Wa(h)re Lüge


Die Wahrheit ist oft eine Bürde,
in Worten fällt sie nicht leichter,
wer zwingt uns zur lästigen Hürde,
macht schweren Ton uns seichter?

 

Süßer scheint da die Lüge,
kommt sorglos uns über die Lippen,
erspart uns jede bittere Rüge,
zieht gekonnt an rissigen Strippen

 

Doch Würde bettet die Wahrheit,
sie achtet den wirklichen Schweiß,
am Bittersten doch scheint die Dummheit,
sie umgeht den teuren Fleiß.

 

©Sylvia Kling

 

Der Schatten (dänisch: Skyggen) ist ein Märchen des dänischen Dichters und Schriftstellers Hans Christian Andersen. Das Märchen wurde erstmals 1847 veröffentlicht Inhalt:Einst ging ein gelehrter Mann aus den nördlichen Regionen Europas auf eine Reise nach Süden. Eines Nachts saß er auf seiner Terrasse, während das Feuer hinter ihm seinen Schatten auf den gegenüberliegenden Balkon warf. Wie er da saß, beobachtete der Mann amüsiert, wie sein Schatten jede seiner Bewegungen nachahmte, als würde er wirklich auf dem anderen Balkon sitzen. Als er schließlich müde wurde und schlafen ging, stellte er sich den Schatten vor, wie er dies ebenfalls im Haus auf der gegenüberliegenden Straßenseite tat. Am nächsten Morgen jedoch stellte der Mann zu seiner Überraschung fest, dass er wirklich seinen Schatten über Nacht verloren hatte. Als ihm allerdings ein neuer Schatten aus seinen Zehenspitzen wuchs, dachte er nicht weiter darüber nach und kehrte nach Nordeuropa zurück, um wieder zu schreiben. Mehrere Jahre vergingen, bis eines Nachts ein Mann an seiner Türe klopfte. Zu seiner Überraschung war es sein Schatten, den er vor Jahren in Afrika verloren hatte. Dieser Schatten stand nun mit fast vollkommenem menschlichen Aussehen in seiner Haustüre. Erstaunt von seinem plötzlichen Wiederauftauchen lud der gelehrte Mann ihn in sein Haus ein. Beide setzten sich an den Kamin, wo der Schatten dem Mann erzählte, wie er selbst ein Mann geworden war. Der gelehrte Mann war ein ruhiger und sanftmütiger Mensch. Seine Hauptinteressen lagen im Guten, der Schönheit und der Wahrheit. Dies waren die Themen, über die er oft schrieb, die aber niemanden sonst zu interessieren schienen. Der Schatten sagte seinem Herren, dass dieser die Welt nicht verstünde, dass er aber selbst die wahre Welt gesehen habe, mit ihrer Bosheit und den schlechten Mens

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Lizenz: Creative Commons License

Der Schatten (dänisch: Skyggen) ist ein Märchen des dänischen Dichters und Schriftstellers Hans Christian Andersen. Das Märchen wurde erstmals 1847 veröffentlicht.. Ich kann es jedem empfehlen (Thematik: Wahrheit/Lüge/Täuschung).

Ort: Freiburg Dreisam
Fotograf: JL
Titel: Skyggen
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55 Gedanken zu „Wa(h)re Lüge

  1. Wer behauptet, dass er nie lügt, ist für mich scheinheilig. Oft nutzen wir Lügen, um andere nicht zu verletzen, ihnen Schmerz zu ersparen. Ob das dumm ist? Ich weiß es nicht. Vielleicht liegt es auch nur an fehlenden kommunikativen Fähigkeiten: Sachen nicht so sagen zu können, dass sie einigermaßen erträglich für den Empfänger sind. Das soll kein Plädoyer für die Lüge sein, nur ich verstehe die Motivation dahinter. Wahrheit ist wiederum ein Wort, dass ich nicht gern benutze, weil es die absolute Wahrheit eben nicht gibt. Jeder hat seine subjektive Wahrnehmung und seine Wahrheit und es wäre anmaßend, die eigene über die Wahrheit anderer zu stellen.
    Ich habe meinen Frieden damit geschlossen, dass es Menschen gibt, die lügen oder dumm sind oder schlimmeres. Um dahinter zu kommen habe ich schließlich meinen „Bauchsensor“, dem ich vertrauen kann. Jeder von uns kann in bestimmten Situationen nur so und nicht anders handeln, WIE er es denn tut. Selbst wenn es wider die Moral ist. Weil wir alle Menschen sind…

    Liebe Sylvia,
    ich wollte Dich mit meinen Ausführungen nicht kritisieren oder ähnliches. Du musstest das zu Papier bringen und es ist wunderschön geworden (gefällt ja auch Deinen Lesern 🙂 ) Ich hoffe einfach nur, dass ich ein wenig für Deinen Seelenfrieden tun kann. Wenn nicht, so hab ichs wenigstens versucht. Ich wünsch Dir einen kuschelwarmen Sonntagabend…hier bei einsetzendem Schneefall 😀

