Mein Wiedersehen mit „Boxi“


Auszüge aus der Danksagung in "AusGeatmet"

Auszüge aus der Danksagung in „AusGeatmet“

Viele haben meinen Beitrag „Aufregung um Boxi“ gelesen (https://sckling.wordpress.com/2015/10/09/aufregung-um-boxi/).

Vorige Woche hielt ich mich in Dresden auf, um einige Wege zu erledigen. Spontan entschloss ich mich, bei „Boxi“ vorbeizufahren.

Einige Minuten saß ich im Auto und überlegte. Mit zittrigen Händen schrieb ich: „Für Frau Boxberger – in Erinnerung an eine unvergessene Zeit – Herzlichst, Ihre Sylvia Kling, Oktober 2015“ in das Buch. Mein Atem ging heftig und ich fühlte mich wie vor einer Prüfung.

Das Buch in ein Luftpolsterkuvert sorgsam gepackt , beschriftete ich es (für den Fall, sie wäre nicht zu Hause gewesen), atmete mehrfach tief durch und versuchte, mich zu konzentrieren. Kennt Ihr das Gefühl: Man ist erwachsen, hat fast fünf Jahrzehnte Lebenszeit hinter sich und fühlt sich wie ein kleines Kind, welches einer Respektperson begegnet?

Bevor ich es mir anders überlegte, betätigte ich schnell den Klingelknopf. Schüchtern wartete ich vor dem Tor. Man geht ja nicht einfach so in ein Grundstück hinein. Ich war so unglaublich aufgeregt. Was würde mich erwarten? Alle Möglichkeiten spielte ich in meinem Kopf durch. Es war wie ein Film im Schnelldurchlauf. Mich beschlich auch die Angst davor, dass es „meine Boxi“ nicht mehr geben könnte, dass ich einfach zu spät kommen würde.

Die Eingangstür des Einfamilienhauses lag an der Hofeinfahrt. Es vergingen nur wenige Sekunden, die mir wie eine Ewigkeit erschienen. Dann sah ich ihr Gesicht und erkannte sie sofort. Herzflatternd betrat ich den Hof.

Etwas mißtrauisch sah sie mich an. Nun fasste ich meinen Mut zusammen:

„Hallo, Frau Boxberger, ich bin Sylvia Kling. Erinnern sie sich an mich?“

Ihr Gesicht hellte sich sofort auf. „Natürlich erinnere ich mich an Sie!“, sagte sie mit einem Ton, der anklingen ließ, wie ich daran hätte zweifeln können. Ich ging näher zur Tür. Sie lächelte und sagte: „Haben Sie mir ein gedrucktes Werk mitgebracht?“

Verdutzt sah ich sie an. „Ja, ich möchte Ihnen mein erstes Buch schenken.“

Wieder lächelte sie. „Das ist ja schön!“ Ich erklärte ihr ein wenig, welchen Inhalt das Buch hat und dass ich es im Eigenverlag publizierte.

„Kommen Sie doch hinein!“ Ein wenig zierte ich mich und sagte: „Ich möchte Sie aber nicht überfallen.“ Sie winkte ab und sie führte mich in ihr „Oma-Enkel-Zimmer“, wie sie es scherzend nannte.

Die blitzblanke, mit DDR-Bootslack überzogenen Treppenstufen stieg ich in das Obergeschoß ihres Hauses und betrat ein kleines Arbeitszimmer mit einem großen Bücherregal, auf welchem natürlich sofort mein Blick haften blieb.

„Boxi“ war noch immer eine schöne Frau. Die Haare waren natürlich nicht mehr blond, sondern grau. Doch immer noch trug sie die naturgelockten Haare in Schulterlänge, was mir ohnehin bei älteren, gepflegten Frauen sehr gut gefällt. Auch an ihrer schlanken, weiblichen Figur hatte sich kaum etwas verändert. Sie erzählte mir, dass sie drei Mal wöchentlich zum Sport geht. Das ist doch bewundernswert. Immerhin ist sie ca. 75 Jahre alt.

