Die Mütter von einst


Die Mütter von einst

Früh, als die Hähne krähten,
das Morgenrot sanft entstieg,
da schufteten schon unsre Mütter,
wenige Jahre nach dem Krieg

Sie bleichten noch die Wäsche
auf der Wiese hinter dem Haus,
sie schaufelten die Kohlen
und machten kein Drama daraus

Zum FamilienSonntagsBaden,
da schöpften sie mit der Kanne
stundenlang das Wasser
in die alte ZinkBadeWanne

Das Essen wurde gekocht,
aus wenigem viel gemacht,
es wurde aus dem Keller
das Eingeweckte gebracht

Sie wuschen noch mit der Hand
das schmutzige Porzellan,
sie nähten fleißig und stopften
und haben es gern getan

Sie sangen uns Kindern Lieder
und saßen an unserem Bett,
(wir lebten ja ohne Smartphone,
das Leben war auch recht nett)

Mit ihren fiebernden Kindern
zu Fuß sie lange gingen,
zum entlegenen nächsten Arzt,
wer sollte sie sonst bringen

Sie fielen schon gegen Neune
erschöpft in tiefen Schlaf,
doch sie beschwerten sich nie,
dass der Luxus sie nicht traf.

©Sylvia Kling

This woman, who was walking through the hip Görlitzer Park in Berlin-Kreuzberg immediately caught my eye since she was such a big contrast to the hip and young clientele that was hanging out there... (piqs.de ID: 8c17a0fb412b80bdd9e901956cc66161)

This woman, who was walking through the hip Görlitzer Park in Berlin-Kreuzberg immediately caught my eye since she was such a big contrast to the hip and young clientele that was hanging out there… (piqs.de ID: 8c17a0fb412b80bdd9e901956cc66161)

Fotograf: Sebastian Raskop
Titel: Alte Frau mit Plastiktüte/ Old woman with plastic bag
http://piqs.de/fotos/156669.html

Creative Commons License

Tupfer


Foto der Arbeit "Frühlingsschwung" von Petra Pawlofsky

Bild der Arbeit „Frühlingsschwung“ von Petra Pawlofsky

Tupfer

Im Traum
hab ich die Welt
gelb gestrichen,
die Friedlichen
betupften sie pink,
die Bitteren
verblichen.

©Sylvia Kling

Bild: Petra Pawlofsky – mit freundlicher Genehmigung.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich Euch heute eine außergewöhnliche Künstlerin vorstellen, die ich hier, auf WordPress kennenlernen durfte: Petra Pawlofsky.

Petra Pawlofsky sorgt für die Bilder in mittendrin.
Die Malerei fasziniert sie seit ihrer Kindheit. Seit langer Zeit kann die
Autodidaktin sich ganz ihrer Kunst widmen.
Zur Zeit malt sie mit Acryl und Ölkreiden auf Leinwand.
Zwar ist das Malen ihr roter Faden, aber auch die digitale Kunst hat sie in den
letzten Jahren immer mehr in den Bann gezogen. Die Grenzen von Photographie
und Malerei lösen sich dabei zunehmend auf, weil die Kunstlerin oft beides in
verschiedenen Schichten in einem Bild vereint.
Es reizt sie sehr, Parallelen und Verbindungen zwischen Farbe, Form,
Klang, Musik, Natur und Leben nachzuspuren. Die Ähnlichkeit der Muster,
Strukturen und Formen sind dabei fur sie ein Faszinosum.
Die Musik ist ihre große Inspirationsquelle, aber auch Natur und
Leben gewinnen dabei immer mehr an Bedeutung.“

(https://pawlo.wordpress.com/meine-bilder-im-boutiquehotel-mittendrinberlin/)

Auf Ihrer, sehr vielfältigen und inspirierenden WordPress-Seite schreibt Petra:

„Seit Ende Oktober 2010 sorge ich mitten in Berlin in der zauberhaften Pension zimmer mittendrin für die Ausstellung von Bildern. Ich freue mich darüber, dass mir damit in einem solch schönen Rahmen Platz für ca 35 Bilder zur Verfügung steht .
Der permanente Titel der Ausstellung heißt Licht, Farbe, Klang wie meine dritte persönliche Ausstellung. Doch dreht sich diese Ausstellung in größeren Kreisen um dieses Thema und hin und wieder fällt ein Bild auch ganz aus diesem Rahmen. Ich  präsentiere  wechselnde ältere und neuere Bilder, die auch alle erworben werden können. Einleitende Gedanken dazu gibt es hier. Auch einiges aus dem Artikel VorWorte gehört in diesen Zusammenhang.

