechen wir über die Tode,
alle Tage werden Signale überbracht:
Der Frieden krächzet marode

Im Jahre sechzehn, am 15. Juli
rollt ein türkischer Stein
über das Lamm der Demokratie,
und nimmt dem Recht das Sein

Da putschet das Militär
wie ein hilfloser Dilletant,
Erdogan öffnet das höllische Wehr
und säubert wortmordgewandt

Regierend hackt der Osmane,
schlägt kläffend kreuz und quere,
formt sich hohle Staatsorgane,
dem kranken Geist zur Ehre

An einem Tag, in einer Nacht,
wird abgestumpft eliminiert,
schon wieder ein Irrer an der Macht
und ein Volk hypnotisiert.

Wer hätte das gedacht,
Duran Adam“ in Istanbul
als stiller Protest einst gewacht,
bedarf Erweiterungsmodul.

©Sylvia Kling

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„Duran Adam“ heißt „Stehender Mann“.

„Nachdem am 17. Juni ein stadtweites Demonstrationsverbot über Istanbul verhängt worden war, stellte sich der Künstler Erdem Gündüz in der folgenden Nacht stundenlang auf den Taksim-Platz und blickte in einer Art Steh-Performance in Richtung des vom Abriss bedrohten Atatürk-Kulturzentrums.[161] Dieses Verhalten wurde rasch über Twitter als duran adam (also (still-)stehender Mann) bekannt und als stiller Appell für das Fortbestehen der Türkei als ein laizistischer Staat in der von Atatürk vertretenen Weise gedeutet, also ohne Einfluss der Religion auf die Politik.[578][726] In der Folge verbreitete es sich als passive Widerstandsform in der gesamten Türkei auf öffentlichen Plätzen.“

Wikipedia

Wikipedia

Mehr dazu hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Proteste_in_der_T%C3%BCrkei_2013#.E2.80.9EStehender_Mann.E2.80.9C_.28duran_adam.29

Veröffentlicht wurde das Gedicht heute auch auf der Webseite von Wemeze:

Juli Zweitausendsechzehn (auf türkisch)

 

Wichtige Hinweise zum Urheberrecht:

Der Text darf ohne Angabe des Urhebers nicht kopiert oder weiterverwendet werden. Auch das Zitieren einzelner Textstellen bedarf meiner Zustimmung.

Sylvia Kling

 

„BruchStücke“ und „Der Lebenston“


Liebe LeserInnen und BesucherInnen, liebe Freunde,

mit der Beendigung meines Urlaubes ist es fast soweit:

In wenigen Wochen geht mein Doppelband „BruchStücke I“ und „BruchStücke II“ in Druck. In jedem Band sind jeweils 101 Gedichte zu lesen. Die Gedichte stammen aus den Jahren 2015/2016. Es wird thematisch wieder eine bunte Mischung sein.

Für BruchStücke wird diesmal zeichnen:

©Emiel Claudio Donath (Emiel Donath), 18 Jahre alt, Meißen

Ich freue mich sehr, dass ich Emiel als Zeichner gewinnen konnte und freue mich über unsere Zusammenarbeit.

Es wird wohl nie anders sein und so hoffe ich das auch:

Ich bin aufgeregt wie ein Kind vor Weihnachten. Es ist so spannend, wenn sich Bücher in der Entstehungsphase befinden. Das Lektorat, Korrekturat (ja, auch bei Lyrik ist beides notwendig) und die Überlegungen zur Danksagung sowie Widmung sind noch in Arbeit. Besonders spannend jedoch ist für mich diesmal das Buchcover. Mein Mentor hat mich hierzu ausführlich beraten: Es wird zwischen den zwei Büchern einen Zusammenhang geben – mehr verrate ich noch nicht. Nun bin ich natürlich neugierig, wie sich Emiel inspirieren lässt.

Am 01.08.2016 ist das geplante Erscheinungsdatum. 🙂 Nach wie vor gibt es keine E-Books von mir. Ich stehe zu meinen Ansichten. Auf Wunsch kann ich gesonderte Taschenbücher drucken lassen.

Bleibt gesund und habt eine schöne Zeit. Bis nächste Woche,

Eure Sylvia Kling

Hier ist ein Gedicht aus BruchStücke mit einer Zeichnung von Emiel Donath:

Der LebensTon

Es naht die Zeit
so langsam unheilvoll,
die Unlust
Neues zu beginnen,
die Glieder fordern
ihren Zoll,
aus der einsten Jugend
Tränenströme rinnen

Das leergewordne,
früher so lebendge Haus
wird bewachsen so wie
deine neue Gram,
selbst der Gartenzwerg
zieht seine Nase
kraus,
ohne Rücksicht wohl
auf deine AltersScham

Die Kinderschaukel
knarrt in letzter Kraft,
sehnt sich auch nach
quicklebendig Lachen
und die Rosen verlieren
ihre LeuchtesKraft,
nur die Einsamkeit
scheint zu erwachen

Nun braucht es Tücke,
in den Spiegel nicht zu
sehen,
wo von Blüte nichts
mehr übrig ist,
wo die Falten sind
im ZeitenFlehen,
nur Gewohnheit noch
das Atmen nicht vergisst

Glaubst du denn,
die andern altern nicht?
Denkst du, sie würden jeden
Morgen fröhlich singen?
Sieh die Zeit einfach als
LebensTon,
nur durch dich kann
würdevoll er klingen.

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©Sylvia Kling

©Emiel Claudio Donath (Emiel Donath), 18 Jahre alt, ©Emiel Claudio Donath, 18 Jahre alt, Meißen

©Emiel Claudio Donath (Emiel Donath), 18 Jahre alt,  Meißen

Wichtige Hinweise zum Urheberrecht:

Das Kopieren der Zeichnung ist nicht erlaubt!
Der Text darf ohne Angabe des Urheberrechts nicht kopiert oder weiterverwendet werden. Auch das Zitieren einzelner Textstellen bedarf meiner Zustimmung.

Sylvia Kling

Geheimnisvoll


Geheimnisvoll

Wimpern schlagen wie süße Schmetterlinge,
rotgoldfarben wie die Sonne im Untergehen,
durch deine Haut atmet die Liebe,
mein Herz reibt sich an deinem SehnsuchtsFlehen

Ein Wispern dringt durch die SommerNacht,
meine Tränen trocknen auf den deinen,
grasgrüne Augen mir ein Geheimnis singen –
Ich liebe dich. Solange wir weinen.

©Sylvia Kling

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Viele Grüße an meine Leser, Freunde und Besucher! Nun ist mein Urlaub bald vorüber (dieses Gedicht ist sozusagen ein kleiner ZwischenRuf 😉 ).

Ich wünsche Euch allen ein wunderschönes Wochenende. Lasst Euch von der Sonne verwöhnen. Bis nächste Woche!

Eure Sylvia Kling