Hoffnung


Hoffnung

Vielleicht lernen wir es noch,
dankbar zu sein,
am Hafen des Jenseits
wäre es recht spät,
dann ist das Weltliche
nur noch so klein,
der Raum unendlich
aufgebläht

Vielleicht lernen wir es noch,
mit frostloser Seele
über die ElendsRippen
zu streichen,
zu bremsen den GieresFluss
in unserer Kehle,
weil die Ziele nicht mehr
reichen

Vielleicht lernen wir es noch,
dankbar zu sein,
denn das Leben ist nicht
anzuhalten,
es ist schwach wie ein
vergehender Schein,
und schon lange tief gespalten.

 ©Sylvia Kling

 

1 (piqs.de ID: b3dd905d49b032f5b4df157925207633)

Foto:

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Fotograf: winkel
Titel: Endzeit 3
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28 Gedanken zu „Hoffnung

  1. Mir geht es so, dass ich Dankbarkeit erst so nach und nach „entdeckt“ habe. Und nun merke ich, welche enormen Auswirkungen es hat, abends – oder wann auch immer – mal zu rekapitulieren, was gut gegangen ist, oder besser, und wofür ich dankbar bin. Vielleicht war das früher mal die „Aufgabe“ des Abendgebets. Es gibt eine so enorme Erleichterung, es mildert die Angst, es macht lächeln und automatisch mehr Platz im eigenen Leben. Eine Art Zaubertrick. Mit einfachsten Mitteln…

    Gefällt 1 Person

    • So ähnlich handhabe ich das auch, liebe Stephanie. Immer wieder erkenne ich bei diesem Innehalten: Die nicht so angenehmen Dinge haben keine Oberhand. Sie bekommen diese erst, wenn ich ihnen den Raum dafür einräume. Natürlich funktioniert das nicht immer. In so manchen Zeiten erleben wir viel Schmerzliches, wie z.B. Trauer oder massive Sorge um die Existenz oder Menschen, die uns nahestehen.

      Doch im „normalen“ Alltag beginnt es bei mir schon damit:
      Dankbarkeit für genügend Essen, für eine warme Wohnung, meine gesunden Kinder, den Frieden, in dem wir leben dürfen, die Gesundheit als höchstes Gut.
      Alles andere ist Luxus.

      Ich danke Dir von ganzem Herzen für Deinen anregenden Kommentar.
      Liebe Grüße
      Sylvia

      Gefällt mir

  2. Ich glaube, dass man erst dankbar wird, wenn man erkannt hat, dass es keine Sicherheit gibt. Dass man dann – im besten Fall – beginnt, den Moment als gefüllt zu erleben. Dein Gedicht berührt mich, danke Dir für diesen Moment… und das Foto dazu passt wie die Faust aufs Auge.
    Liebe Abendgrüße

    Gefällt 3 Personen

    • Dankeschön ☺. Dankbar wird man auch oft erst, wenn man Dinge verliert, die man zuvor als selbstverständlich erachtete und sie wieder mühsam erreichen muss.
      Für manche Dinge ist es jedoch zu spät.
      Ich Danke Dir für Deine wertvollen Gedanken.
      Herzlichst,
      Sylvia

      Gefällt 2 Personen

  3. Ich zweifle immer mehr daran, ob Menschen wirklich zufrieden sein können (von Einzelfällen abgesehen) und nicht immer nur am Lebensende bereuen vieles falsch gemacht und unterlassen zu haben, dabei ist Hilfe und Unterstützung auch im kleinsten Rahmen möglich.

    Gefällt 4 Personen

  4. Pingback: Montag, den 07. März 2016 | Kulturnews

  5. Du sagst es wunderschön, dass wir – ich würde sagen wieder-dankbarer sein sollten. Ich habe oft auch den Eindruck, dass wir sehr vieles, wie Frieden, Arbeit oder genug zu essen haben, einfach als normal betrachten.Das Foto ist eindrücklich und passt zu deinem Thema. Vielen Dank Sylvia.:) Lieben Gruss Martina

    Gefällt 7 Personen

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