70 Jahre Frieden – Zu lang für die Deutschen?


Gegen das Vergessen – Teil IV – Schon wieder? Ja, schon wieder und immer wieder!

70 Jahre Frieden- Zu lang für die Deutschen?

Ein Beitrag von Martin Schauerte, 53 Jahre alt, wohnhaft in Rosbach, Nordrhein-Westfalen, Germany :

Der Titel ist Provokation und die ist gewollt.

In einer Zeit in der die Rechten erstarken, sich Anschläge auf Flüchtlingsheime häufen und in Social Media‘s die Hasskommentare zunehmen. In einer Zeit, in der Mitleid und Menschlichkeit zu Fremdwörtern werden. Da frage ich mich: Wie kann das sein, wo liegt die Begründung? Meine Theorie ist, dass es uns schon zu lange zu gut geht. Vergessen sind die schmerzhaften Kriegszeiten und die Entbehrungen danach. Es gibt immer weniger Zeitzeugen, die den jüngeren Generationen schildern, wie schlimm es damals war.

Ich kenne zum Glück noch Geschichten von meinen Großeltern oder anderen, alten Leuten. Die Geschichte von dem russischen Zwangsarbeiter, der meinem Großvater unter Tage das Leben gerettet hat und dem er immer, unter Gefahr für sich selbst, Essen zugesteckt hat. Die Geschichte von dem Vater eines Freundes, der in russischer Kriegsgefangenschaft war und niemals darüber sprechen konnte. Der Onkel, der immer dem Alkohol zugesprochen hat, nachdem er als junger Mann im Krieg den Arm verloren hat. Oder die Schilderungen von Verwandten, wie Menschen aus der Nachbarschaft Bunker aufsuchen wollten und von Tieffliegern beschossen wurden.

Mit 15 Jahren habe ich schon Filme von Aufräumarbeiten in Konzentrationslagern gesehen, die im Reichstag gezeigt wurden. Von den KZ‘s, die heute von Nazis als Propaganda bezeichnet werden. Ich habe mich viel mit dieser Zeit beschäftigt und darüber gelesen. Aber auch meine Generation, die eigentlich noch diese Geschichten kennen sollte, verhält sich teilweise genau so empathielos.

Meine Eltern waren einfache Leute, so dass ich hier nicht als Jemand berichte, der hochwohlgeboren daherkommt. Mein Vater arbeitete als Bauarbeiter, meine Mutter war Hausfrau, und das Geld war immer knapp. Aber niemals wurde ein schlechtes Wort über die neuen Gastarbeiter, die Anfang der 70er Jahre kamen, gesprochen. Nein, es war selbstverständlich, dass wir Kinder miteinander spielten.

Mir wurde Mitgefühl, Menschlichkeit und Toleranz von meinen Eltern mitgegeben, wofür ich ihnen immer dankbar sein werde. Doch wieder frage ich mich, was ist mit den Menschen, die nach rechts abdriften und das Unheil wählen wollen? Habt ihr alles vergessen? Müsst ihr selbst erst einen Krieg erleben und wirkliches Leid erfahren, um das Elend zu verstehen und eure Menschlichkeit wieder zu erlangen?

Martin Schauerte

 

Thomas Schaal /siehe unten

Thomas Schaal /siehe unten

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Martin ist kein Blogger, sondern über http://querdenkende.com(Lotar Martin Kamm) und Kulturnews – http://kulturnews.net/ sowie Facebook auf dieses Projekt aufmerksam geworden und möchte sich gern daran beteiligen. Beim Verlinken bitte deshalb den Link zu diesem Beitrag auf meiner Seite benutzen!

Ich freue mich sehr darüber.  Wir brauchen in diesen Tagen jeden Einzelnen.

Am Rande sei erwähnt, dass ich selbst normalerweise der Teilnahme von Projekten nicht zugetan bin. Doch bei dieser Thematik mache ich eine Ausnahme. Warum?