Stellt Euch vor: Stocksteif und unter immenser Anspannung saß ich auf dem Stuhl. Ich konnte mich einfach noch nicht fallenlassen und wusste nicht, woran es lag. Erst nach dreißig Minuten blühte ich etwas auf. Wenn sie sprach, sah ich in diese meeresblauen Augen, die ich als kleines Mädchen schon so sehr mochte und die noch immer mit so viel Leben und nun mit Weisheit, gefüllt waren, dass ich nicht aufhören konnte, sie fasziniert zu betrachten.

Anfangs sprachen wir über die aktuelle, politische Situation. Auch sie war entsetzt über die Entwicklung in unserem Land und die nationalsozialistischen Tendenzen in Sachsen.

Ihre Stimme ist, so wie früher, ruhig und fast dialektfrei, beinahe vornehm. „Ich hatte ihnen damals in Ihr Poesiealbum geschrieben: ‚Für die zukünftige Autorin‘ – das weiß ich noch sehr genau. Haben Sie das Poesiealbum noch?“

Mein Kopf glühte. Ich konnte aus der Scheidung meiner Eltern (zu diesem Zeitpunkt war ich 17 Jahre alt) und den vielen Umzügen vieles retten. Aber an das Poesiealbum erinnerte ich mich nicht mehr. Einige Fragmente kamen erst Tage später. Kennt Ihr noch diese Alben? An meinen ersten Eintrag eines Klassenkameraden konnte ich mich vor einigen Tagen erinnern:

„Rosen, Tulpen, Nelken, alle Blumen welken, nur die eine nicht und die heißt Vergißmeinnicht“ oder an die eines Klassenkameraden, der mich in der fünften Klasse bereits nicht leiden konnte: „Du bist schön wie eine Rose, wenn ich dich seh, rutscht mir die Hose.“ Ja, das waren eben Zeiten. Da hatte die Abneigung harmlose Auswirkungen.

Als „Boxi“ ihre damalige Eintragung wiedergab, schluckte ich und merkte, wie ich meine Tränen, die vor Berührung hervorzutreten versuchten, zurückhielt. Ein klein wenig bemerkte ich ihre Enttäuschung, dass ich das Poesiealbum nicht mehr besaß.

Sie erzählte einiges aus ihrem Leben und so vergingen über 45 Minuten. Nach einer kleinen Pause sagte sie:

„Die ganzen Jahre habe ich immer auf sie gewartet. Ich dachte: Wo bleibt sie nur? Sie muss doch aus ihrem Talent etwas gemacht haben? Immer wieder schaute ich, ob ein Buch von Ihnen veröffentlicht wurde. Und heute sind sie da.“

Glaubt mir, wenn ich eine Neigung zu schnellen Tränen hätte, so hätte ich losgeheult und wäre ihr um den Hals gefallen. Aber ich bin eine recht kontrollierte Person, die im Alltag negative wie positive Regungen sehr gut unterdrücken kann. Ich bemerkte nur, wie sich mein Kopf sehr heiß anfühlte.

In diesem Moment wurde mir bewusst: In frühen Jahren war ich vielleicht gar nicht so klein, so klein wie ein Kieselstein, ein „Irgendetwas“. Ich hatte in dieser wundervollen Frau Spuren hinterlassen.

Als wir uns verabschiedeten, fiel die Abspannung von mir ab. Erst am Abend, als ich im Bett lag, liefen die Erlebnisse wieder wie ein Film in mir ab – diesmal in Zeitlupe.

Ich wollte nichts versäumen, kein Wort.

Sie hat auf mich gewartet. Sie hat es gewusst. Sie hat mich nicht vergessen. Der „blonde Engel meiner Kindheit“ lebt und ist recht guter Dinge.

