Ohne dich


Ohne dich

Die Glocken verstummten
Über die Berge floh die Nacht
ohne dich

Der Mond flackert in keuschem Licht
Der Tag welkte unbedacht
ohne dich

Stille meine Haut benetzt
Die Finsternis sich in mir verliert
ohne dich

Der Liebe bin ich entschwunden
Eine Zeitlang zeichne ich, leer kreiert
ohne dich

Mein Papier ist stumpf geworden
Traurigfade Schimmer
ohne dich

Die klanglose Leere
erhebt niemals sich für immer
(ohne dich).

©Sylvia Kling

Für Denis F. – eine kleine poetische Reise in eine Zeit der Trauer um die vergangene Liebe und doch: Ist da nicht auch die Hoffnung, die sich emporhebt? Oft hören wir ihre Frequenzen nicht. Wie alles Gute kommt sie leise daher, hat andere Töne. Wir hören sie in der Stille.

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41 Gedanken zu „Ohne dich

  1. Pingback: Blog-Gestubse | Der Skizzenblog

  2. Pingback: Donnerstag, den 02. Juni 2016 | Kulturnews

  3. Die Glocken verstummen
    oder läuten sie doch
    leise neue Anfänge ein?

    Ohne dich
    immer die Lücke bleibt
    ein tiefes schwarzes Loch
    oder doch
    überwindbar?

    Der Mond flackert
    und doch
    nimmt er zu?

    Die Tage welken
    und eisig kalt
    Adern frieren
    das Herz …

    Aber doch
    Frühling
    und auch der üppige Sommer,
    der fruchtig sinnliche Herbst?

    Alles still
    dunkel
    ohne dich
    Liebe schwindet …

    Doch nicht?

    Hoffnung
    bleibt

    Doch!

    Es ist unglaublich packend, wie Du den „Nachruf“
    so ergreifend authentisch schreibst.
    Ich konnte mich sofort wiederfinden in Deinen Zeilen!
    Der Verlust eines lieben Menschen, sei es durch
    das Ende einer Beziehung oder durch Tod,
    hinterlässt erst mal eine tiefe Wunde, die Du in
    bildreichen Facetten absolut treffend beschreibst!
    Die Liebe verschwindet nur scheinbar, so ist mein
    Erleben, auch wenn ich sie manchmal nicht mehr
    spüren kann, weil sie verdeckt ist unter den
    Trümmern einer Katastrophe. Mir kamen gerade
    beim Sinnieren über diese Zusammenhänge das
    Dorf Braunsbach in den Sinn (ich kenne es gut),
    das durch die Wasserkatastrophe plötzlich weltberümt
    wurde. Dort ist jetzt ganz viel verschüttet, so wie es bei
    einer zwischenmenschlichen Tragödie auch passieren
    kann. Wenn man es schafft, die Trümmer wegzuräumen,
    kann Verdecktes zum Vorschein kommen. Das kann
    lange dauern. Manchmal glückt es auch nicht…

    Vielen herzlichen Dank für Deine immer wieder sehr
    tiefgreifenden Gedankenanstöße!
    Lieben Gruß, M.!

    Gefällt 4 Personen

    • Nun soll mir mal jemand sagen, was ich zu diesem tiefreifenden, nahegehenden Kommentar noch schreiben soll, lieber M..
      So werde ich ihn wohl immer wieder lesen und ich hoffe, auch Denis F. und alle anderen, die einen Verlust erlitten ….
      Ich verbeuge mich tief vor Deinen Worten!

      Herzensgrüße
      Sylvia

      Gefällt 1 Person

      • Du schreibst hier über ein Thema, das mich schon lange beschäftigt.
        Aber erst durch Dein Gedicht habe ich jetzt „einen Bogen schlagen“ können
        und alles macht jetzt unglaublich einleuchtend Sinn …

        Du machst mich ganz verlegen mit Deinem großen Lob,
        nur gut, dass Du nicht siehst, wie ich rot wurde 😉 !
        Aber ich freue mich auch, dass meine Gedanken so
        bei Dir „ankommen“!

        Lieben Gruß, M.!

        Gefällt 2 Personen

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