Persönliche Ausstellungen
2015 Gartenvernissage in Memmingen
2014 “Aus der Reihe”, im “Atelier” der Galerie Neuendorf/U6, Memmingen
2011 “ Ins Blaue” in Hof zu Hausen (Taunus)
Ab 2010 sorgt die Malerin für wechselnde Exponate in mittendrin
2009/10 “Aus dem Schwarz der Hinterhöfe, Farbklänge nach Astor Piazzolla”, ib.
2009 zweite Gartenvernissage in Memmingen
2008 “Licht, Farbe, Klang” zum Thema Musik Antonierhaus, Memmingen
2006 “Tiefgang”, Kulturcafé in den Ruhestandsappartements/Ottobeuren.
(Juli) erste Gartenvernissage in Memmingen
2005 “da sein”, erste persönliche Ausstellung im Antonierhaus, Memmingen
Mehr Informationen
https://pawlo.wordpress.com
Kontakt: ppawlo@web.de

Ach


Ach

Es kehrt Frühling ein
in unsre WinterSeelen,
die ersten Vögel pfeifens
schon vom Dach
Es kehrt Frühling ein,
ich kann es kaum verhehlen,
es entfleuchet mir tief ein
seufzend Ach

Es kehrt Frühling ein,
es weht die laue Luft in mich hinein,
mein Blut mir wohl im Flusse
beinah aus den Adern springt,
Es kehrt Frühlein ein,
in meinen Lungen endet
gar das Unwohlsein
Ach,
die Liebe sonnengleich mein
Herz beschwingt.

©Sylvia Kling

Uwe Richter, g.U.

Uwe Richter, g.U.

Hier findet Ihr den Fotoblog von Uwe Richter: http://uwerichtersfotoblog.wordpress.com/

Auf einmal


Auf einmal

Auf einmal ist März,
das andere Ich
der Jahreszeiten,
auf einmal ist Sonne,
die Wiese ergrünt
im allmählichen Gleiten

Auf einmal ist März,
der Frost
im LichtGetümmel bricht
Auf einmal ist im
Wintervergehen
ein Lächeln das Gedicht.

©Sylvia Kling

 

Alexander Rudeloff

Alexander Rudeloff

Foto: ©Alexander Rudeloff – www.putetet.wordpress.com

Ich wünsche allen Lesern und Leserinnen ein schönes Osterfest und viel Lächeln.

Zu den letzten Tagen, Wochen und Monaten: Wir können die Menschen in ihrem menschenverachtenden Denken und Handeln, in ihrem Hass, nicht ändern. Wir sollten uns jedoch auch von ihnen nicht verändern lassen. Darum ist es wichtig, dass wir alle mit unserer Kraft, in unseren eigenen vier Wänden und in unserem Leben jeden Tag ein Stück dazu beitragen, dass es ein WIR gibt.

Eure Sylvia Kling

GrabesStille


GrabesStille

Finsternis im Tageslicht
an der Stätte der Gegangenen,
kaltschöne Steine
mit eingemeißelten Namen

Bedrückte Menschen
inmitten der Toten,
bewegen sich leise
im Stillstand der Zeit

Düstere Stimmung,
flüsternde Gebete,
gedämpfte Monologe,
getragen vom Wind

Leidvolle Fragen,
wässrige Augen,
dankbares Lächeln
Für die gelebte Zeit.

©Sylvia Kling

Quelle: Facebook

Quelle: Facebook

UNICEF Deutschland:

Wir fühlen mit den Opfern der Anschläge in Brüssel. Alle müssen zusammenstehen gegen Hass und Gewalt – für Menschlichkeit und Solidarität.

„Niemand wird geboren, um einen anderen zu hassen. Menschen müssen lernen zu hassen. Und wenn sie zu hassen lernen können, dann können sie auch gelehrt werden zu lieben (…)“

(Nelson Mandela)

 
 

FrühlingsGefühlt


FrühlingsGefühlt

Auf den Gräsern
das Blühen sich traut,
deine Augen
im SonnenGlimmer,
Ich atme den Frühling
auf deine Haut,
süßgoldfließende Schimmer

Bewege mein Herz
auf den WiesenFluren,
ohne Worte –
im Frühlingsraum,
  welch samtigweiche Spuren
Sei Du
mein FrühlingsTraum.

©Sylvia Kling

Uwe Richter, g. U.

