In Dresden


Die Menschen hasten so dahin,

als säß das Ende ihnen im Genick,

so stumm ich nur getrieben bin,

kein einzig freundlich warmer Blick

 

Als sei ein schales, bloßes Nichts im Krug,

ein Strömen nur für sich im EiligSchein,

ein strömend leerer Seelenzug,

so viele Menschen und ich fühle mich allein

 

Die Mexikaner auf der langen Meile

spielen mit dem Blick in Augen,

sie lächeln freudig ohne Eile,

goldne Tropfen in dem Krug was taugen

 

Ich seh des Dresdens wahres Prachtgeschmeide,

wenn ich entkommen bin dem Menschenmeer,

an diesem Anblick ich mich weide,

wenn ich so ganz in mir und lautlos wär.

 

©Sylvia Kling

 

Foto: Sylvia Kling, 2014

Foto: Sylvia Kling, 2014/Frauenkirche

 

Foto: Sylvia Kling, Dresden 2014

Foto: Sylvia Kling, Dresden 2014

 

Das Kopieren oder die Weiterverwendung von Texten oder Fotografien ist aus urheberrechtlichen Gründen nicht gestattet! Bei der Verwendung meiner Texte bitte ich um das Einholen meiner Zustimmung.

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35 Gedanken zu „In Dresden

  1. Leider ist die Frauenkirche jetzt öfters Kulisse für merkwürdige Umtriebe in eurer Stadt.
    Die 500.000 Dresdner müssen ihren Kopf hinhalten für diese Wirrköpfe. Denn die
    Außenwirkung im Rest der Republik ist verheerend – ob sich das diese Leute
    überhaupt bewusst machen, die meinen, „das Volk“ zu sein..? 🙄

    Gefällt 1 Person

  2. Noch ist der Tag nicht zu Ende, liebe Sylvia. Mich erfreut, dass Dresden doch gerade heute auch ein anderes Gesicht zeigt.
    Heute kam keine Post, ist ja auch Montag auf dem Ländle … 😦 .
    Aber vielleicht morgen…

    Liebe Grüße von mir!

    Gefällt 1 Person

  3. Aus Deiner Feder wieder einmal ein ZuckerstückSCHEN!

    Ich bin Neu-Dresdner und fühle mich in der Stadt „wohl wie tausend Säuen“. Die Veränderung kann ich nicht wahrnehmen, da mir der Vergleich zu früheren Zeiten fehlt.

    Dresden ist für mich ein Traum…

    mobwish

    Gefällt 1 Person

    • Sicherlich fehlt Dir der Vergleich. Außerdem bist Du auch an viele nette Menschen geraten, die es schließlich in Dresden auch gibt (wie schlimm wäre es, wenn es nicht so wäre).
      Das verschlafene Städtchen von einst erwachte.
      Ich vermute nur, der falsche Wecker hat geklingelt, mein Lieber.

      Aber ich danke Dir von ganzem Herzen für Dein Lob zum Gedicht selbst :-).

      Herzlichst,

      Sylvia

      Gefällt mir

  4. Das, was du in deinem Gedicht beschreibst, gilt nicht nur für Dresden, sondern für überall. Man fällt auf, wenn man jemanden freundlich anlächelt. Und es tut mir gut, wenn ich sehe, dass sich Blicke treffen.
    Vielleicht nehmen wir uns für die Woche alle das vor: Nicht in Hektik und Eile mit starren Blick durch die Strassen zu eilen, sondern Blicke suchen, freundliches Lächeln schenken.
    Liebe Grüsse
    Jörg

    Gefällt 2 Personen

    • Lieber Jörg,
      das ist mir durchaus bewusst – hier arbeite ich auch nicht nur mit dem „lyrischen Ich“ – man könnte es bei diesem Gedicht durchaus eine lyrische bzw. poetische Reflexion nennen, die natürlich nur Bezug auf Dresden nimmt.
      Nun denke ich gerade darüber nach, ob ich beruhigt sein soll (dass es für überall gilt) und gelange zu dem Entschluss, es nicht zu sein.

      Inzwischen ist es so weit, dass ein freundlicher Blick und ein Lächeln als Flirtversuche wahrgenommen werden!
      Es gibt ohne dieser Form der Signale einfach zu wenige Menschen, die es der Freundlichkeit willen tun.

      Ich bin ganz Deiner Auffassung: Nehmen wir es uns vor.
      Patrick hat kürzlich dieses Experiment gestartet und es abgebrochen. Warum? Er band es in sein Leben als etwas „Normales“ ein – Freundlichkeit, Menschlichkeit, Lächeln.

      Das sollten wir alle tun und diese AlltagsBitterkeit und den Egoismus liquidieren.

      Jetzt lächel ich Dir mal zu, lieber Jörg! 😉

      Herzlichst,
      Sylvia

      Gefällt 1 Person

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