Noch heute zehre ich von dieser Begegnung und ich weiß, nie werde ich sie vergessen.

Ich bin der glücklichste Mensch auf der Welt!

 

Eure Sylvia Kling

 

 

„Boxi“ und ich mögen die russische Literatur . 😉

 

 

Heim(lich)


Sie sitzt am Fenster

im Zimmer siebzehn,

draußen stehen

grüne BaumArmeen

 

Sie hebt die Finger,

berührt das Glas,

die SilberklarWolken,

das saftige Gras

 

Zwischen den Bäumen

spielen Kinder Ball,

ihr Ohr hängt am Fenster,

sie vernimmt nur den Schall

 

Ein Junge spielt

mit dem Vater Fangen,

ihr Mund küsst die Scheibe,

nur nicht seine Wangen

 

Ein wenig Geist

die Frau entzündet,

die Erinnerungen ihr

ein Leben verkündet

 

Wehmütig zieht sie

aus ihrer Bibel ein Bild,

das Foto der Tochter,

es stimmt sie mild

 

Sie horcht zur Tür,

ob ein Klopfen ertönt

Wie immer auf dem Gang

nur das Alter stöhnt.

 

©Sylvia Kling

 

(piqs.de ID: ac9f086da0ab615005d31c7e13f8f1c1)

(piqs.de ID: ac9f086da0ab615005d31c7e13f8f1c1)

Zum Foto:

Some rights reserved.

http://piqs.de/

http://piqs.de/fotos/679.html

Fotograf: kk+

Titel: Ricky

 Das Kopieren oder die Weiterverwendung von Texten oder Fotografien ist aus urheberrechtlichen Gründen nicht gestattet. Bei der Verwendung meiner Texte bitte ich um das Einholen meiner Zustimmung.

 

 

 

 

In Dresden


Die Menschen hasten so dahin,

als säß das Ende ihnen im Genick,

so stumm ich nur getrieben bin,

kein einzig freundlich warmer Blick

 

Als sei ein schales, bloßes Nichts im Krug,

ein Strömen nur für sich im EiligSchein,

ein strömend leerer Seelenzug,

so viele Menschen und ich fühle mich allein

 

Die Mexikaner auf der langen Meile

spielen mit dem Blick in Augen,

sie lächeln freudig ohne Eile,

goldne Tropfen in dem Krug was taugen

 

Ich seh des Dresdens wahres Prachtgeschmeide,

wenn ich entkommen bin dem Menschenmeer,

an diesem Anblick ich mich weide,

wenn ich so ganz in mir und lautlos wär.

 

©Sylvia Kling

 

Foto: Sylvia Kling, 2014

Foto: Sylvia Kling, 2014/Frauenkirche

 

Foto: Sylvia Kling, Dresden 2014

Foto: Sylvia Kling, Dresden 2014

 

Das Kopieren oder die Weiterverwendung von Texten oder Fotografien ist aus urheberrechtlichen Gründen nicht gestattet! Bei der Verwendung meiner Texte bitte ich um das Einholen meiner Zustimmung.

Erinnerung


Alle waren wir nackt,

wir waren schorfbedeckt,

so wurden wir geboren,

bläulich blutbefleckt

 

Wir wurden alle gewickelt,

gefüttert durch andere Hand,

waren unbekannte Wesen,

in irgendeinem Land

 

Wir hatten nichts und hatten wir Glück,

wurden wir mit Liebe empfangen,

eine Weile auch zufrieden,

bis es kam, das MehrVerlangen

 

Wir brauchen Fahrgestelle,

Häuser mit VorzeigEffekt,

neue GlanzLebensmodelle,

mit Wohlstand genug verdeckt

 

Wir glauben wohl, die Welt,

sie könnte uns was schulden,

wir haben oft die Kraft,

im selbstmitleidig Dulden

 

Gehen werden wir nackt

und runzlig graubedeckt

Es bleibt die Frage:  Wer von uns

hat die Welt glücklich entdeckt?