    Liebe Grüße von
    Andrea, die auch noch nachträgliche Festtags- und Neujahrsgrüße hier schnell mit einbringt 😉

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    • Liebe Andrea,

      Du kritisierst mich keineswegs damit. Nur bitte ich Dich, in Erwägung zu ziehen, dass ich Gedichte schreibe, die es von der Kürze der Verse her – dazu sind es GEDICHTE – nicht gestatten, so ins Detail zu gehen. Sonst würde ich dazu eine Geschichte schreiben 😉 und selbst diese kann „hinken“.

      Die hier erwähnte Lüge – es kann sich jeder (wir haben in Gedichten gern einen großen Interpretationsspielraum) ausmalen, ja sogar aussuchen, welche Lüge in welchem Bereich des Lebens und in welch massiver Form für ihn stimmig ist.
      Mobwish bezog sie auf den politischen Bereich, andere wieder auf den persönlichen.
      Ich verfasse deshalb gern Gedichte, da sie einerseits klare Aussagen in prägnanter Form zu erbringen vermögen, andererseits oft auch Spielraum für den Leser lassen.

      Von „Notlüge“ schrieb ich nichts. Beim Schreiben dieses Gedichtes steht für mich (persönlich) Folgendes im Vordergrund:
      Lügen, die andere Menschen derartig kompromitieren, ja diskreditieren, dass sie einen erheblichen (manchmal auch nicht heilbaren!) Schaden für andere Menschen zur Folge haben.
      Diese schädigenden Lügen, ob im gesellschaftlichen oder im privaten Sektor stellen für mich eine Dummheit sondersgleichen dar.

      „Lügen haben kurze Beine“ – meist wird es offenbar und irgendwann wird der/die Geschädigte(n) Frieden damit haben.
      Wie sieht es dann mit den Lügnern aus? Bekommen sie je ihren Frieden?

      So könnte man das weiterführen noch und nöcher.
      Ich möchte dennoch darauf hinweisen, dass es zwar eine kleine philosophisch untermauerte Dichtung am heutigen Tage ist, dennoch ein Gedicht mit einer Interpretationsvielfalt, die ich berauschend finde (siehe die vielen Meinungen dazu), da sie weiteren Gedanken Raum geben.

      So soll es sein!

      Ich wünsche Dir auch ein gesundes, neues Jahr und freue mich, dass wir uns auch in diesem Jahr auf unseren Blogs begegnen, liebe Andrea.

      Sei herzlich gegrüßt von
      Sylvia

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  2. Lügen sind wie eine Tüte Federn die wir von einem hohen Turm aus(versehendlich) in die Gegend verstreuen. Wenn wir versuchen alle wieder einzusammeln wird uns das nicht gelingen. Heisst: Lügen werden uns verfolgen und irgendwann wieder an unsere Haustür anklopfen

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  3. Das Gedicht gibt einem wieder Gedanken zum ich. Lüge ich bewusst, unbewusst, aus Selbstschutz, aus Bequemlichkeit. Was ist eine Lüge, was ist die Wahrheit? Interessant, sich mal eine Zeit selbst zu beobachten, wo man lieber etwas anderes als die Wahrheit sagt und warum?

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  4. «Die Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners.» Heinz von Foerster

    Er will damit sagen, dass es keine Aussage gibt, die nicht von einem anderen Standpunkt aus betrachtet anders formuliert werden könnte.

    Wer aber bewusst die Aussage falsch zu seinem Wissen formuliert, ist sicher sehr dumm, denn «Lügen haben kurze Beine».

    Ein wichtiges Gedicht zur momentanen politischen Lage. Ich danke Dir dafür, liebe Sylvia.

    mobwish

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  5. Sicher führt Dummheit oft zu Lügen, aber ist es dann eine Lüge? Da würde mir der „Vorsatz“ fehlen. Ich fürchte es ist überwiegend die Bequemlichkeit, die uns nicht nach der Wahrheit suchen lässt, die Wahrheit verdrängt oder gar verdreht. Und das macht andererseits wieder dumm.
    Und dann gibt es da für mich noch die „wirklich vorsätzliche“ Lüge, um sich ganz bewusst einen Vorteil zu verschaffen.
    Allerdings fürchte ich, dass Lügen aus Bequemlichkeit am schwierigsten zu verändern ist.

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  6. Die Wahrheit ist das einzig wahre, denke ich.
    Auch wenn sie scheinbar schmerzt, so befreit sie dennoch mehr als jede noch so „schöne“ Lüge.

    Lügen wiegen schwer, verdunkeln die Seele, schüren Zweifel….aber der Dumme merkt das scheinbar nicht.

    Gefällt 1 Person

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