Fragen


Wie ist dir,
wenn dein Garten erblüht,
der Sommer sich dem Ende neigt,
der Himmel feuerrot erglüht,
die Linde sich Dir nackend zeigt?

Wie ist dir,
wenn der Duft sich wendet,
der Wind sich klagend erhebt,
die Sonne karg dir Wärme spendet,
im LieblingsTal der Nebel schwebt

Wie ist dir,
wenn atmet der Winterbeginn,
die trübe Wandlung im Licht,
wie ist es tief in dir drin,
wenn du fühlst die verheißende Sicht?

©Sylvia Kling

©Alexander Rudeloff

©Alexander Rudeloff

Foto:

©Alexander Rudeloff – www.putetet.wordpress.com

Das war heute ein Tag! Außer einem Erlebnis mit 10 Flüchtlingskindern, die am 18.01.2016 in unserem Dorf ankamen und mit denen mein Sohn heute Fußball spielte (einen gesonderten Beitrag gibt es morgen auf: http://wiedaslebenklingt.wordpress.com/), schickte mir Alexander viele wunderbare Fotografien, die ich für meine Gedichte nutzen darf.

Siehe da, zu meinem gestrigen Gedicht passte diese Fotografie beinahe wie „maßgeschneidert“. Mit den anderen müsst Ihr Euch noch ein wenig gedulden.

Besucht doch Alexander einmal auf seinem Blog. Er schmückt seine Fotografien oft mit kleinen Geschichten und nimmt Euch gedanklich mit in die Momentaufnahme – einfach zauberhaft.

Zweisamkeit


Die letzten Kraniche zogen

von Dannen,

FruchtBeben unter schamloser

KältesLust

PuderzuckerWölkchen spannen,

ein Sehnen

nach dem August

 

Hilflos dem Himmel

entgegen,

der blau wie ein

ZauberSee,

ihre Schönheit noch immer

verwegen,

verborgen unter dem

Schnee

 

Erwachen in

Lebensgelüsten,

als wenn es wär

SommerZeit,

als ob sogar Früchte

wüssten:

Warm ist es

In Zweisamkeit.

 

©Sylvia Kling

©Alexander Rudeloff

©Alexander Rudeloff

Foto:

©Alexander Rudeloff – www.putetet.wordpress.com

Auch dieses Gedicht habe ich eigens für diese Fotografie geschrieben. Auch diese Fotografie hat mich verzaubert. Es ist nicht immer leicht, sich ein Bild und eine Stimmung so einzufühlen, dass daraus eine poetische WortKreation entstehen kann. So ist es auch für mich wohl eine große Herausforderung.

Ich danke Alexander für die Zusammenarbeit.

Philosophische Poesie – SCHULD


I. Philosophische (Poesie)
SCHULD

Schuld
ist die Eskalation entstandener Fehler.
Warum ist sie dann noch
Schuld?
Wenn der Mensch doch aus Fehlern
besteht, lernt, durch sie wächst.
In Hoffnung auf Gnade.
Abhängig von der Vergebung.
Das Schicksal ist machtlos.
Selbst die Klügsten sind dumm,
können sie nicht verzeihen.
Ich bin nicht klug.

 

II. (Philosophische) Poesie
SCHULD

Ich schreibe über die Essenz des Lebens,

über die ZwischenTöne,

über Sanftmut und Menschlichkeit,

die Wunder der Natur,

die (Un)Überschaubarkeit,

(Un)Erreichbarkeit,

LebensIrrtümer,

die Liebe, diese (un)ergründliche, (un)erreichbare,

am Leben haltende.

Ich weiß das Wort. Es ist meine Höhle.

Ich kann IHR nicht vergeben. Meine Sprache bleibt stumm.

In meiner Höhle duftet es nach Flieder, nach süßem Leben.

 

Bei dieser Lesung ertönt kein Beifall.

Betretenes Schweigen löscht das letzte Licht.

ZeitTropfen fallen still.

Die Jahre lichten sich.