 

©Sylvia Kling

 

 

Straßenfotografien, g. U.

Straßenfotografien, g. U.

Zum Foto und Ergänzungen zum Text:

Es ist schon eine Weile her, dass ich eine Fotografie von Lennart für die Gestaltung meiner Texte verwendete. Doch heute endlich ist es wieder soweit. Vor einigen Tagen entdeckte ich diese Fotografie auf Lennarts Blog, die sogleich mein Herz eroberte und die ich bewusst für dieses, mein aktuelles Lieblingsgedicht, auswählte. Sie erzählt von Leben – seht Ihr die Person, die den Handstand macht oder die miteinander sprechenden Menschen? DAS ist das Leben und es ist mir ein Anliegen, dass wir alle wieder lernen, uns genau darauf zu besinnen: auf das Miteinander, das Füreinander.

Wir alle wurden nackt geboren und so werden wir wieder gehen. Uns stand bei der Geburt kein Auto zur Verfügung, wir froren, wenn wir nicht mit Kleidung versorgt wurden. Wir gingen noch zu Fuß, wir freuten uns, laufen zu lernen. Wir waren dankbar über Zärtlichkeiten, Küsse, Wärme und Geborgenheit.

Wann hörte das auf?

Wem das zu „plastisch“ ist, der sollte einfach wieder das Leben lernen.

 

Eure Sylvia Kling

 

Das Kopieren oder die Weiterverwendung von Texten oder Fotografien ist aus urheberrechtlichen Gründen nicht gestattet! Bei der Verwendung meiner Texte bitte ich um das Einholen meiner Zustimmung.

 

Gebt den Augen Zucker – GASTBEITRAG


Heute möchte ich zum ersten Mal einen Gastbeitrag veröffentlichen und es wird auch weiterhin in bestimmten Abständen auf meinem Blog Gastbeiträge geben.

Wenn jemand von Euch/Ihnen Lust darauf hat, bei mir einen Gastbeitrag zu schreiben, kann sich gern mit mir in Verbindung setzen – ich bin für fast alle Themen offen, die mit der Literatur, dem Schreiben, den allgemeinen Themen zum Verfassen von Texten in Verbindung stehen.

Ich stelle Euch heute meinen Lektor und Mentor Volker Wolfram vor, der den ersten Gastbeitrag auf diesem Blog erstellen wird. Das Thema dürfte viele Autoren/Autorinnen sowie die gesamte schreibende Zunft interessieren.
Herr Wolfram konnte erfolgreich meinen Lyrikband zum Druck überführen. Sollte jemand Interesse haben, sich mit professionellem Satz zu beschäftigen, dem steht Herr Wolfram gern zur Seite.

Gebt den Augen Zucker!

"Die lkoalen Braureeien lieden unetr dem Durck der großen Konzrene und fidnen in den örtlcihen ärtken kaum noch Nieshcen für ihr gtues Bier."

Hat man den Satz lesen können und den Sinn verstanden? Richtig, unser Hirn liest nicht Buchstabe für Buchstabe, sondern erkennt sofort die Wörter, auch wenn in diesem Falle absichtlich Tippfehler integriert wurden. Das Lesen ist wortorientiert und erfasst den Anfang des folgenden Wortes ebenso. So entsteht ein flüssiges Lesen.

In diesem Beitrag geht es darum, dass das Auge die Wörter schnell erkennt und der Sinn des Textes sich sofort erschließt. Das funktioniert blitzschnell in der Wechselwirkung von Auge und Hirn. Doch die Hauptarbeit hierbei hat das Auge zu leisten.

Also gebt dem Auge Zucker! Verwöhnt es mir Wortkulinarien, die nicht nur das Lesen erleichtern, sondern auch die Sinne beim Lesen verwöhnen. Das Lesen ist ja ein Genuss! Doch wie verwöhnt man ein Auge?

