Ich laufe


Ich laufe

Ich laufe
Richtung Süden, Westen,
ich kenne nicht der Heilung Ziel,
ich laufe ganz weit weg
am besten,
an Lüge wird es hier zu viel

Ich laufe
Richtung WertErhalt
und suche das noch
wahre Wort,
mit nackten Füßen, nur noch weg
in Richtung Nichts
und falsche Töne, sie sind fort

Ich laufe
Richtung der Gedanken
und Schriften alter Dichter,
ich laufe
zu der Klarheit,
die sie fanden
und suche unversteinerte Gesichter.

©Sylvia Kling

Uwe Richter, g. U.

Uwe Richter, g. U.

Foto:

Uwe Richter – https://uwerichtersfotoblog.wordpress.com/

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57 Gedanken zu „Ich laufe

  1. Beim Begriff „Freiheit“ habe ich gelernt, dass es einen Quantensprung bedeutet, von „frei von“ auf „frei für“ umzuschalten.
    Ich glaube, dass es mit dem Laufen ähnlich ist. Laufen „weg“ ist befreiend, Laufen „hin zu“ einem Ziel kann beflügeln. Selbst wenn das Laufen erst zur Klarheit über das Ziel führt.

    Gefällt 1 Person

  2. Liebe Sylvia! Solange wir laufen können ist es fein und positiv….wohin auch immer…aber es ist eine Bewegung…auch in unseren Gedanken. ❤ ! Du hast deine Gedanken dazu, wunderbar zu uns laufen lassen…Danke dir dafür ❤ !

    Gefällt 1 Person

  3. Pingback: Freitag, den 15. April 2016 | Kulturnews

    • Liebe Martina,
      doch immer wieder kommt die Verzweiflung und wird von Hoffnung abgelöst – ein Auf und Ab im Leben, welches wir auch ausprechen dürfen und sollten.

      Hab einen schönen Tag und ein wunderschönes Wochenende. Ich hoffe, dass die Sonne uns wieder ein wenig mehr beglückt. 🙂

      Herzliche Grüße
      Sylvia

      Gefällt 1 Person

  4. Du scheinst das Ziel nicht zu kennen,
    aber Du läufst,
    denn Dein Ziel sind die Gedanken
    und Schriften alter Dichter
    und unversteinerte Gesichter,
    und je mehr Du läufst,
    vermeintlich in Richtung Nichts,
    kommst Du der Klarheit näher.
    Zu Nichts,
    werden nur die falschen Töne,
    die Lügen verstummen,
    das Falsch wir nichtig,
    es ist richtig,
    wenn der Lügen zu viel,
    wegzulaufen,
    innerlich allemal,
    auch real, wenn nötig,
    denn wir kennen
    –eigentlich–
    der Heilung Ziel…

    Du schaffst es immer wieder, mit Deiner Auswahl der Worte zu berühren, in einem aktuellen Thema aufzurütteln und nachdenklich zu machen, tiefsinnig anzuregen zum Weiterdenken! Das gefällt mir sehr gut!

    Lieben Gruß, M.!

    Gefällt 2 Personen

    • Mehr muss ich dazu nicht sagen. Eine klare Interpretation des Gedichtes ….
      „innerlich“ allemal – so ist es, lieber M.

      Max Frisch sagte dazu einst einen prägenden Satz (Zitat)
      „Schreiben heißt, sich selber lesen.“

      Kürzlich sagte er in einer Doku (nach dem Film „homo faber“ – ein faszinierender Film nach seinem Buch) so etwas wie:
      In dem Moment, in dem ich etwas schreibe, kann ich die Wahrheit erkennen. (keine wörtliche Wiedergabe, diese suche ich noch …)

      Herzliche Grüße und ein großes Dankeschön für Deine, wieder so tiefgreifenden Worte zu meinem Gedicht.

      Liebe Grüße
      Sylvia

      Gefällt 1 Person

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