Hör- und LesBar: „Lyrisches SprachRohr“ und mehr


Hör- und LesBar:

Lyrisches SprachRohr

In manchen meiner Verse
schlummert Melancholie,
vielleicht glaubt mancher,
dunkle Töne
aus dem Trübsale zu hören

Manche meiner Worte
fliegen leicht,
manche wieder schwer
in Eure Augen,
trüben die Seele,
das Beschwingte zu stören

Manche meiner Gedichte
sind wie
sanfte Geigentöne,
doch in manchen steckt
auch
derbgefärbter Ton

Manchmal will ich
Euch wie Rosenblätter
auf der grünen Wiese betten,
und das EisenSchlagen ist nie
Resignation.

©Sylvia Kling

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Hier einige Impressionen aus meiner gestrigen Lesung mit HC Schmidt (oben rechts), die mir meine liebe Leserin Gerlinde Meyer schickte:

Gerlinde Meyer, 25.06.2016, Dresden, Prager Str.

Gerlinde Meyer, 25.06.2016, Dresden, Prager Str.

 

Nun möchte ich mich in eine kleine Sommerpause verabschieden und wünsche meinen Lesern, Freunden und Besuchern eine wunderschöne Zeit.

In dieser Zeit widme ich mich ganz und gar meiner Familie und werde nur sporadisch auf WordPress vorbeschauen und Eure Beiträge lesen können: Urlaub ist Urlaub 😉 und Erholung kann auch ich gebrauchen (ja, es wird Zeit!).

Eure Sylvia Kling

„Denkst du noch“ – und mehr


Denkst du noch

Denkst du noch an die Frühlingsnacht
wir sahen sinnend aus dem Fenster
zum Garten hin, er lag in sanfter Tracht
des langsamen Erweckens

Wie sanft selbst unser Atem war
der in die Anemonen sich verliebte
des Nachbars Kirsche wiegte sich im Schlaf sogar
und der Mond kredenzte uns den Tee

Mit Botschaften aus Gartenzweigen
da war es unsre Heimat auch im Lenz
Weißt du noch? Da konnten wir noch schweigen
da klang die Nacht noch wie ein Wiegenlied.

©Sylvia Kling

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Ich wünsche meinen Leser_innen und Besucher_innen einen angenehmen Wochenstart.

Jene Leser_innen, die im sächsischen Raum wohnen, möchte ich auf meinen nächsten Lesungstermin aufmerksam machen:

In der «Original Eisbar», Inh. Heidi Haselbauer, findet am

Sonnabend, den 25.06.2016 um 20.00 Uhr

eine Buchlesung mit musikalischer Begleitung statt. An der Gitarre ist «mobwish» zu hören.

Ich lese aus meinem Gedichtband «AusGeatmet» und stelle einige, neue Arbeiten vor.

Es freut mich sehr, den Künstler HC Schmidt begrüßen zu dürfen, der einige Gedichte von mir lesen wird. Wer ihn nicht kennt:
„Urgestein ostdeutscher Musikerszene. Sänger, Sprecher, Musiker, Schauspieler. Er agierte unter anderem bei Generator, Elektra, Zwei Wege und Gualaceo und vielen anderen Projekten. Seine neues Interesse ist die Produktion von Hörbüchern sowie szenisch musikalische Lesungen und diverse Moderationen auf seine persönlich unverwechselbare Art.“ – Angelika Wittenbecher-Henning

Ja, und auf diese unverwechselbare Art freue ich mich ganz besonders!

Auf Facebook ist die Veranstaltung hier zu finden:

https://www.facebook.com/events/156213538113993/

Plakat zur Lesung in Dresden

Plakat zur Lesung in Dresden

 

«Original Eisbar» Heidi Haselbauer
Sankt Petersburger Str. 32
01069 Dresden
Tel.: 03 51 - 49 76 22 82
eMail.: info@original-Eisbar-Dresden.de

GlockenLäuterung


GlockenLäuterung

Vom Kirchturm her
die Glocken läuten,
heut liegt der Tag
im sanften Licht,
es sollte wohl
uns so bedeuten,
auf altes Leben
zaghaft neue Sicht

Schon als Kind hörte ich
die Glocken schwingen,
da trug die Hoffnung
mich noch in mein NachtGemach,
da hörte ich die
Englein singen,
da glaubte ich an das,
was man versprach

So waren sie in jungen
Jahren recht verklärt,
die unschuldsreichen
frühen Tage,
es hat das Glockenspiel
sich nur bewährt,
neugeläutert ström ich aus
und wohligwarme Hoffnung
in mir trage.

