Polen


In Polen weilte ich oft,
dem schönen Danzig,
der Stadt am Ostseemeere,
ein eigenes Völkchen
mit Heimatstolz und
kräftigpolnischer Ehre

Sie waren gegen die
Roten,
auch gegen die Faschisten,
bei jedem polnischen Feiertag
ihre Fahnen
würdevoll hissten

Ein wenig herb,
katholisch verschlossen,
manchmal auch vertraut,
Polen litt ewig ungeheilt,
mein Deutsch war leise
ihnen schon zu laut

Heute frage ich
nach dem alten Polen,
ich höre sie anders sprechen
Wie vergisst dieses
geplagte Land an ihm
nur die Verbrechen?

©Sylvia Kling

(„Polen“  erscheint mit 199 anderen Gedichten im Gedichtband „BruchStücke“ – vorgesehene Publizierung: August 2016)

Hauptgasse in Danzig Abends (piqs.de ID: 8aefe0899e65c0c8e6b5f1f420cf5df9)

Hauptgasse in Danzig Abends (piqs.de ID: 8aefe0899e65c0c8e6b5f1f420cf5df9)

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Lizenz: Creative Commons License

http://piqs.de/fotos/169862.html

Fotograf: herminefan
Titel: Kirchturm
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38 Gedanken zu „Polen

  1. Pingback: Donnerstag, den 14. Januar 2016 | Kulturnews

  2. Vielleicht geht es auch mehr um Gefühle und Stimmungen und die beschreibst du sehr engagiert. Leider kenne ich das Land nicht und habe auch aktuell keine polnischen Gesprächspartner. Deine Sicht des heutigen Polens ist da natürlich realistischer, weil du näher an den Menschen bist.

    Gefällt 2 Personen

    • Stimmungen und Emotionen sind nie objektiv – Gott sei Dank. Sonst könnten wir aus Lyrik eine Wissenschaft machen 😊. Mit den Ungarn geht es mir ähnlich. Die „Alten“ wissen noch sehr genau, was diese derzeitigen Entwicklungen zur Folge haben (können), die „Jungen“ sind „abgebrüht“. Aber auch unter den Ungarn gibt es verschiedene Stimmen – so wie in Polen und bei uns.
      Beide Länder mag ich sehr. Beide haben in meinem Herzen einen besonderen Platz.

      Gefällt 3 Personen

      • 37,6 % – und damit eine absolute Mehrheit? Bei gut 82 % Wahlbeteiligung sind das etwa 30 % der Wahlberechtigten. Die Regierung hat nicht wirklich die Mehrheit der Bevölkerung hinter sich. Kein Wunder, dass sie alles tut, um ihre Macht zu zementieren. Und kein Wunder, dass viele Polen dagegen auf die Straße gehen.

        Gefällt 2 Personen

      • Ja, so ist es wohl. Dennoch drücke ich meine Emotionen aus, da ich dieses Land sehr häufig besuchte und mit Verwandten viele Gespräche hinsichtlich des zweiten Weltkrieges hatte und weiß, wie sie litten. Höre einer Vielzahl Polen heute zu, ergibt sich für mich ein anderes Bild. Letztendlich ist es also ein Gedicht und entspricht keiner politischen „Sachlage“.
        Liebe Grüße
        Sylvia

        Gefällt 1 Person

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