Blendung und Irritationen ärgern die kleinen Kugeln beidseits unserer Nase. Diese werden von Muskeln in winzig kleinen Bewegungen gesteuert. Somit sind hektische Bewegungen zu vermeiden. Das Auge sollte auch nicht geblendet werden. Dies kann unter Umständen so richtig weh tun. Gebt auf das Auge acht! Lux res sacra homini.

Doch was hat das alles mit dem Verfassen von Texten zu tun, mit dem Drucken von Buchstaben auf Papier? Kurzum: sehr viel.

Einen Text auf Papier zu bringen, hatten schon die Mönche im Kloster zur Meisterschaft entwickelt. In den Skriptorien wurde fanatisch darauf geachtet, dass der Text beidseitig einen gleichbleibenden Rand besaß. Der Text erschien als Block. Die Worte wurden am Rand entsprechend getrennt.

Dieser Textblock wurde auch mit der Erfindung des Buchdruckes durch Johann Gutenberg um 1450 nicht zerfetzt. Es galt, den Blocksatz beizubehalten und die Leerräume auf der Zeile gleichmäßig zu verteilen. Je homogener der Wortfluss in der Zeile war, um so angenehmer kann das Auge über die Muskeln in schonender Bewegung geführt werden.

So kommen wir zu der Art, wie ein Druckerzeugnis gelesen wird. Zum einen gibt es das lineare Lesen, welches beim Schmökern von Romanen und beim Studium von wissenschaftlichen Texten das Auge in beruhigender Art das Gehirn anweist, die Lektüre zu erfassen.

Das konsulierende Lesen ist unsere Suchmaschine in den Telefonbüchern und Anzeigen, den Lexika und Comics. Die Augenbewegung ist unruhig, sprunghaft suchend. Die Schrift und das Layout unterstützen das Finden durch verschiedene Größen und Hinweise, wie Rahmen, Fettschrift und plakative Darstellung und Farbdruck. Je intensiver die Kontraste und Gewicht der Schrift, um so unangenehmer wird das lineare Lesen.

Hierzu möchte ich ein paar Hilfen dem geneigtem Autor oder Autorin geben, das Lesen zum Genuss werden zu lassen, so das möglich ist, viele Seiten entspannend für Auge und Hirn zu konsumieren.

Das Wichtigste für eine gute Leserlichkeit ist, dass Buchstaben eindeutig zu erkennen sind und somit sofort die Wörter mit unserem Wortspeicher abgeglichen werden können. Dies ist der Punkt, an dem der Schriftart große Bedeutung zukommt. In der Regel findet man in der schöngeistigen Literatur die Schriften mit Serifen Anwendung. Die Worterkennung ist leicht, da hier die Verzierung der Lettern ein eindeutige Zuordnung garantiert.

Ebenso ist der Blocksatz von höchster Wichtigkeit! Die Wortabstände sind durch die Trennung der Wörter weitestgehend im gesamten Textgleich zu halten. Die optimale Zeilenlänge von ca. 40 bis 60 Zeichen, oder maximal 8 bis 12 Worte lässt gute Leserlichkeit erwarten. So ist der Sprung des Auges vom Zeilenende zum Zeilenanfang der nächsten Zeile nicht zu groß und somit nicht mehr suchender Art. Dazu kommt noch ein unbedruckter Rand, der das Auge so weit von der Umwelt isoliert, damit es in Ruhe die Wörter erkennen kann. Denn der Übergang vom Papier hin zur wahrgenommenen Umwelt ist ebenso ein großer Kontrast und dadurch eine Irritation.

Wichtig ist auch noch zu wissen, dass zu große Kontraste von Papier und Schrift das Auge auch belasten. Das gute Papier ist immer noch matt und hat eine schwache Tönung von cremeweiß bis beige.

