Hör- und LesBar: „Mein Brief (Israel)“


„Mein Brief (Israel)“ habe ich für Euch mit musikalischer Untermalung von Johann Sebastian Bach gelesen:

Mein Brief (Israel)

Einen Brief sollte ich schreiben,
man wollte ihn in die Ritzen
der Klagemauer legen,  הכותל המערבי
ich habe mich zurückgezogen an die TrauerWeiden,
der Gedanken an die Wünsche wegen

Da sah ich einen Stein
mit tief gepressten Spuren
und atmete jahrhundertalte, schwere Luft
ich sah des Landes
schrumpfende Konturen
und roch des Hasses
ascheschwarzen Duft

Ich sah mein Dasein
unter diesem freien Horizont,
in einem Dorf, jenseits von Israel,
hab mich in meinem grünen Gras gesonnt,
der gelbe Löwenzahn war mein Juwel

Es dehnen sich die Zeiten,
wie Juden die Gebete hatten,
mein Brief hat Israel schon längst erreicht,
unterm Ölberg zeichnet sicher er nun Schatten,
ich schreibe einen neuen.
Mit FriedensDuft vielleicht.

©Sylvia Kling

Treffpunkt der gläubigen Juden aus aller Welt: Die so genannte "Klagemauer", Teile der Westmauer des alten herodianischen Tempels aus der Zeitenwende (piqs.de ID: fc85f570733e80d477285045c85c3136)

Treffpunkt der gläubigen Juden aus aller Welt: Die so genannte „Klagemauer“, Teile der Westmauer des alten herodianischen Tempels aus der Zeitenwende (piqs.de ID: fc85f570733e80d477285045c85c3136)

Zum Foto:

http://piqs.de/fotos/8586.html

Lizenz: Creative Commons License
Fotograf: P.-G. Koch
Titel: Klagemauer

Frank ergänzte in einem Kommentar zu diesem Gedicht folgenden sehr gelungene Verse:

Trauerweide

In einer Träne formte sich die Klage;
aus dunkel schwerem Herz, vielleicht.
Sie fiel auf gelb besternte Wiese;
ein Silberbach, er trug sie fort, vielleicht.
Und tröstend rauschen alte Zweige
und junge Zweige winden sich;
werden zum Korb, der neu gefüllt
mit heller Freude und einem
Kinderlachen sicherlich.

©miro

Hier findet Ihr seinen Blog, auf welchem ich sehr oft hängen bleibe und mich an seiner Poesie erfreue:

https://frankgueld.wordpress.com/

 

Quelle Wikipedia:
„Die Klagemauer wird von Juden westliche Mauer, oder einfach nur Kotel, genannt, da sie die Westmauer der Tempelanlage war und nicht primär ein Ort der Klage ist. Sie ist 48 Meter lang und 18 Meter hoch. Täglich besuchen viele Menschen die Klagemauer, um zu beten. Viele stecken auch aufgeschriebene Gebete, Wünsche und Danksagungen in die Ritzen und Spalten der Mauer. Sie stellt für viele Juden ein Symbol für den ewigen, bestehenden Bund Gottes mit seinem Volk dar. Da der Platz in den Ritzen nur begrenzt ist, fallen viele Zettel mit der Zeit herunter und werden später aufgesammelt. Ebenso werden die Zettel monatlich aus den Ritzen entfernt und zusammen mit den heruntergefallenen anonym auf dem Ölberg bestattet.[11]

Grundsätzlich ist der Zugang auch für Nichtjuden problemlos möglich. Fotografieren innerhalb des abgesteckten Bereiches unmittelbar vor der Mauer ist im Allgemeinen erlaubt (ausgenommen an hohen jüdischen Feiertagen und an Sabbat), dabei sind jedoch die örtlichen Hinweise zu beachten.“

Ich verweise hin und wieder gesondert darauf:

Das Kopieren und die Weiterverwendung urheberrechtlich geschützter Inhalte ist nicht gestattet.

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33 Gedanken zu „Hör- und LesBar: „Mein Brief (Israel)“

  1. Pingback: Suche nach Frieden | Momentaufnahmen aus Jerusalem

  2. Der Frieden steht nach meinem Gefühl bereits vor der Tür. Aber das dauert wohl noch ne ganze Zeit, bevor es wärmer wird. So spielt das Leben eben.
    Dass Beiträge auch gehört werden können, ist wie gesagt genial.
    Dat möchte ich auch mal können, den Leuten mal richtig Bescheid geben!!
    LG
    PJP

    Gefällt 1 Person

  3. Pingback: Fragen von Roe Rainrunner – Arno von Rosen

  4. Trauerweide

    In einer Träne formte sich die Klage;
    aus dunkel schwerem Herz, vielleicht.
    Sie fiel auf gelb besternte Wiese;
    ein Silberbach, er trug sie fort, vielleicht.
    Und tröstend rauschen alte Zweige
    und junge Zweige winden sich;
    werden zum Korb, der neu gefüllt
    mit heller Freude und einem
    Kinderlachen sicherlich.

    Gefällt 2 Personen

    • Deshalb diese melancholischen Zeilen – ich sonne mich im grünen Gras und schreibe einen neuen Brief … mit Friedensduft. Diese Übertragung der Traurigkeit über eben diese Verhältnisse, diese Brandherde, wollte ich zum Ausdruck bringen, lieber Ernst.

      Herzliche Grüße an einem recht sonnigen Tag,
      Sylvia

      Gefällt 1 Person

      • Das beruhigt mich sehr – manchmal haben die Menschen auch eine sehr unterschiedliche Wahrnehmung und Interpretation (was auch gut ist), so dass ich auf Rückmeldungen immer gespannt bin (aber auch manchmal erstaunt, wenn eine völlig konträre Interpration erfolgt, was mich manchmal etwas irritiert 😉 ). Wenn man viel mit Metaphern arbeitet, lässt sich dies allerdings nicht vermeiden :-).
        Ich danke Dir sehr für Deine nochmalige Rückmeldung, lieber Ernst.

        Herzlichst,
        Sylvia

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  5. In der Tat ein ausdrucksstarkes Kunstwerk, dieses Gedicht. In der Zeit wirrer Gedanken unserer Geschichte hoffe ich auf allerwelts Frieden auf Erden. Leider ist es mir nicht gegönnt, mich so edel auszudrücken.Allein der zweite Vers ist so wortgewaltig, dass es auf eine aktuelle Reise der Gedanken einläd.
    Danke!
    Liebe Grüße, Andreas

    Gefällt 1 Person

    • Lieber Andreas,

      vielen herzlichen Dank für die starken Worte. Dieses Gedicht ist eines meiner persönlichen Lieblingsgedichte, da es mir eben auch sehr am Herzen liegt: Israel und Frieden (natürlich nicht nur diese Konstellation).

      Herzliche Grüße
      Sylvia

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  6. Pingback: Sonntag, den 28. Februar 2016 | Kulturnews

    • Ja, liebe Anna-Lena, so ist es leider. Deshalb sehnen wir uns nach dem Duft des Friedens – Israel ist mir sehr ans Herz gewachsen ….
      Hab auch Du einen schönen Sonntag. Im Moment duftet auch der Frühling schon – wie schön.

      Liebe Grüße
      Sylvia

      Gefällt 1 Person

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