Als ich fünfzehn war


Das Gedicht habe ich mit musikalischer Untermalung von Antonio Vivaldi gelesen:

http://www.sylvia-kling.de/download/als_ich_fuenfzehn_war_1.ogg

 

Als ich fünfzehn war

Als ich fünfzehn war,
war ungetrübt
mein junger Sinn
scheu empfing ich
das Morgenrot,
da hielt ich jeder Stunde
meine Jugend hin

Als ich fünfzehn war,
vertagte sich noch
nicht das Leben,
da glaubte ich,
die Liebe bleibe ewig
an mir kleben,
wie zur Nacht der warme
MutterBlick

Als ich fünfzehn war,
da hat die Zeit noch
nicht jongliert,
da flohen meine Augen
sehnsuchtsvoll ins Morgen,
da hat ein ZuckerGuß
mein Herz glasiert,
da war die Zeit noch
wie ein Schmetterling

Als ich fünfzehn war,
da liebte ich noch
meinen FaschingsHut,
da strömte ungetäuschtes
Lachen in mich ein,
und ungemüßigt floss
mein Blut
Jetzt ist das Leben
jahreszeitengleich.

©Sylvia Kling

©Alexander Rudeloff

©Alexander Rudeloff

Fotos:

©Alexander Rudeloff – https://putetet.wordpress.com/

Das Gedicht schrieb ich eigens zu den beiden Fotos Alexanders, zu welchem er einen sehr persönlichen Bezug hat.

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70 Gedanken zu „Als ich fünfzehn war

  1. Pingback: Dienstag, den 16. Februar 2016 | Kulturnews

  2. Bist du das auf den Bildern? Ich sehe gelegentlich die neue Serie Gotham. Eine der jungen Hauptdarstellerinnen ist diesen Bildern sehr ähnlich. Ich dachte zuerst, dass sie das ist. Ich suche den Namen mal raus, wenn ich nicht mehr unterwegs bin. Mittwoch oder Donnerstag.

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  3. Liebe Sylia,
    das Gedicht hat mich sehr berührt und natürlich schaue auch ich gerne zurück und denke daran, wie es bei mir mit 15 Jahren aussah. Ich hatte, wie alle in dem Alter, meine Träume und Vorstellungen vom Leben, die natürlich nicht alle in Erfüllung gegangen sind. Ich bin meinem ersten großen Schwarm begegnet und so langsam erwachte bei mit die Liebe zu einem Mann. Die Zeit war wunderschön, so naiv und unbekümmert, und ich denke gerne daran zurück. Dein Gedicht hat meine damaligen Empfindungen noch einmal aus der Erinnerung wachgeküsst und das war wunderschön. Ich danke dir dafür.
    LG Piri

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  4. Liebe Sylvia, möchte dir sagen, daß dein wunderschönes Gedicht ganz fest bei mir ankommt und daß es mich in diese schwierig-schöne Zeit zurück versetzt😊 Es war genau so, wie du es beschreibst. Man wußte noch nicht Genaues, war man doch erst ganz am Anfang und hatte aber doch schon ein wenig in das Leben als Erwachsener reingeblinzelt. Es machte Spaß und man war ein Kind, das Freude am Kleinsten hatte und doch schon belastet mit ein bißchen Kummer, sei’s der ersten Liebe wegen, der Ungerechtigkeit in der schnöden Welt, der Karusellfahrt der Hormone oder wegen der altmodischen Eltern☺️

    Auf jeden Fall freut es mich total für Alexander’s Tochter, daß sie so ein besonderes Gedicht, speziell für sich ganz alleine, bekommt😍 Ein liebevoller Papa, der Alexander☺️ Eine liebenswerte Poetin, die Sylvia☺️

    Danke und liebe Grüße
    Elisabeth

    Jetzt hab‘ ich mich gerade noch geärgert, weil ich so gerne deine Stimme hören wollte, wenn du das Gedicht vorträgst. Aber mit dem doofenTablet kann ich’s komischerweise nicht hochladen😔

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  5. Wie unbeschwert haben wir dir Welt doch mit 15 gesehen. Probleme haben wir geahnt und konnten sie wegschieben, das Böse in der Welt haben wir mitbekommen, bei uns war es aber nicht und somit weit weg.
    Fasching fand ich da noch lustig, die ersten Alkoholversuche ernüchternd, Zigaretten noch nicht rauchenswert…
    Irgendwie war unsere kleine Welt da noch in Ordnung, wir hatten noch keine große Verantwortung und konnten uns fallen lassen, um auch aufgefangen zu werden

    Jahreszeitengleich finde ich auch sehr treffend.

    Gut gemacht, liebe Sylvia 🙂 .
    Liebe Grüße!

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    • Liebe Anna-Lena,
      wie recht Du hast! So ähnlich geht es wohl vielen.
      Ich freue mich sehr, dass es Dir gefällt.
      Als ich es – genau zu den Fotos – schrieb, war ich voll und ganz im Thema drin und erstaunt, was daraus entstand.

      Sei herzlich gegrüßt,
      Sylvia

      Gefällt 1 Person

  6. Interessant, das Gedicht. Habe mir überlegt, wie es mit fünfzehn war. Klar waren die Probleme und Herausforderungen, heute betrachtet, nichts Weltbewegendes. Aber damals war es sehr wichtig, so wichtig, wie Vieles uns heute als immens wichtig erscheint.
    Danke für den Zeitspaziergang.

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  7. Dein Gedicht erinnert auch mich an die unbeschwerte Zeit meines jugendlichen Leichtigkeitsinns 🙂
    Schön war’s! Da möcht man gern zurück verschwinden. Manchmal wenigstens, zum Auftanken..
    Sei lieb gegrüßt !

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  8. Fantastisch! Das Gedicht hat mir sehr gefallen, wirklich toll, erinnert es mich doch sehr an die eigene Zeit, die noch nicht allzu lange zurück liegt, doch wirkt, als wäre es ein anderes Zeitalter, in dem man gelebt hat, so frei und beschwingt..

    Gefällt 2 Personen

      • In meiner Lyrik/den Gedichten sind nicht immer eigene Anteile enthalten (bzw. mal mehr, mal weniger), da ich sehr viel aufnehme und beobachte, dieses dann in Gedichten einarbeite. Ich kann deshalb auch Gedichte „im Auftrag“ schreiben ;-). Doch das lyrische Ich vermischt sich auch immer wieder gern mit dem realen Ich – so muss es sein.
        Liebe, erklärende Grüße,
        Sylvia

        Gefällt 2 Personen

    • Dankeschön, liebe Elke – ja, dieses Gedicht war mir ein Bedürfnis. Ging es uns nicht (fast) allen so? Wir hatten Probleme, die eigentlich noch gar keine waren. Ein wenig Melancholie, doch auch Lebensbejahung: JETZT ist das Leben „jahreszeitengleich“ – mal warm, mal kalt, mal sonnig, mal düster.
      Liebe Grüße an Dich, liebe Elke und herzlichen Dank fürs Lesen (und Hören?).
      Sylvia

      Gefällt 1 Person

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