Uwe Richter, g. U.

 

Foto: Uwe Richter

https://uwerichtersfotoblog.wordpress.com/

Die Schreiberei und so


Die Schreiberei und so

Momentan bereite ich meine Lesung in Dresden vor und ich gestehe, doch recht aufgeregt zu sein :-). Dazu kommt, dass ich seit Tagen dabei bin, eine Bronchitis auszukurieren und natürlich hoffe, mein Erkältungsgekrächze weicht einer samtweichen Stimme ;-).

Die Schreiberei und so:

Vor einigen Wochen unterhielt ich mich mit einem alten Bekannten. Wie so oft kamen wir von einem zum anderen Thema und schließlich landeten wir bei den lieben Kinderchen. Holger sagte: „Weißt du, wie mir davor graut, wenn mein Jüngster auch eines Tages aus dem Haus geht? Ich weiß gar nicht, was wir dann anfangen sollten?“ Ich antwortete ihm: „Schafft euch schon jetzt Hobbys an, die ihr ein wenig pflegt, damit ihr dann eure Zeit mit diesen ausfüllen könnt. So wird es viel leichter.“ Holger sah mich mit großen Augen an, nickte schließlich und meinte sinnierend: „Ja, da ist wohl was dran.“ Ich ließ ihn also nachdenklich zurück. Wie ich so bin, kam mir am nächsten Tag beim Walken eine zündende Idee: „Darüber schreibe ich.“ Als ich am Abend im Bett lag, schoß mir die Überschrift der Erzählung ein: „Als Julian nicht mehr nach Hause kam“.

Die Protagonistin Sonja erlebt einen persönlich tiefen Fall, als ihr Sohn Julian aus ihrem Haus auszog, um in einer anderen Stadt zu studieren. Sie zog ihn nach dem frühen Tod ihres Mannes alleine auf und stellte ihr gesamtes Leben auf Julian ein. Mit ein wenig Augenzwinkern, doch auch mit dem nötigen Ernst versuche ich, einen Verlauf zu skizzieren, der die Protagonistin in eine völlig neue Welt des eigenen Lebens und der Autonomie führt. Die Erzählung schreibe ich in der „Ich-Form“.

Hier eine Leseprobe (unlektoriert) und einzelne Absätze getrennt:

Als Julian nicht mehr nach Hause kam

Gähnend langweilig, einfach nur öde. Das Haus hatte irgendwie seinen Charme verloren. Die Fassade müsste mal gestrichen werden. Nein, müsste sie nicht.
Sollte ich lieber das Haus von Grund auf renovieren? Warum das? Harry hatte vor 10 Jahren alles neu gemacht.

Irgend etwas musste ich tun. Das Haus war immer unsere Höhle, hatte etwas Magisches. Harry, Julian und ich: das Traumtrio.

War ich in den Wechseljahren, dass es mir so schlecht ging? Was war nur los?

Da half nur Telefonieren. Ich wählte Julians Nummer. Als ich seine Stimme hörte, atmete ich auf. In diesem Moment stieg die Sonne gemächlich auf der Kiefer vor dem Haus von Ast zu Ast und blendete mich. Die Augen zugekniffen, doch mein Gesicht in die Sonne streckend, sagte ich zu Julian: „He, du! Ich wollte mal hören, wie es dir geht?“ Ich versuchte, so gelassen wie möglich zu klingen.
„Mama, du hast gestern vormittag erst angerufen und mich gefragt, wie es mir geht. Heute geht es mir nicht anders als gestern.“ Julian klang etwas genervt. Ich schämte mich. „Ja, klar. Ich wollte Dir heute nur viel Glück wünschen.“
„Wofür?“, fragte mein Sohn. „Äh, naja, bei allem so.“
„Aha, ja, danke, Mama. Ich muss jetzt zur Uni. Bis später!“
„Ja, bis später!“, flötete ich albern und legte auf. Zum Schämen ging ich nach oben ins Schlafzimmer und es dauerte nicht lange, bis mich ein Heulkrampf erfasste.

Am nächsten Tagen rollte der Wagen des Lebens weiter, als sei alles wie immer. Im Büro musste ich den neuen, kahlgeschorenen Kollegen einarbeiten. Martha, unsere Bürostute, lief mit wackelndem Arsch zum Schreibtisch unseres Juniorchefs und beugte sich vor, um ihm auch noch einen Blick auf ihre Hühnerbrüstchen zu gönnen.
Sie bückte sich heute auch verdächtig oft, um den pinkfarbenen Stringtanga zu präsentieren, der über der Hüfthose herauslugte.
Die Pute hatte sicher zu Hause ihre Wohnung pink gestrichen.