Ich beobachte den Verlauf in Politik und Gesellschaft und meine Befürchtungen werden von Tag zu Tag um so mehr wahr. Wer noch immer nicht begriffen hat, was uns hier erwartet und sich weiter in seiner alten, bequemen Sicherheit wiegt, den kann ich nicht beglückwünschen, sondern mit Verlaub gesagt, nur bedauern. „Das haben wir nicht gewusst“ gilt dann nicht mehr.

Im Übrigen: Es interessiert dann auch niemanden mehr. Wir alle werden dann ganz andere Probleme zu bewältigen haben!

Ich danke für die Aufmerksamkeit,

Sylvia Kling

Weitere Teilnehmer_innen:

http://querdenkende.com/2016/02/11/teilnahme-am-projekt-gegen-das-vergessen/

https://arnovonrosen.wordpress.com/2016/02/11/teilnahme-am-projekt-gegen-das-vergessen/

https://belanahermine.wordpress.com/2016/02/11/rosa-ein-beitrag-zum-projekt-gegen-das-vergessen/

https://ulerolff.net/2016/02/11/gegen-das-vergessen/

https://lyrifant.wordpress.com/2016/02/12/gegen-das-vergessen/

http://seniorenleichtathletik.com/2015/10/16/59-dieses-mal-kein-sportbericht-doch-hoffentlich-genau-so-interessant/

http://herzhuepfen.com/2016/02/09/kein-gewicht-ein-beitrag-zur-aktion-gegen-das-vergessen/

http://querdenkende.com/2016/02/09/revolutionaere-wesen-taeuschen-uns/

http://querdenkende.com/2016/02/12/nie-wieder-krieg-papa/

https://pawlo.wordpress.com/2016/02/10/gegen-das-vergessenagainst-forgetting/

https://belanahermine.wordpress.com/2016/02/10/gegen-das-vergessen/

https://monikamaria.wordpress.com/2016/02/10/gegen-das-vergessen-2/
https://aouga.wordpress.com/2015/08/30/verzeiht/

https://sugar4all.wordpress.com/2016/02/12/projekt-gegen-das-vergessen/

https://collectinghappiness.wordpress.com/2016/02/12/gegen-das-vergessen-fred-uhlman/

https://rachelgedanken.wordpress.com/2016/02/17/gegen-das-vergessen/

http://seelenglimmern.com/2016/02/19/es-gibt-nur-zwei-menschenrassen-und-die-eine-lebt-ihren-selbstdarstellungswahn-lachend-aus/

https://4alle.wordpress.com/2016/02/20/gegen-das-vergessen-ein-projekt/

https://juckplotz.wordpress.com/2016/02/20/gegen-das-vergessen/

http://musikhai.com/2016/02/21/teilnahme-am-projekt-gegen-das-vergessen/

https://lyrifant.wordpress.com/2016/02/22/bitte-einer-duennhaeutigen/

https://maddemaddigger.wordpress.com/2016/02/21/schlussstrich/

http://querdenkende.com/2016/02/22/hinter-den-worten/

https://ulerolff.net/2016/02/11/gegen-das-vergessen/

https://belanahermine.wordpress.com/2016/02/18/puzzle-teile-erinnerungsfetzen/

https://peteremrich.wordpress.com/2016/02/24/gegen-das-vergessen/

https://belanahermine.wordpress.com/2016/02/25/wir-wunderkinder/

https://daswaerdochwas.wordpress.com/2016/02/26/gegen-das-vergessen/

http://dorisbrunkertblog.com/2016/02/27/gegen-das-vergessen-ein-projekt-von/

https://belanahermine.wordpress.com/2016/03/03/meine-grossmutter-erzaehlt/

https://pollysgeliebtesleben.wordpress.com/2016/02/22/gegen-das-vergessen/

https://tangofiligran.wordpress.com/2016/03/06/gegen-das-vergessen/

https://zungenkoeder.wordpress.com/2016/03/07/gesan-vom-lager/

https://belanahermine.wordpress.com/2016/03/11/die-kraniche-ziehen/

http://querdenkende.com/2016/03/28/aufrechte-streiter-hoch-zu-ross-in-gnadenloser-mission/

