Aphorismus – für zwischendurch und für alle Zeit –


Foto und Gestaltung: Andreas Rüb

Foto und Gestaltung: Andreas Rüb

http://dschungelpinguin.com/

Dieser Aphorismus stammt aus meiner Erzählung (letzter Teil): „Die Geschichte der Frau H.“

Sie wird 2017 mit anderen Erzählungen im Buch „Zimmer Einhunderteins“ erscheinen.

Ich wünsche meinen Lesern, Freunden und Besuchern einen maßvollen, schönen Mittwoch.

Eure Sylvia Kling

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21 Gedanken zu „Aphorismus – für zwischendurch und für alle Zeit –

    • So hat jeder seine Ansicht – das finde ich wirklich gut.
      Ich kann beispielsweise nicht von mir sagen, dass ich unbeschränkt gelebt habe, als ich jünger war. Im Gegenteil – jetzt erlaube ich mir mehr Freiheiten, gestehe mir mehr Raum zu. Dabei ist mir persönlich ein gewisses Maß angenehm und auch angemessen.

      Sei herzlich gegrüßt an diesem sonnigen Samstag,

      Sylvia

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  1. Hmmmmmmmm……….

    Um etwas zu verlieren muss man es erst mal haben und ich bezweifle doch sehr, das irgend jemand DAS Maß, also dieses Maß aller Dinge überhaupt besitzt – dies wäre für mich schon etwas anmaßend.
    Menschen sind fehlbar. Und nicht alles muss messbar sein und somit ein Maß bekommen.

    Anmaßend. Edler Zwirn macht Leute. Und solchen den man sich anmessen lässt, weil man vielleicht auch gerne jemand wäre, ist oft der teuerste und sprengt hin und wieder so manches Budget.

    Es ist aber sicherlich auch richtig, das die Freiheit eines jeden da aufhört, wo die Freiheit eines anderen anfängt.

    In diesem Sinne.

    Greetz

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    • Guten Tag, „Gast“,

      das Schöne ist doch, dass sowohl Gedichte, als auch Aphorismen vielfältig interpretierbar sind.

      Meine Gedanken sind dazu:

      Da die Dinge nicht unendlich sind, haben sie eine Grenze und somit ein Maß.
      In der dinglichen Welt und im Geiste sollte man das eigene Bestreben und Denken nicht ins Unermeßliche steigern.
      Dies betrifft nicht nur die Anzahl der Autos, Anzüge und des Geldes, sondern auch der Gier, Angst und Macht.
      Ist man sich der Grenzen dessen nicht mehr bewußt, so kann es leicht zu Anmaßungen kommen.
      Diese führt zum Überschreiten von Grenzen und somit zur Verletzung eines Maßes.

      Dahingehend sollte man Bescheidenheit üben, aber auch in dieser nicht maßlos sein ;-).

      Mit den Worten von Marie von Ebner-Eschenbach (1830–1916) möchte ich abschließen:
      „Ein Aphorismus ist der letzte Ring einer langen Gedankenkette.“

      Es war der letzte Ring MEINER Gedankenkette – es muss nicht der eines Jeden sein.
      DIESEN Anspruch habe ich nicht – das wäre maßlos.

      Vielen Dank für Ihren Kommentar.

      Beste Grüße

      Sylvia Kling

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      • Guten Tag Frau Kling.

        Danke für die Freischaltung meines Kommentars und Ihre Antwort darauf.

        Vorweg. Ich hatte ihren letzten Ring schon verstanden und wollte das mit meinem letzten Satz über die Freiheit auch ausdrücken.
        Ich danke Ihnen aber auch für die Erklärungen und ihre weiteren Gedanken dazu – das finde ich schön.
        Ich kenne aber die Gedanken der Frau H nicht, also diese vorher gegangenen Ringe und so kam es, dass ich Widersprüche erkannte und die einfach aufzeigen wollte. So bin ich nun mal.