Ich wollte mich gern auf zu Hause freuen, doch es gelang es mir nicht. Vielleicht sollte ich wieder ganztags arbeiten? Harry wollte damals, dass ich kürzer trete, um mich um Julian besser kümmern zu können. Ich hatte das nie bereut. Julian wollte unbedingt Journalistik studieren, schon seit er 12 Jahre alt war. Also sah ich zu, dass er im Gymnasium gute Noten erhielt und sprang wie ein aufgescheuchtes Huhn ab dem frühen Nachmittag um ihn herum.
Beim Fußballverein war ich eine durch und durch organisierte, disziplinierte, engagierte Mutter und versäumte kein Punktspiel.
Vorzeigemutter Sonja in einer Zeit, die zu schnell vorwärts ging. In einer Zeit, in der das Küken es eilig mit dem Wachsen hatte.

Verdrossen kochte ich mir Kaffee und setzte mich einige Minuten auf die Terrasse. Wenn wenigstens Harry noch da wäre. Aber der hatte es vorgezogen, sich vorzeitig aus dem Staub zu machen. Wahrscheinlich arbeitete er im Himmel weiter. Wer weiß, vielleicht saß er gerade dort oben, in der stillen Wolke und lachte sich eins. „Meine Sonja, ach, meine Sonja, deine Klagen sind die ideale Kulisse für ein Theaterstück über alternde Mütter!“

„Sei still, Harry! Hättest du damals auf mich gehört und nicht so viel gearbeitet, wärest du noch da. Nein, es gab kein Ende für dich, bis dein Herz mitten in der Nacht aufgehört hatte zu schlagen.
Julian hatte lange gebraucht, darüber hinweg zu kommen. Ich erzählte ihm immer, Du würdest jetzt für den lieben Gott neue Häuser bauen.
Als Julian dich am meisten gebraucht hätte, hattest du dich davongeschlichen, Harry. Nun, du körperloses Arbeitstier, lass mir meine Trauerseele.“

(…)

Am Freitag war ich früh zu Hause. Ich wollte meinen privaten, überfälligen Bürokram erledigen und schlich, mit einer Kaffeetasse bewaffnet, in Harrys ehemaliges Arbeitszimmer. Die Papierberge türmten sich bereits auf dem Schreibtisch und stimmten mich nicht gerade froh. Ich hasste es, nach der Arbeit im Büro auch meine private Zeit mit Papier zu verbringen. Aber mein schlechtes Gewissen trieb mich an.
Den Locher und einen Stift bereitgelegt, machte ich mich an die Arbeit. Nach fünfzehn Minuten schon fühlte ich mich ausgelaugt und noch lustloser als zuvor.

Als mein Blick gedankenlos durch das Zimmer streifte, in welchem mich eigentlich nichts mehr überraschen sollte, blieb er an meiner alten Gitarre hängen. Sie baumelte verlassen an der Wand wie ein Relikt aus aus einer noch ungequälten, freien Zeit: der Zeit meiner Jugend. Mir war in diesem Augenblick, als sehe sie verdrießlich auf mich herab und schmolle mit mir, als ob sie mit mir sprechen wolle, jedoch das Sprechen verlernt habe, als ob sie im Heute und Jetzt eine Art Phantom sei, welches aus der Wand kroch und wieder verschwinden könne.
Stocksteif saß ich nun in diesem Raum und starrte auf die Gitarre. Es hatte sich Staub auf ihr verfangen, der sich gerade durch die Sonne, die durch das Fenster blitzte und auf ihr ruhte, besonders hervortrat und den vernachlässigten Zustand in trister Strenge betonte.