https://belanahermine.wordpress.com/2016/03/31/meine-andere-grossmutter-erzaehlt/

https://tangofiligran.wordpress.com/2016/04/09/juedisches-leben-in-berlin-bis-1945/

https://wittlicher.wordpress.com/2016/04/13/unvergessene/

https://belanahermine.wordpress.com/2016/04/24/tod-und-schrecken/

https://querdenkende.com/2016/04/26/systemwechsel-in-altbekannte-bahnen/

https://cbeachblog.wordpress.com/2016/01/27/die-saat-ist-gelegt/

https://mailprofotoblog.com/2016/04/12/gegen-das-vergessen/

https://eulenschwinge.wordpress.com/2016/05/05/ein-koffer-gegen-das-vergessen/

https://tomdot.wordpress.com/2016/05/05/gegen-das-vergessen/

https://belanahermine.wordpress.com/2016/05/08/tag-der-befreiung/

https://starlitskythoughts.wordpress.com/2016/05/13/gegen-das-vergessen/

https://cbeachblog.wordpress.com/2016/05/11/was-haben-wir-falsch-gemacht/

https://issoundnichtanders.wordpress.com/2016/05/15/endlich-frieden-teilnahme-am-projekt-gegen-das-vergessen/

https://tangofiligran.wordpress.com/2016/05/07/gebilligt-und-hingenommen/

https://redskiesoverparadise.wordpress.com/2016/05/22/bertha-baer/

https://redskiesoverparadise.wordpress.com/tag/stolpersteine/

https://issoundnichtanders.wordpress.com/2015/10/02/

Gegen das Vergessen – Gegen die Schuld

Es darf nie wieder, nie wieder geschehen! – Gegen das Vergessen

Zum Foto:

Auszüge aus Wikipedia:

„Das Jugendverwahrlager Litzmannstadt (Jugend- oder Kinder-KZ, amtlich Polen-Jugendverwahrlager Litzmannstadt der Sicherheitspolizei in Litzmannstadt) war ein Konzentrationslager für Kinder während der deutschen Besetzung Polens.“

„Das jüngste in das Lager eingewiesene Kind war ein zwei Jahre und drei Monate alter Junge.“

„Die höchste Zahl von inhaftierten Kindern wurde Ende 1943 mit 7.832 erreicht. Während des Bestehens des Lagers wurden mehrere Tausend Kinder, möglicherweise zwölf- bis dreizehntausend oder sogar 20.000 Kinder hier inhaftiert. Beim Einmarsch der Roten Armee wurden noch etwa 800 bis 900 Kinder im Lager gefunden.“

„Die Kinder mussten täglich zehn bis zwölf Stunden arbeiten. Es wurden Schuhe für die Wehrmacht repariert, Patronentaschen hergestellt, Körbe für Artilleriemunition geflochten und Nägel gerade gebogen. Die jüngsten mussten Tüten kleben oder künstliche Blumen herstellen. Eine Gruppe von vor allem Mädchen, zeitweilig bis zu 150, wurde auf einem Gut bei Litzmannstadt in der Landwirtschaft eingesetzt.“

„Strafen waren, unabhängig vom Alter der Kinder; Schläge mit Stock oder Peitsche, Essensentzug, Dunkelarrest, in den Schnee legen und mit kaltem Wasser übergießen und Ähnliches. Wie viele Kinder in dem Lager umgekommen sind, ist nicht sicher. Es gibt Dokumente, die von 200 Toten pro Monat ausgehen, was etwa einem Drittel der Inhaftierten entspricht. Als offizielle Todesursachen wurden häufig Herzschlag und Lungen-Tuberkulose angegeben. Die wahren Ursachen waren unzureichende sanitäre und hygienische Lagerbedingungen, Schläge und Erschießungen.“

