(Un)Deutsch


Heute werfe ich einen kleinen satirisch-poetischen WortBrandSatz aus:

Un)Deutsch

Der Dorfsee ist abgelassen,
auf Deutsch – sehr akkurat,
es sollte schon alles passen,
dazu steht des Deutschen Tat

Ich laufe über trockene Öde
und atme noch frei Sauerstoff,
der Sinn erscheint mir spröde
und die Deutschen meist zu schroff

Der Dorfsee ist abgelassen,
doch der Deutsche bleibt nur akkurat
im sekundären Erfassen –
Ich bin wohl die falschdeutsche Saat.

©Sylvia Kling

 

Kommt der Fuß wirklich aus dem Bild heraus? (piqs.de ID: 12486ef2dddb2e57b7321505949d1b1c)

(piqs.de ID: 12486ef2dddb2e57b7321505949d1b1c)

Fotograf: Pinu’u
Titel: Fußabdruck
http://piqs.de/fotos/117473.html
Lizenz: Creative Commons License

Ab und an der Hinweis:

Texte oder Fotografien dürfen ohne Angabe der Urheber – wie hier dargestellt – nicht kopiert und weiterverwendet werden!

Ich wünsche meinen Lesern, Freunden und Besuchern einen schönen Wochenausklang.

Eure Sylvia Kling

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27 Gedanken zu „(Un)Deutsch

  1. Es ist doch aber so, dass wir viel zu oft diese „typisch deutsche“ akkurate Verhaltensweise erleben.
    Und ich glaube, das wollte Sylvia mit ihrem Gedicht sagen.
    Dass wir die Möglichkeit haben, ein bunteres, freieres, kreativeres Deutschland zu gestalten, wird zur Zeit viel zu wenig genutzt, und scheint gegegenüber dem Überkorrekten unterzugehen.
    Es gibt unglaublich viele Angepasste und Schweigende. Für mich viel zu viele!
    Ich finde es absolut wichtig, dass gerade auf diese Zusammenhänge hingewiesen wird, wie zum Beispiel von Sylvia.

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    • Danke, genauso war meine Grundstimmung zum Gedicht.

      Ich kann und möchte nicht den Anspruch an eine wissenschaftlich-politische Abhandlung erfüllen.
      Für manche ist es stimmig, für manche eben nicht. 😉
      Das darf und soll so sein.

      Ich freue mich, wenn die Menschen Zeichen setzen, wenn auch „nur“ mit Schreiben oder in anderen kreativen Bereichen. Diese können vielfältige Formen annehmen im primären Erfassen von dem, was unser Land ausmachen sollte.

      Liebe Grüße,
      Sylvia

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  2. Deutsch-Sein ist für mich mehr als akkurat und fantasielos. Spießer sind so, geschenkt. Die deutsche Kultur ist, soweit man zurück schaut sensationell. Klug, groß, verspielt, ironisch und kritisch. Wir sind nicht im falschdeutschen Staat (?), wir sind dran, uns zu zeigen.

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  3. Pingback: Freitag, den 06. Mai 2016 | Kulturnews

  4. Meine Mulit Kulturellen Freunde haben mich stark beeinflußt, und so würde ich mich nicht mehr als typisch deutsch sehen. Ich sehe mich als große/kleine Schwester meiner gesamten Erdfamilie 🙂 Sehr schönes schmunzeliges Gedicht liebe Sylvia. Sonnige Schwester Grüße Michi

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  5. Schon der preußischste aller Preußen, Friedrich II. (Friedrich der Große, der alte Fritz) hat schon gesagt, „jeder solle nach seiner Facon selig werden“, also sind nicht unbedingt die Preußen für das sture Deutsche Volk alleine Verantwortlich (muss ich jetzt schreiben, ich stamme aus preußischem Hause), aber so lange es genug Menschen gibt die nicht jedem Paragraphen hinterher schielen, können wir auch mit den Zehen in der Sonne wackeln – vielen Dank für die kritischen, humorigen Zeilen liebe Sylvia 🙂

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    • Das ist wohl wahr, lieber Arno – vielen lieben Dank für Deinen Kommentar.
      Ich gehe dann mal mit den Zehen in die Sonne :-).
      Ein schönes Wochenende für Dich und die Lieben wünsche ich – bei diesem hinreißenden Wetter.
      Herzlichst
      Sylvia

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  6. Als FalschDeutsch kann man sich tatsächlich manchmal fühlen …
    Aber gerade das lässt meinen Widerspruch erstarken!
    UrDeutsch im „preusisch-deutschem“ Sinne ist für mich eher das UnFertigDeutsch.

    Mit Recht und Ordnung ALLEINE ist die Welt nicht rund und gut.
    Erst wenn wir Ordnung UND Chaos zulassen, Recht UND Empathie,
    Fomales UND Kreatives, Überliefertes UND Sich-Veränderndes,
    erst dann beginnen wir uns auf den Weg zu machen zu einer lebenswerten Welt.

    Herzlichen Dank, liebe Sylvia, für diesen neuen wichtigen Gedankenanstoß!
    Lieben Gruß, M.!

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