(…)

Am nächsten Tag kroch ich erst aus dem Bett, als in mein Schlafzimmer durch das geöffnete Fenster der Geruch von gebratenem Fleisch drang. Ich hörte das Telefon klingeln und rannte in den Flur. „Ja?“ Ich hasste Telefonieren nach dem Schlafen. Noch keinen Kaffee intus, noch keine Dusche. „Ich bin es, Mama“, hörte ich meine Lieblingsstimme. Prompt war ich wach. „Du klingst, als ob du gerade aus dem Bett gefallen bist?“, meinte mein Sohn. Er kannte mich eben zu gut. „Ja, äh, ja, das bin ich tatsächlich“, entgegnete ich und kicherte.
„Jetzt?“, sagte Julian erstaunt. „Es ist fast 12 Uhr, Mama.“ Seine Stimme nahm einen mahnenden Klang an. Ich überlegte kurz, ob ich die Tür zu meinem gestrigen Abend einen Spalt öffne und Julian hineinspähen lasse.
„Ja, ich war erst gegen 3 Uhr morgens zu Hause, mein Schatz.“ Meine vergnügte Stimme war nicht zu überhören. „Na, sieh mal an. Wo warst du denn?“, fragte er erstaunt.
„Ich war in einer Blues-Bar“, verkündete ich stolz.
„Allein?“, fragte er.
„Nein, natürlich nicht, mit Sandra.“
„Hm.“
„Wie, hm?“
„Ja, du warst lange nicht mehr aus.“
„Das ist wahr und es wurde Zeit, es zu ändern.“
Das Gespräch verwunderte mich. Es war noch nicht so lange her, da stellte ich Julian solche bohrenden Fragen. Wo war er? Mit wem war er? Wie lange war er? Was kam noch?
„War es schön?“, fragte mein Sohn.
„Oh ja, es war einfach toll!“ Meine Stimme hob sich und ich zupfte gedankenverloren an den Rosen, die auf dem kleinen Schränkchen im Flur standen. Vor meinem geistigen Auge baute sich der Gitarrist auf, mit seiner wilden Frisur und dem Dreitagebart, den durchtrainierten Beinen, dem Knackarsch in den eng sitzenden Jeans und dem verschmitzten Lächeln, dem unglaublichen Spiel seiner Hände auf den Gitarrensaiten, sein Arm um meine Schultern, der tiefblaue Blick in meine Augen.
„Mama?“
„Ja?“
„Ich komme nächstes Wochenende mal nach Hause.“
„Oh fein! Da freue ich mich. Da machen wir es uns richtig gemütlich.“
Genau, wir machen es uns richtig gemütlich. Das sagte Julian doch das letzte Mal, nicht wahr? „Gemütlich“, sagte er. Ich sitze strickend am Kamin und erzählt mir von seinem Studentenleben. Ich sehe immer wieder über die Brillengläser hinweg zu ihm und gebe meinen Senf dazu.
Ich schüttelte mich.
„Ich würde gern wieder deinen tollen Nudelauflauf essen.“, meinte mein Sohn beiläufig und unterbrach meine Gedanken. Stimmt, ich hatte vergessen, ihn zu fragen, was er essen möchte.
„Natürlich, mein Schatz, den mache ich dir.“
„Vielleicht kannst du auch den tollen Apfelkuchen backen? Den mag ich so sehr.“
„Ja, den Apfelkuchen, den kann ich auch machen.“
„Schön, Mama, dann bis nächste Woche. Kussi.“
Knack.

Nudelauflauf und Apfelkuchen. Apfelkuchen und Nudelauflauf. Nichts lieber als das, mein Schatz.

©Sylvia Kling

Na, dann wollen wir doch hoffen, dass Sonja ihren neuen Lebenssinn findet, ohne ihren Julian aus den Augen zu verlieren.

Straßenfotografien, g. U.

Straßenfotografien, g. U.

Foto und Beitragsfoto: Straßenfotografien – hier findet Ihr den Blog mit den vielseitigen Fotografien von Lennart:

https://strassenfotografien.wordpress.com/

 

Vorösterlich


VorÖsterlich

Heute lief ich mit meinem Liebsten
tief in den DorfWald  hinein,
ich sehnte mich nach Leben,
weitab vom trägen Sein

Der Duft des Märzes Wehen
entlang der Böschung am Bach,
unter dem WinterVergehen
  lugte das WiesenGrün schwach

Erhebend fiel mir ein,
(ich wäre doch dazu bereit),
auch die Liebe insgeheim
Erblüht. Wie die FrühlingsZeit.

©Sylvia Kling

©Alexander Rudeloff

©Alexander Rudeloff

Foto: ©Alexander Rudeloff

https://putetet.wordpress.com/

Hör- und Lesbar: „Nicht fair“


Aus der Hör- und LesBar heute mein Gedicht „Nicht fair“ – hier zum Hören mit Musik von F. Chopin:

http://www.sylvia-kling.de/download/nicht_fair_final_1.ogg

LesBar:

Ein Gedicht zum Zeichen der Anteilnahme für die Opfer von Verkehrsunfällen und deren Angehörige. Nicht zu vergessen ist die Arbeit von Rettungskräften. Der tägliche Kontakt mit dem Tod, dem Leid und Schmerz geht auch an Rettungskräften nicht spurlos vorüber.