        Es ist schlicht falsch, dass es nichts Unendliches gibt, zumindest beim aktuellen Stand der Forschung, aber es geht ja um das Zwischenmenschliche und da stimme ich ihnen voll zu!
        Was den Geist betrifft. In meinem Geiste bin ich der Herr und nur ich, da darf, kann und will ich so maßlos, auch in der Bescheidenheit sein wie es mir gerade beliebt und meine Phantasie Blüten trägt. Da kann ich so viele Autos fahren, Anzüge tragen und Geld verprassen, oder auch nicht, wie es gerade passt, ebenso unermesslich mächtig und unermesslich ängstlich sein. In meinen Träumen bin ich alles und nichts.
        Das Problem beginnt dann, und da stimme ich Ihnen wieder voll zu, wenn ich die Grenzen meines Geistes nicht erkenne oder akzeptiere, diese Phantasie zur Realität mache und daraus Maxime für mein handeln und für die Außenwelt ableite. Kurzum, wenn diese maßlose Phantasie mein Handeln, mein Bestreben und mein Umgang mit anderen maßgeblich (erst dann ein Maß bekommt) formt und bestimmt.

        In diesem Sinne.

        Greetz, take care and have a good time!

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      • Hallo (Herr) Gast,

        lieben Dank für Ihre Antwort. Ich freue mich stets über fruchtbare Diskussionen, in welchen der Respekt im Vordergrund steht.

        Ich kann Ihren Gedanken durchaus folgen und ja, sie sind auch schlüssig für mich.

        Kürzlich las ich während meiner literarischen Spaziergänge durch Goethes Welten:

        „Geist im Geist ist unendlich, aber Geist in den Sinnen, im Gefühl ist Unendliches im Endlichen erfaßt.“

        Quelle: Goethes Briefwechsel mit einem Kinde. Dritter Teil, Tagebuch
        Zitat von Bettina von Arnim
        Bettina von Arnim
        deutsche Dichterin
        * 04.04.1785, † 20.01.1859.

        Eine sehr spannende, respektive poetisch-philosophische Aussage – wie ich finde.
        Ich könnte mir vorstellen, dass sie mit unserer beider Vorstellung konform geht. Was meinen Sie?

        Herzliche Grüße und auch Ihnen eine gute Zeit.

        Sylvia Kling

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    • Zu denken, man „habe“ das Maß aller Dinge, wäre eine ziemliche Anmaßung.
      Und gerade die gilt es ja zu erkennen und zu meiden. So habe ich den Aphorismus verstanden.
      Wenn wir immer wieder „unser Maß“ an unserer eigenen Einstellung zum ZusammenLeben messen, es uns also immer wieder neu erarbeiten, kommen wir der Aussage von „Frau H.“ doch schon sehr nahe.
      Gerade weil wir Menschen fehlbar sind, sollten wir uns immer wieder an unser persönliches Maß der Dinge (und nicht nur der Dinge) erinnert sein, um nicht maßlos zu werden. Ja, die Persönlichkeit der anderen zu respektieren, setzt „meinem“ Maß Grenzen. Volle Zustimmung.
      Einen schönen Feiertag, M.!

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    • Sicher, ja. Es hängt auch von den Befindlichkeiten jedes Einzelnen ab. Nicht zu erwarten ist, dass der Andere weiß, welche das sind. Doch wenn grenzüberschreitende Dinge passieren, gibt es manchmal die Möglichkeit eines Dialoges.
      Liebe Grüße
      Sylvia

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  2. Gerade in allen Beziehungen zwischen Menschen braucht’s das AugenMaß …
    Ansonsten führt das unter Umständen zur maßlosen Enttäuschung!

    (Vielleicht kann man aber auch an die morgen wieder in unmäßig großer
    Zahl durch die Gegend wankenden Maß haltenden MöchtegernVäter denken,
    die sich mancherlei anmaßen, aber meistens in der Maßlosigkeit enden?)

    Vielen Dank für Deinen Gedankenanstoß!
    Lieben Gruß, M.!

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    • Wie wahr! Das Maß wird aus bloßer Unwissenheit und Wut, eigenen Befindlichkeiten sehr schnell überschritten.
      So hatte meine Protagonistin „Frau H.“ sehr treffende Worte gesprochen.

      Morgen …, ich verkrieche mich in meiner Prosa, um das Elend der Verkommenenheit und die hochgelobte „deutsche Kultur“ nicht beobachten zu müssen. 😊😯

      Liebe Grüße und ein Freundschafts- und Dankes💜
      Sylvia

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  3. Anmaßungen kommen sicher auch daher, dass Menschen nichts Perfektes akzeptieren wollen und dann gerne mal 120 % geben, ob im Job, im Sport oder aber auch in der Kunst. Eigentlich ist die Mathematik absolut, aber eben nicht bei allen 😉 Ich wünsche Dir einen wunderbaren Feiertag liebe Sylvia 🙂 ❤

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