Der Fährmann begibt sich auf den Weg.

Er singt ein Lied, melancholisch und doch gottgleich.

Vorhang auf! Seine Vorstellung beginnt.

IHRE Kulisse verfällt.

Vergebungslos.

Manchmal erbarmt sich die Schuld.

(Ich stehe auf der Brücke und

winke IHR ein letztes Mal,

ehe sie wie ein einsamer Schwan

den Lebensfluss verlässt.)

 

©Sylvia Kling

 

 

Uwe Richter, g. U.

Uwe Richter, g. U.

Zum Foto:

Uwe schickte mir schon vor längerer Zeit diese Fotografie und ich wusste genau: Diese werde ich für einen ganz bestimmten Text verwenden.

Schaut doch mal auf Uwes Blog: http://uwerichtersfotoblog.wordpress.com/

 

Zu diesem heutigen Beitrag entfernte ich die Möglichkeit eines Kommentares im offiziellen Bereich.

Wer Anmerkungen oder das Bedürfnis hat, mir seine Gedanken dazu mitzuteilen, der nutze bitte die Möglichkeit einer persönlichen Mail an die veröffentlichte E-Mail-Adresse.

Vielen Dank!

Eure Sylvia Kling

WinterIdylle


WinterIdylle

Die Blätter zaubern selig
Winterlicht auf Eis,
schimmerndes Schweigen,
luftduftendes Weiß

In meinen Augen spiegeln
sich Kristalle,
in zuckersüßen Träumen
sanft ich nun walle

Der Horizont wohlwollend,
die blauwollne Decke,
meine Hand ich nach den
blütenweißen Fädchen strecke

Es wärmt das Nest aus Schnee
mit dem Gewand aus Stille,
ein gutgewachsner Hüne
wachet über der Idylle

Im weißgefüĺlten Wald,
wo Grasspitzen sich recken,
senken meine Lider sich
im leisen WinterNecken.

©Sylvia Kling

©Alexander Rudeloff

©Alexander Rudeloff

 

Foto:

©Alexander Rudeloff – www.putetet.wordpress.com

Dieses Gedicht habe ich eigens zu dieser Fotografie von Alexander geschrieben.

Alexander und ich haben uns entschlossen, hin und wieder zusammenzuarbeiten. Ich freue mich sehr, einen weiteren Fotografen zur visuellen Verschönerung meiner Gedichte gewonnen zu haben. Schaut doch mal auf seiner Seite vorbei, denn da gibt es viel zu entdecken: die Natur mit ihren vielfältigen Seiten, zauberhafte Impressionen aus dem Alltag und vieles mehr. Was mir auch bei Alexander gut gefällt: Er bekleid(t)et seine Fotografien mit Worten und verschafft dem Betrachter einen Einblick zum Ort der Fotografie, den Einzelheiten dazu und kann mit Hilfe Alexanders seine Gedanken weiter entfalten – einfach Klasse!

Als ich Abschied nahm


Als ich Abschied nahm,
waren meine Kisten voll,
wie mein Leben viel
zu sehr

Als ich Abschied nahm,
war das Dorf
wie auch mein Herze
trostlos leer

Als ich Abschied nahm,
lag mein Einst
im Gesang des Kardinals
seelenschwer

Als ich Abschied nahm,
klirrten Eiskristalle nur,
fragend nach der
Wiederkehr.

©Sylvia Kling

1st snowfall--view Large and you can see the gentle glide of the flakes.  The "feeder tree" was full of birds this AM-- most just werren't still long enough to grab a shot View Awards Count (piqs.de ID: c3072d7468623a7556931fb1d5f5c3ba)

1st snowfall–view Large and you can see the gentle glide of the flakes.
The „feeder tree“ was full of birds this AM– most just werren’t still long enough to grab a shot
View Awards Count (piqs.de ID: c3072d7468623a7556931fb1d5f5c3ba)

 

Zum Foto:

http://piqs.de/fotos/142011.html

Lizenz: Creative Commons License
Fotograf: jjjj56cp
Titel: 011e sentry in the snow

20. Mai 1979 – Mein erstes Gedicht


Auf den Wunsch einer einzelnen Dame, meiner treuen Leserin und inzwischen lieben Freundin Katrin Bruß aus Berlin, zeige ich Euch (einige kennen es bereits) mein erstes Gedicht im Alter von 12 Jahren. Es ist wohl bereits zu erkennen, womit ich mich in diesem Alter schon beschäftigte und ich hoffe, ich kann Euch ein Lächeln entlocken.

