Belichtet


Meine Träume hab ich belichtet,

damit sie nicht verlorengehen,

nun hab ich Worte verDichtet,

um sie besser zu verstehen

 

Es umwirbelten mich Papiere

wie im Herbst das bunte Laub,

auf einer Eiche tanzten Vampire

aus erdigbraunem Staub

 

Ein Spatz so groß wie die Krähe

sprach zu mir (auf arabisch),

ob wir blind seien, etwas geschähe,

er hob die Flügel dramatisch

 

Ich sagte „Assalamu alaikum“,

er saß auf gebrochenem Ast

und blieb jetzt zitternd stumm

er war der falsche Gast

 

Meine Träume hab ich belichtet

damit sie begreifen lehren

hab nicht den Spatz vernichtet

er konnte sich nämlich nicht wehren.

 

السلام عليكم‎‎ 

©Sylvia Kling

Holocaust Monument Berlin - Uwe Richter, g. U.

Holocaust Monument Berlin – Uwe Richter, g. U.

Zum Foto:

©Uwe Richter

Uwe war wieder so freundlich, mir diese Fotografie für „Belichtet“ zur Verfügung zu stellen.

Hier ist sein Blog, auf welchem sein Facettenreichtum bewundert werden kann:

https://uwerichtersfotoblog.wordpress.com/

 

 Kopieren oder Weiterverwendung von Texten oder Fotografien ist aus urheberrechtlichen Gründen nicht gestattet!
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14 Gedanken zu „Belichtet

    • Ich möchte behaupten, dass ich genau das wollte 😊. Es ist für mich eine Herausforderung, in den Gedichten hin und wieder versteckte Botschaften zu bringen. Oft geschieht es erst beim Schreiben.
      Ich freue mich sehr, dass es Dir gelungen ist. 💚
      Bist Du wieder in heimatlichen Gefilden?

      Liebe Gute-Nacht-Grüsse
      Sylvia

      Gefällt 1 Person

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