„Erst am 9. Mai 1971 wurde ein Denkmal für die Opfer des Lagers enthüllt. Das Denkmal des Martyriums der Kinder (Pomnik Martyrologii Dzieci) wurde aus einer Schrott- und Altpapiersammlung finanziert und zeigt ein nacktes Kind vor einem zerbrochenen Herzen.“

http://piqs.de/fotos/186684.html

Creative Commons License
Fotograf: ThomasSchaal
Titel: Das Denkmal des Martyriums der Kinder (I)
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57 Gedanken zu „70 Jahre Frieden – Zu lang für die Deutschen?

  1. Pingback: Gegen das Vergessen | Tom. Fotoblog

  2. Pingback: 70 Jahre Frieden- Zu lang für die Deutschen? |

  3. Pingback: Endlich Frieden? – Teilnahme am Projekt „Gegen das Vergessen“ – isso und nicht anders

  4. Pingback: Gegen das Vergessen – Starlit Sky Thoughts

  5. Pingback: “Ich bin in Sehnsucht eingehüllt” – GEGEN DAS VERGESSEN | Sylvia Kling - Literatur

  6. Pingback: Kriegserbe | Pilgerin Belana Hermine

  7. Pingback: Ein Mensch, wie stolz das klingt | Sylvia Kling - Literatur

  8. Pingback: “Verzweiflung” – Gegen das Vergessen | Sylvia Kling - Literatur

  9. Pingback: Meine andere Großmutter erzählt | Pilgerin Belana Hermine

  10. Pingback: 79/366 Zu lange kein Krieg in Deutschland? 19. März | die3kas oder kurz kkk

  11. Hallo, ich komme auf Gegenbesuch. Vielen Dank.

    Deine Frage ist berechtigt!
    Ich antworte auf meinem Blog!
    Bereite ich jetzt vor und wird dann für den 79. Tag erscheinen.
    In Schaltjahren blogge ich täglich!

    Liebe Grüsse, kkk

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  12. Pingback: Gegen das Vergessen | PollysGeliebte(s)Leben

  13. Pärchen

    Die emsig stetigen Begleiter
    auf Weltenbühnes Menschenleiter
    sind zwei, die bestens sich ergänzen
    mit Macht und Ohnmacht billig glänzen
    in kalter Brachialmanier
    verschleiern sie die `Background-Gier´
    sie herrschen absolut feudal
    in Hohlköpfen – verdammt noch mal
    sie schließen Bündnisse mit allen
    die blind vor ihnen niederfallen
    sie fürchten weder Tod noch Teufel
    in Egozentrik ohne Zweifel
    Wer ist denn nun besagtes Paar
    im Outfit, wie es immer war ?
    die grinsen als Realpopanz
    es sind – Dummheit und Arroganz

    ( © Joachim Rohlfing )

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  14. Pingback: Die Kraniche ziehen | Pilgerin Belana Hermine

  15. Pingback: Meine Großmutter erzählt | Pilgerin Belana Hermine

  16. Pingback: Wir Wunderkinder | Pilgerin Belana Hermine

  17. Pingback: Guten Morgen Deutschland erwacht… | naturesense

      • Diese AFD oder Pegida ist doch nur eine uncheinare Spitze des Eisbergs.

        Wenn man sich mal sehr genau die Geschichte der BRD, auch im Zusammenhang mit den damaligen „Befreiern“ anschaut, dann ist eine deratige Entwickelung, oder sollte ich besser sagen „Offenlegung“ nur der logische Schluss.
        Due USA als auch die damalige Sowjetunion haben ihre Geheimdienste als auch die neu aufzubauenden deutschen Dienste jeder Art mit „entsprechend erfahrenen“ Leuten besetzt. Eine Entnazifizierung hat also so nie stattgefunden. Dieses Vorgehen wurde selbst in den jungen Jahren innerhalb der Justiz nicht mal offensichtlich. Deutsche die Nazis an den Pranger bringen wollten, wurden durch die immer noch vorhandene Altmacht gnadenlos an die Wand gedrückt und alles wurde im Keim erstickt. Zur Not hat man seinen „alten Freund“ gewarnt und er konnte so untertauchen.