Für die Leser_innen und Besucher_innen aus den alten Bundesländern unter Euch: Zu dieser Zeit war in der DDR gerade Fit und Ketchup schwer erhältlich und die Menschen wetterten (man hatte sich zwar an gewisse Entbehrungen gewöhnt, aber Fit und Ketchup gehörten sogar in der DDR zu den alltäglichen, selbstverständlichen Dingen).

FIT, KETCHUP oder FRIEDEN:

Schimpfen wir nicht über dies und das,
mal fehlt Ketchup und mal Fit,
machen wir da nicht alle mit?
Wir haben Brot, Butter und Wein,
das wäre doch gelacht,
doch will ich nicht ruhelos sein
und hab mir Gedanken gemacht:

Wir sollten Fit und Ketchup nicht lieben
sie sind nicht für das Leben,
nicht die Sonne, das Licht
Darum sage ich:

Fit und Ketchup sind nicht wichtig.
Wichtig ist der FRIEDEN.

Sylvia Kling, Dresden im Jahre 1979

Ist es nicht süß? Was meint Ihr? 😉

sa2_bs1_fit_sm_original_750ml_thumb
003

 

 

EndSommerBrief


Aus „HerbstKlänge“ – Die Geschichte der ZeitLosen

Lieber H.,

Wie oft lächelst du,wenn du meine Nachrichten liest? Wie oft schimpfst du über mich? Wie oft warte ich ungeduldig auf deine Zeilen?

Ich sitze auf einer alten Holzbank an der Elbe und atme die langsam kühler werdende Luft gierig ein. Immer wieder denke ich über dich nach. Du bist ein Mysterium für mich. Du bist ein Grobian. Deine Ehrlichkeit ist mir oft zu nah.

Irgendwann bemerke ich, wie sich mein Körper im Rhythmus meiner Gedanken schaukelt, beinahe wie ein Blatt im Wind.

Deine Gefühle lese ich zwischen den Zeilen. Eines Tages habe ich begonnen, in dir zu lauschen. Ich weiß, du bist ja ein “ganzer Mann” und für solche Gefühlsduseleien nicht zu begeistern. Du schreibst nichts, was du nicht auch wirklich meinst. Da ist mir deine Ehrlichkeit nah genug.

Du nennst mich eine Nervensäge. Ich nenne dich einen alten Kauz.
Die Bank unter mir bewegt sich. Ich bin wütend auf dich. Zornig, wenn ich daran denke, wie du mich heute wieder kritisiertest. Ich will einen Mann, keinen Vater. Schliesslich hast du auch Ansprüche, die meine Stirn schon mehr als einmal in grobe Furchen gezogen haben.

Auf meinen Lippen wird es salzig. Ich fühle mich, als ob ich den Kerker zu deinem Herzen zu öffnen versuche. Du willst es und doch nicht. Kennen wir uns schon zu lange? Du willst mich nicht verletzen, hast du geschrieben.
Du bist mir so vertraut. Dann wärmst du mich von innen. Und oft bist du mir auch fremd. Dann suche ich nach einer wärmenden Decke, die mich einhüllt, mich in meinen Gefühlsepisoden beschützend.

Der Himmel färbt sich im sanftblau ein, das müde Sonnenlicht scheint sich einzumischen. Ich lehne mich zurück und atme wieder ruhig.