Nun verliere ich noch ein paar Worte zum Erstellen von Texten, die diesen Anforderungen gerecht werden.

Die Entwicklung der Texte sollte in Stufen erfolgen. Zuerst schreibt man in einem Editor, dann kommt ein Satz−System zur Anwendung. Die Wörter sind im Editor nicht zu trennen; der Editor sollte das Umbrechen an den Wortgrenzen vornehmen. Zwangsläufig entsteht dabei ein rechter Flattersatz. Dieser wird dann mit der zweiten Stufe, dem eigentlichen Setzen entfernt und die Worttrennung erscheint. Angaben zur Schriftart und Textstruktur werden im Editor auch festgelegt. Ein Satz−System bietet professionelle Eigenschaften, angefangen vom Einbinden von Grafiken über Tabellen bis hin zum hochwertigen Formelsatz.

Zugegeben hat das Setzen von Text einen nicht geringen Lernaufwand. Doch es lohnt sich wirklich, sich mit professionellem Satz zu beschäftigen. Die Mühen vieler Autoren, wenn sie den Umstieg von Office−Programmen zum
Satz−System geschafft haben, werden mit der Freude des problemlosen Formatierens von Hunderten von Seiten belohnt.

Ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit der Anwendung von Satz−Systemen und bin mit den Druckerzeugnissen immer wieder höchst zufrieden.

Gönnt Euch wieder mal ein schönes Buch! Gebt den Augen Zucker!

Volker Wolfram
Dresden


Zum Foto:

http://piqs.de/fotos/17750.html

Fotograf:
grafica

Titel: Die Bibel

Aufregung um „Boxi“


Ich bin so unglaublich aufgeregt.

In ungefähr zehn Tagen möchte ich meine Deutschlehrerin – Frau B. Boxberger aus Dresden – besuchen, um ihr meinen Lyrikband zu übergeben. Wie ich schon in meinem Beitrag: „Ich erinnere mich – n(OST)algische Fragmente“ erwähnte, unterrichtete mich Frau Boxberger im Fach Deutsch in den Jahren 1977 – 1984 in der 110. POS in Dresden-Zschertnitz.

Nach 29 Jahren sehe ich sie das erste Mal wieder. Als ich mein erstes Kind erwartete (1987), traf ich sie einmal kurz beim „Delikatwarengeschäft“. Das waren in der DDR Geschäfte, in denen man für „unsere Verhältnisse“ sehr gute Lebensmittel u.a. für sehr viel Geld kaufen konnte. Bitte nicht verwechseln mit dem „Intershop“, in welchem man nur mit D-Mark bezahlen konnte.

Dort standen wir über eine Stunde, um für die Feiertage ein paar erlesene Lebensmittel zu ergattern, die es sonst das ganze Jahr über in einem durchschnittlichen DDR-Haushalt nicht gab. Damals unterhielten wir uns angeregt.

 

Was mich beschäftigt:

Lebt sie überhaupt noch? Wie geht es ihr? Hat sie im Laufe der letzten, immerhin fast drei Jahrzehnte, Schicksalsschläge hinnehmen müssen? Wie sieht sie jetzt aus? Wird sie sich über meinen Besuch freuen? Wird sie sich über das Geschenk freuen? Wird sie ein wenig stolz darauf sein, dass sie mich dazu animierte, nicht mit dem Schreiben aufzuhören, dass sie mich förderte? Wird es ihr vielleicht gleichgültig sein?

So viel geistert in meinem Kopf umher. Frau Boxberger war in meiner Kindheit mein Engel. Sie hatte schulterlange, blonde Locken und war recht groß (ungefähr so groß wie ich jetzt bin). Ihre großen, klaren, blauen Augen strahlten Wärme aus. Sie hatte eine sehr stolze und aufrechte Haltung und ihr ganzes Wesen vermittelte Ruhe, die mir imponierte.