        Und jetzt, was haben wir jetzt?

        Jetzt haben wir das Resultat unserer westlichen Wirschaft und Wertvorstellungen die Menschen die aus jenen Ländern fliehen, die wir entweder vormals deren Despoten unterstützt haben oder dort billige Rohstoffausbeutung oder Fertigung abgeschöpft haben. Beides gerne auch in Kombination.

        Diese Menschen sind nicht dumm! Sie gehen da hin wo es herkommt, in das Land wo das Wasser & Honig fließt. Sie gehen in Staaten die bis heute ein Garant für Menschenrechte und Demokratie sind. Oder sollte man schon sagen waren?
        Jedenfalls scheint man sich im europäischen Umland einen Dreck um die Menschenrechte, übrigens internationales Recht, zu scheeren und macht mit aller Gewallt die Grenzen dicht.

        Es sind also nicht nur die dummen Menschen die dumm sind!

        So ich beende das mal hier, bevor ich ganz platzte.

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  18. Eure Kommentare gehen sehr unter die Haut. Allen, die hier was geschrieben haben, möchte ich das sagen. Ich verfolge das schon die ganze Zeit und habe mich aber noch nie selbst dazu geäußert.
    Grundsätzlich ist sehr interessant, daß viele hier Dinge schreiben, die ich auch in meiner Kindheit ähnlich gehört oder erlebt habe. In meiner Jugend waren noch viele alte Soldaten am Leben, viele Omas und Tanten von mir und von Freunden. Ich hörte damals viele traurige Geschichten, von Leid, und auch von viel Menschlichkeit, auch sogenannten Feinden gegenüber, so daß ich jenen Recht geben kann, die hier schreiben, die junge Generation kennt diese schlimme Zeit nicht mehr! und urteilt über Ausländer ,Fremdarbeiter oder Flüchtlinge vorschnell und aus reiner Unwissenheit! Ich persönlich habe Angst vor der Zukunft, die sich in der Gegenwart schon abzeichnet. Wenn in einer Stadt mit 20.000 Einwohnern an jeder Straßenecke ein Lidl, ein Aldi, ein Rewe und ein sonstwas ist, und in jedem einzelnen Markt so viel Überfluß an Schokolade und co. zufinden ist, daß man Köln oder Hamburg damit versorgen könnte(und noch halb Syrien), dann finde ich das bedenklich. Wer ißt das alles? Wo hört das auf? Irgendwann wird sich das alles rächen, wenn wir nicht mal einen Gang zurückfahren. Und dieses Gerede von den Ausländern, die uns alles wegnehmen, usw. Jaja, wir brauchen für unsere eigene Maßlosigkeit einen Schuldigen. Wir können uns schon selber die Schuld geben, weil es uns viel zu gut geht. Ich persönlich käme mit viel weniger aus, und dann ginge es mir noch doppelt so gut als ich es als Kind gewohnt war.
    Die Menschen, deren Geschichten ich in den Siebzigern gehört habe, die haben teilweise zwar noch eine braun eingefärbte Stimmung gehabt, manche auch nicht, aber die hatten mindestens noch einen Bezug zu dieser Zeit, in der sie ja auch leider negativ geprägt wurden.Wenn ich aber heute junge Politiker öffentlich sagen höre, es solle überlegt werden, daß Flüchtlinge einen tieferen Mindestlohn erhalten sollen als alle anderen, dann habe ich keine Worte mehr. Wer hier arbeitet, der muß ordentlich bezahlt werden! Scheißegal, woher er kommt. Er leistet hier was. Was man wiederum nicht von jedem hochbezahlten Politiker behaupten kann. Ich danke für die Aufmerksamkeit, die ich hoffentlich errege.