Nicht fair

Ein hektisches Treiben
in angstvoller Luft,
drückend verrauchter Zunder,
ein Schuh liegt neben
der Wagentür
wie alter nutzloser Plunder

Blaulichter
mit gemeinlautem Ton
bremsen autoritär,
Türen schlagen,
ein Gang zum Elend,
ob da ein Atmen noch wär

Die Dunkelheit
mit Licht gefüttert,
dichtes, schwarzes Haar,
im Blaulichtstrahl anmutig glänzt
wie es vor Stunden noch war

Der blasse Mann
hob die Hände erschöpft,
der Andere flüstert: “Es ist nicht fair”,
verzweifeltes Schreien
von der Ferne her schallt.
“Die Mutter”, sagte er.

©Sylvia Kling

Todeskreuz Steffen Haua - bei Folbern (Großenhain/Sachsen)

Folbern (Großenhain/Sachsen)

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„Deine Welt“ – GEGEN DAS VERGESSEN


GEGEN DAS VERGESSEN – TEIL VI – ein Beitrag von Rainer Woltmann

Deine Welt

Du bist in eine Welt geboren,
Eine Welt aus offenen Toren,
Solltest froh sein, statt zu klagen,
sie durchschreiten, denn sie zuzuschlagen.

Willst nicht teilen, sondern siegen,
die Welt Dir so zurecht verbiegen,
dass das Fremde in der Stadt
darin keinen Platz mehr hat.

Du legst Feuer in den Häusern,
in denen Menschen sich nicht äussern,
Rechtfertigst Dein Verbrechen,
weil sie nicht Deine Sprache sprechen.

Du jagst Menschen hinterher,
machst das Leben ihnen schwer,
Meinst, Du darfst sie schlagen, treten,
weil sie einen anderen Gott anbeten.

Doch bist Du nur ein kleines Licht,
die Welt um Dich verstehst Du nicht,
denn zu Liebe und zu Herzlichkeit,
bist Du bei Weitem nicht bereit.

©Rainer Woltmann

Rainer Woltmann, geb. 4.5.1967, wohnhaft in Gießen an der Lahn – Moderator und Gründer der Gruppe: „GEGEN DAS VERGESSEN – Kein 4. Reich“ auf Facebook.

Ein kleines, unschuldiges und hilfloses Blümchen wird von einem Schuh zertreten. Dies soll eine kritische Anspielung auf rechte politiksche Orientierung sein. (piqs.de ID: 738e77a518e345fb95957d5b7571b8b8)

Ein kleines, unschuldiges und hilfloses Blümchen wird von einem Schuh zertreten. Dies soll eine kritische Anspielung auf rechte politiksche Orientierung sein. (piqs.de ID: 738e77a518e345fb95957d5b7571b8b8)

Weitere Teilnehmer_innen:

http://querdenkende.com/2016/02/11/teilnahme-am-projekt-gegen-das-vergessen/

https://arnovonrosen.wordpress.com/2016/02/11/teilnahme-am-projekt-gegen-das-vergessen/

https://belanahermine.wordpress.com/2016/02/11/rosa-ein-beitrag-zum-projekt-gegen-das-vergessen/

https://ulerolff.net/2016/02/11/gegen-das-vergessen/

https://lyrifant.wordpress.com/2016/02/12/gegen-das-vergessen/

http://seniorenleichtathletik.com/2015/10/16/59-dieses-mal-kein-sportbericht-doch-hoffentlich-genau-so-interessant/

http://herzhuepfen.com/2016/02/09/kein-gewicht-ein-beitrag-zur-aktion-gegen-das-vergessen/

http://querdenkende.com/2016/02/09/revolutionaere-wesen-taeuschen-uns/

http://querdenkende.com/2016/02/12/nie-wieder-krieg-papa/

https://pawlo.wordpress.com/2016/02/10/gegen-das-vergessenagainst-forgetting/

https://belanahermine.wordpress.com/2016/02/10/gegen-das-vergessen/

https://monikamaria.wordpress.com/2016/02/10/gegen-das-vergessen-2/
https://aouga.wordpress.com/2015/08/30/verzeiht/

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Zum Foto:

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http://piqs.de/fotos/126153.html

Fotograf: Lisa Spreckelmeyer
Titel: Keine Chance