Meine Mutter war eine sehr temperamentvolle Person und auch meine Schwester sprühte nur so vor Energie. Ich selbst war ein sogenanntes Energiebündel (aber nur privat, selten in der Schule). In meiner Familie lebten also drei weibliche, dynamische Persönchen. Da war ich über einen Ruhepol wohl ziemlich glücklich.

„Boxi“, so nannte ich sie, wurde selten laut. Wenn sie über Literatur sprach, eröffneten sich für mich neue Räume. Sie lud mich ein in eine neue Welt, nahm mich an die Hand und führte mich ohne jeglichem Kleingeist auf die Spur von Goethe, Schiller, Heine und vielen anderen Größen der Literatur. Wenn wir für Rezitatorenwettbewerbe gemeinsam übten, durfte ich mit ihr und dem Klassenkameraden Lars H. in ihrer schönen Wohnstube in Dresden-Süd sitzen und über unsere ausgewählten Gedichte fachsimpeln.

Ich zeigte ihr jedes meiner Gedichte. Sobald ich eines schrieb, konnte ich es kaum erwarten, es ihr zu geben. Oft gab sie mir Hinweise und zeigte mir, wie man sprachliche Akzente in Gedichten setzen kann.

Meine Gedichte waren natürlich damals sehr unausgegoren und spiegelten immer meine Gefühle und Bruchstücke aus meinem Leben wider. Als ich mich zum Pubertieren entschloss, fand das Thema „Liebe“ in meinen Gedichten ihren ersten niedergeschriebenen Platz.

Hier ist mein erstes Liebesgedicht (ich war 15 Jahre alt),  also ein Klingscher Ladenhüter ;-):

 

SEHNSUCHT

Ich sehne mich

nach deinen Küssen,

doch nur in Gedanken

kann ich mit dir gehen,

ich werde endlich

begreifen müssen,

die Knospen meiner Träume

werd ich nie als Blüten sehen

 

Es beginnt der Tag,

die Nacht ist vorbei,

ich habe keine Wahl,

mein Weinen glich

einem unendlichen Schrei,

mein Schmerz ist eine Qual

 

Ich habe die Schuld

bei mir gesucht,

geschämt dafür

habe ich mich

und ich habe versucht,

in dich zu dringen

und in dein Gesicht

 

Es ist nicht nur der Ärger,

der mich erschreckt,

es ist die Angst,

dich für immer zu verlieren

Es ist nicht die Einsamkeit,

die mich weckt,

es ist die Angst,

nie wieder dich zu spüren.

 

(Dresden/1982)

(Vorsicht!!! Ich kann Euch lachen sehen!!! 🙂 😉 )

Frau Boxberger las es und lächelte. Es war das schönste Lächeln, was ich jemals sah. „Das hast du schön geschrieben“, sagte sie. Ich wartete auf Kritik, doch diesmal kam keine solche. Wahrscheinlich empfand sie es für mein Alter als angemessen.

Dieses Gedicht ist aus jener Zeit mein Lieblingsgedicht. Mein Lieblingsgedicht wegen des Lieblingslächelns ….

Sie war eben mein Engel.

Nun drückt mir alle die Daumen, dass ich diese wundervolle Frau gesund antreffe. Allem anderen füge ich mich.

 

Eure Sylvia Kling

1978 - 110. POS "Theodor Körner"

1978 – 110. POS „Theodor Körner“ – den Pfeil mit dem Namen klebte mein Vater in das Fotoalbum 😉

Ich erinnere mich – N(OST)algische Fragmente


Leute, das waren Zeiten!

Wir brauchten ein Visum, um nach Ungarn zu fahren.