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    • Wow! Welch ein ausführlicher Kommentar, der eigentlich schon ein eigener Beitrag zum Projekt gewesen wäre bzw. sein könnte ….
      Ich danke Dir und kann alles, was Du schreibst, nur bestätigen.

      Herzliche Grüße

      Sylvia

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  19. Hallo, ich gehöre wohl zu der Generation, die hier angesprochen wird.
    Es ist wahr, dass ich und meine Freunde durchaus keine wirkliche Armut und auch keinen Krieg vor der eigenen Haustür kennen – wobei sich in Zukunft absehen wird, ob es so bleibt. Ich weiß nicht ob man dies eine wirkliche Problematik nennen kann, aber ich aber durchaus oft darüber nachgedacht und auch geredet.

    Aufklärung und und ständige, mahnende Erinnerung an die NS-Zeit ist natürlich wichtig, aber ich habe mich gefragt wie lange man dies aufrecht erhalten kann? Ich denke dabei an Dschingis Khan, der prozentual mehr von der Weltbevölkerung getötet hat als Hitler, aber dennoch heute in der Mongolei als Nationalheld gefeiert wird. Wie wird es dann in hundert oder zweihundert Jahren bei uns aussehen, wenn die Konzentrationslager und der Weltkrieg nur noch kleine Kapitel in den Geschichtsbüchern sind und kaum mehr als ein Echo aus vergangener Zeit, über das kaum mehr nachgedacht wird, weil es so fern ist?

    Schon jetzt merke ich wie und meine Freunde kaum Bezug zu dieser Zeit aufbauen können, da zum Beispiel meine eigenen Großeltern damals Kleinkinder gewesen waren und sich selbst kaum mehr erinnern können. Menschen neigen dazu alte, bekannte Muster zu wiederholen und deswegen mache mir durchaus Sorgen für die Zukunft.

    Dennoch, wirklich interessanter Artikel und hoffen wir mal auf das beste,

    Stuart Smith

    Gefällt 2 Personen

    • Lieber Stuart Smith,

      bitte entschuldige, dass sich meine Antwort verzögerte. Die Tage waren etwas „vollgestopft“ und das Projekt benötigt Aufmerksamkeit und etwas Einsatz. Ich hoffe, Du siehst es mir nach.

      Die ganze Zeit über suche ich nach einer Antwort zu Deiner unglaublich wichtigen Frage.
      Doch ich kann Dir keine befriedigende Antwort geben – leider.

      Ich kann nur raten, mit einer gewissen Empathie und offenen Augen und Ohren zu leben. Meine Kindheit verbrachte ich in der DDR: bespitzelt, aber irgendwie behütet, friedlich und ohne Hunger. Außer der ersten Tatsache ist es doch nicht so weit von Deiner entfernt.
      Einen Unterschied gab es: Wir wurden in der Schule mit den Geschichten aus dem Zweiten Weltkrieg regelrecht überschüttet. Ich lebte (vielleicht war das von der sozialistischen Regierung übertrieben) in ständiger Angst, so etwas könnte sich wiederholen. In meiner Familie gibt es einige Opfer des Zweiten Weltkrieges. Mein ungarischer Opa fiel im Krieg, meine Oma starb an den Folgen des Hungers und viele andere Schicksale folgten, die ich hier im öffentlichen Rahmen nicht erwähnen möchte.