Ich habe dich mit vielen Sinnen erfasst. Doch ein Rätsel bleibst du mir, mit deinen sturen Betrachtungen. Du gibst mir wenig Raum, so zu sein und bleiben zu können wie ich bin. Ich bin die ewig Grübelnde, alles Zermalmende, Festhaltende, die mit dem schmerzenden Stachel, die Mimose,Tröstende, Liebende. Ich bleibe, verdammt noch mal, wie ich bin, du Brüllender, Tobender, Sehnsüchtiger, Ehrlicher, Kauziger!

Die Bank unter mir ist schon längst zum Stehen gekommen. In der Elbe badet die Sonne wie eine schöne Frau mit rotgoldenem Haar.

Die Jugend geht zur Neige, hast du geschrieben. Nein, mein kritischer Geliebter. Unsere Jugend söhnt sich nur mit der Zeit aus.
Deine Seele sei mit dem Tod deiner Frau von dieser Erde gegangen. Nicht ganz, mein Lieber. Vielleicht ist dein Herz auch nur ergraut?

Wenn es so sei, will ich dich auch wie du bist. Ich mag den Gedanken, mit dir im Schein der Laternen über die alten Zeiten zu jubeln und zu klagen.

Kalt ist es inzwischen geworden.
Ich glaube, unsere Herbstzeit hat längst begonnen. Wusstest du, dass ich den Herbst wie ein Kind in seiner Wiege besinge?
Vielleicht ist Dir danach, in diese Zeitenklänge einzustimmen.

Deine „Mimose“

 

©Sylvia Kling

Straßenfotografien, g. U.

Straßenfotografien, g. U.

Gleich nach der Publizierung dieser Fotografie durch Lennart wusste ich, welche Geschichte ich damit verbinde.  Schaut doch mal auf den Blog des Fotografen und Ihr werdet mir zustimmen, wie wertvoll die LebensMomente sind.
DANKE, Lennart!

https://strassenfotografien.wordpress.com

SchokoladenTräume(rin)


SchokoladenTRÄUMErin

 

In süßbemäntelter Fontäne

fließt eine sehnsuchtsvolle Träne

 

Im nackten AbendVerlangen

lockt strömendes SeelenFangen

 

So öffnen sich sündhafte Türen,

frivol sie des Lasters verführen

 

Erkenne ich innere Symmetrie

in einer reizvollen Symphonie.

 

©Sylvia Kling

Uwe Richter, siehe Link

Uwe Richter, siehe Link

Mit seinen neuen Fotografien hat Uwe mich sofort begeistern können. Ich liebe diese Art der Fotografie nicht nur, sondern ich mag es sehr, wenn die Models auf eigene und wunderbare Weise schön sind.

Schaut doch auf Uwes Blog vorbei:

https://uwerichtersfotoblog.wordpress.com/

Polen


In Polen weilte ich oft,
dem schönen Danzig,
der Stadt am Ostseemeere,
ein eigenes Völkchen
mit Heimatstolz und
kräftigpolnischer Ehre

Sie waren gegen die
Roten,
auch gegen die Faschisten,
bei jedem polnischen Feiertag
ihre Fahnen
würdevoll hissten

Ein wenig herb,
katholisch verschlossen,
manchmal auch vertraut,
Polen litt ewig ungeheilt,
mein Deutsch war leise
ihnen schon zu laut

Heute frage ich
nach dem alten Polen,
ich höre sie anders sprechen
Wie vergisst dieses
geplagte Land an ihm
nur die Verbrechen?

©Sylvia Kling

(„Polen“  erscheint mit 199 anderen Gedichten im Gedichtband „BruchStücke“ – vorgesehene Publizierung: August 2016)

Hauptgasse in Danzig Abends (piqs.de ID: 8aefe0899e65c0c8e6b5f1f420cf5df9)

Hauptgasse in Danzig Abends (piqs.de ID: 8aefe0899e65c0c8e6b5f1f420cf5df9)

Zum Foto:

Lizenz: Creative Commons License

http://piqs.de/fotos/169862.html

Fotograf: herminefan
Titel: Kirchturm