©Sylvia Kling

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Menschliches



Menschliches

Grüß mich auf schlechten Wegen
auf den guten grüßten mich viele –
sind mit mir menschelnd umgegangen
zu einer gar lustigen Zeit

Küss mich auf schlechten Wegen
auf den guten küssten mich viele –
haben mir Liebe geschworen
wären zu allem bereit

Gib mir auf schlechten Wegen
auf den guten gaben mir viele –
das Brot brauche ich im Hunger,
im Durst besteht das Leid.

Trag mich auf schlechten Wegen
auf guten trugen mich viele –
wenn ich nicht mehr laufen kann
brauche ich Menschlichkeit.

©Sylvia Kling

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Dieses Gedicht erschien in meinem Lyrik-Doppelband „BruchStücke“ – Ende August 2016.

streetart girl

streetart girl

©straßenfotografien: https://strassenfotografien.wordpress.com/

Ich wünsche meine Lesern, Freunden und Besuchern ein wunderschönes Wochenende mit guten Begegnungen :-).

 

Kalt


Auch Themen zum Tod und zur Armut werden in meinen Arbeiten nicht tabuisiert, wie meine Leser, die mir schon länger zugetan sind, bereits wissen.

Wie sieht es aus mit den verarmten Einsamen? Wer denkt an diese Menschen?

Kalt

Die Zeitung war aufgeschlagen
als lese da einer noch,
die alte Brille lag vor dem Kamin,
der nach kalter Asche roch

An der Spüle türmten sich Teller,
die Küche im Schmutze verschwand ,
der verklebte Vorhang wehte
wie durch Geisterhand

Auf dem Rücken lag die Alte,
aufgeschlagen die Knie,
zwei Tage schon vergessen,
niemand vermisste sie

Sie erzählte ihnen Geschichten
im grauzerrissenen Kleid,
von verarmten NichtEitelkeiten
und selbstvergessenem Leid.

Sie holten den schwarzen Wagen,
der Arzt schrieb den Totenschein,
Sie forschten nach Verwandten –
Wer stirbt schon gern allein?

©Sylvia Kling

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SchlafGeflüster


SchlafGeflüster

Er schläft –
schon seit dem MorgenBlau,
die Wangen stoppelbleich,
sein Balsam ist wie ewger Tau,
die goldenrote Haut,
wie Seidenduft so weich

Er schläft –
aus seinem Atem sprießt
die einzge LiebesQuell,
in seinem Herzen fließt
das heiße LiebesBlut,
mein Flüstern sonnenhell

Er schläft –
bleib er mir nahentfernt,
so nach dem Mond ich schmachte,
meine Träume seelenvoll besternt,
die buntgefüllten,
wie der RotErgraute sie entfachte.

©Sylvia Kling

persönliche Initialen

 

 

 

Ohne dich


Ohne dich

Die Glocken verstummten
Über die Berge floh die Nacht
ohne dich

Der Mond flackert in keuschem Licht
Der Tag welkte unbedacht
ohne dich

Stille meine Haut benetzt
Die Finsternis sich in mir verliert
ohne dich

Der Liebe bin ich entschwunden
Eine Zeitlang zeichne ich, leer kreiert
ohne dich

Mein Papier ist stumpf geworden
Traurigfade Schimmer
ohne dich

Die klanglose Leere
erhebt niemals sich für immer
(ohne dich).

©Sylvia Kling

Für Denis F. – eine kleine poetische Reise in eine Zeit der Trauer um die vergangene Liebe und doch: Ist da nicht auch die Hoffnung, die sich emporhebt? Oft hören wir ihre Frequenzen nicht. Wie alles Gute kommt sie leise daher, hat andere Töne. Wir hören sie in der Stille.

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