      Kriege gab es in der Vergangenheit viele .Jahrtausende lang war das Abschlachten von Menschen und die Zerstörung allgegenwärtig.Eine Gesellschaft entwickelt sich zwangsläufig immer weiter.
      Es ging immer um Gebietserweiterungen, Macht und Einfluß auf der Welt und die Verbreitung einer Religion.Das hat sich bis heute nicht verändert.Im Zuge der Industrialisierung ist es nunmehr möglich, mit Waffen unterschiedlichster Art die gesamte Erdbevölkerung auszulöschen.Ich denke da vor allem an die bis heute andauernden verheerenden Auswirkungen der beiden Atombombenabwürfe in Japan.Wer also Frieden auf der Welt will,sollte nicht vergessen,immer wieder den Schrecken von Kriegen in Erinnerung rufen.Die nationalen und internationalen Gedenkstätten sind Zeugnisse einer barbarischen Zeit.

      Wenn die Geschichtsbücher also weiterhin sprechen dürfen, dann sollten wir dankbar sein.

      Ich freue mich sehr, dass sich ein junger Mensch an dieser Diskussion beteiligt und mit Verstand an diese Dinge herangeht. Ich mache mir auch Sorgen um meine Kinder und Enkelkinder.

      Herzliche Grüße

      Sylvia

      Gefällt 1 Person

      • Leider kann ich deine Beobachtung nur teilen 😦
        Sehr viele reagieren genervt auf das Thema, wollen nichts davon lesen oder hören, mir wurde auch schon der Mund verboten, wenn ich mal meinen Unmut über „besorgte Bürger“ und braune Dumpfbacken kundtat. 😦
        Ich glaube so muss es den wenigen Widerständlern in der braunen Zeit auch gegangen sein, sie redeten sich den Mund fusselig und ernteten nur Abscheu und Ablehnung.

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      • Das ist einer jener Gründe, warum es bergab geht: Gleichgültigkeit, Ignoranz und Vorfälle wie gestern in Rechenberg-Bienertmühle! Ich habe geweint. Ich schäme mich. Ich fühle mich hilflos. Der Leiter des Flüchtlingsheimes ist seit 5 Wochen Mitglied der AfD. Der Bürgermeister des Ortes war anwesend.
        Warum kann so etwas passieren?
        Warum werden, wie z.B. am Vorabend zum Jahrestag der Bombardierung Dresdens, die Nazis laufen gelassen und friedliche Gegendemonstranten werden nach Hause geschickt? Viele von „uns“ haben keine Lust und Kraft mehr.
        Die Medien ereifern sich über die „bösen Sachsen“.
        Was ist die Wahrheit?
        Bei uns gibt es viele engagierte Menschen, die nicht – wie Pegida und Nazis – von Polizei und den Obrigen – unterstützt werden. Im Gegenteil, sie werden behindert!
        Ich bin so unglaublich wütend!

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      • Kann dich sehr gut verstehen, auch mir kommen die Tränen, wenn ich solche Sachen höre oder lese.
        Ich fühle mit den Flüchtlingen, die aus einer bedrohlichen Situation kommen und wieder in einer bedrohlichen Situation landen 😦

        Ich würde mir wünschen, dass es mehr Normalität geben würde. Leider verhindern sowohl die Kriminellen, die sich unter die Flüchtlinge mischen und der braune Mob das ganze.

        Mich macht die ganze Situation auch total wütend und auch traurig. Ich fühle mich auch hilflos angesichts der extremen Gefühllosigkeit und des grenzenlosen Egoismusses und der Dummheit. Was kann man da denn noch tun?

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  20. Pingback: Teilnahme am Projekt „Gegen das Vergessen“ | Querdenkende

  21. ich finde dieses projekt sehr gut!
    ich denke bloß, die, die diese ganzen beiträge lesen, die würden ohnehin nicht vergessen.
    ich finde, zb in die schulen müsste es noch viel mehr getragen werden. dennoch, ich setze an bestimmten daten auch immer wieder mal einen beitrag „gegen das vergessen“ auf meinen blog. es ist so wichtig! das „nicht-vergessen“ und auch das stellung-beziehen.
    herzlich,
    diana

    Gefällt 3 Personen

    • Selbstverständlich, liebe Diana, müsste noch mehr getan werden und jeder macht im Alltag das, was er kann.

      Dennoch bin ich der Meinung, dass gerade für die Gleichgültigen unter uns – und davon gibt es leider sehr viele – wichtig ist, sie daran zu erinnern und achtzugeben. Ich habe das selbst so auf FB erleben dürfen. Mehrere Leute beschäftigen sich jetzt mit AfD etc., denen es vor egal war.

      Danke, dass Du auch auf Deinem Blog Zeichen setzt. Ich bin auch kein „Projektmensch“ (ich erwähnte es), lieber eine Einzelkämpferin. Es ist auch recht viel Arbeit.
      Doch das ist mein Einsatz, den ich gern leiste, Diana.

      Herzliche Grüße
      Sylvia

      Gefällt 2 Personen

      • ja, wahrscheinlich gibt es viel mehr gleichgültige, als ich wahrhaben möchte…
        „achtgeben“, ja, das ist auch ein wort, das hier sehr treffend ist, achtgeben und die augen offen halten (und den mund aufmachen) – und das macht dieses projekt.
        so oder so ist es eine sehr sehr gute sache!!
        danke, sylvia, und herzliche grüße nochmals zurück,
        diana

        Gefällt 1 Person

    • Liebe Diana,
      ich kann dir versichern, in unserer Schule wird viel getan.
      Wir haben den Titel: Schule ohne Rassismus, das versuchen wir zu leben.
      Und wir haben das KZ Sachsenhausen in unmittelbarer Nähe. Kein Schüler verlässt unsere Schule, ohne je dagewesen zu sein.
      Aber alles steht und fällt mit dem Engagement der Lehrer und das ist sehr unterschiedlich.
      LG Anna-Lena

      Gefällt 2 Personen

  22. Diesem Bericht kann ich nur zustimmen und dafür DANKE sagen. Auch ich habe keinen Krieg mitgemacht – Gott sei Dank – aber mein Vater und andere aus der Verwandtschaft, die auch im Krieg gefallen sind.
    In meiner Kindheit, als der Wohlstandsstaat so langsam begann, musste auch bei uns jeder Pfennig umgedreht werden. Ich kann mich noch gut erinnern, dass Schokolade am Sonntag eine Ausnahme war und auch ein Braten am Sonntag war keine Selbstverständlichkeit.
    Lebensmittel wurden nicht weggeschmissen, aus altem Brot wurde z.B. Brotsuppe mit Rosinen gemacht, die ich als Kind sogar gern gegessen habe.

    Wir leben nicht nur in einer Wohlstands- sondern ebenso in einer Wegwerfgesellschft, die sich kaum einen Kopf macht, wie wir unsere Müllberge abtragen können, wie wir unsere kaputte Umwelt retten können, wie die Meere wieder sauber werden.
    Genau die Dinge, die so viel kaputt machen, haben Hochkonjunktur, wie z.B. Urlaub auf Kreuzfahrtschiffen, die wie schwimmende Wolkenkratzer aussehen, Urlaub in Skigebieten, in denen der Schnee immer weniger wird. Was soll’s? Wozu gibt es Schneekanonen und Kunstschnee.

    Ach ja, und nun kommen ja noch die Flüchtlinge, die unsere Frauen vergewaltigen, uns die Haare vom Kopf fressen, uns die Arbeitsplätze wegnehmen **Ironie-Smiley* ….
    Die Flüchtlinge werden nicht unser Problem sein und bleiben , sondern weitere kriegerischen Flächenbrände.

    Gefällt 3 Personen

    • Genau so ist, liebe Anna-Lena und schon wieder sind wir vollumfänglich einer Meinung! Ich danke Dir für diesen Kommentar, den ich unterschreiben würde.
      Die meisten Menschen denken, wir haben Werte gewonnen und merken nicht, wie die eigentlichen Werte zerfallen.

      DANKE!
      Herzlichst,
      Sylvia

      Gefällt 1 Person

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