„Warum fahren sie, zu wem fahren sie, wie lange fahren sie, wo werden sie sich aufhalten?“ Solche und ähnliche nervtötende Fragen mussten wir jedes Jahr beantworten. Nach einigen Jahren wussten sie dann endlich Bescheid. Trotzdem stellten sie immer dieselben Fragen. Als ich 18 Jahre alt war, wollte ich meine Freundin Birgit mit nach Ungarn nehmen. War das ein Prozedere! Mein Vater erschien dann auf dem Amt und regelte die Dinge auf seine Art. Damals wusste ich noch nicht so recht, welche Art genau das war. Heute ist mir das natürlich klar.

Überall liegen heute Bananen herum. Eigentlich kann ich sie kaum noch ersehen, ich kaufe sie auch äußerst selten. Damals stellte ich mich stundenlang an, um für jeden eine Banane zu ergattern. Meine Ausbeute waren manches Mal tatsächlich sechs Bananen, auf die wir uns regelrecht stürzten. Den ersten Bissen machten wir wie Menschen, die am Verhungern sind. Die weiteren aßen wir genüßlich, ganz langsam. Heute wundere ich mich darüber, dass die Dinger beim Essen nicht braun geworden sind.

Und dann dieses FDJ-Hemd, das ich als Jugendliche tragen musste. Ich erinnere mich daran, wie viele Schüler/innen meiner Klasse die Hemden „gerade in die Wäsche gegeben hatten“ – nur, damit sie sie nicht tragen mussten. Irgendwann kam es der damals jungen Klassenleiterin „spanisch“ vor. Beim nächsten Elternabend wurde darauf hingewiesen, dass die Mütter sich doch beim Wäschewaschen etwas beeilen sollten, damit die FDJ-Hemden bereit liegen. „Seid bereit, immer bereit“ galt auch für diese blauen Hemden.

Es stellte sich heraus, dass die Mütter hervorragende Hausfrauen waren. Die Hemden lagen schon längst gewaschen und gebügelt im Schrank der Schüler/innen. Das gab Ärger zu Hause!

Am Intensivsten ist die Erinnerung an die Flucht aus unserer Neubauwohnung, als mein Vater einen Anruf seiner Schwester bekam. Die Augsburger Verwandtschaft halte sich gerade in Dresden auf und möchte uns besuchen.

Um Himmels Willen, das wäre ein Dilemma für meinen Vater und unsere Familie gewesen. Der war in seiner gehobenen Position bei der Deutschen Reichsbahn einer  „GVS-Verpflichtung“ unterlegen. Das hieß: Jeglicher Kontakt zum westlichen Ausland war strikt unterbunden und sollte ein solcher stattgefunden haben, war dieser umgehend zu melden.“ Selbst, wenn mein Vater oder ein Familienmitglied einem Kapitalisten die Hand gegeben hätte, so war dies meldepflichtig. Die Schwester meiner Mutter lebte sei 1959 in Amerika/Kalifornien und sie durfte sie seit 30 Jahren nicht mehr sehen, lesen oder hören. Meine Mutter fluchte und weinte oft.

Jeder, der in der DDR gelebt hat und von der Arbeitsweise der STASI Bescheid wusste, damit in Berührung kam, weiß, was hier vonstatten ging.

Mein Vater hatte jedenfalls nicht die geringste Lust auf eine „Meldung“. Er rief uns Kinder und meine Mutter zusammen und sagte nur noch: „Anziehen! Wir fahren weg.“ Ich protestierte, meine Schwester auch. Die hatte sich mit ihren Freunden verabredet. Doch mein Vater ließ keine Widersprüche zu und forderte uns zur Eile auf. Es ging dann recht schnell. Innerhalb von zehn Minuten saßen wir in unserem Trabant, den wir nach 13 Jahren Wartezeit endlich unser Eigen nennen konnten und brausten davon – sofern man in diesem Fall von einem „Davonbrausen“ sprechen konnte. Unser „Flüchtlingskoffer“ fuhr also aufs Land zu einem überraschenden Besuch bei meiner Lieblingstante.

Leute, das waren vielleicht noch Zeiten! Da machte die Aufregung noch Spaß!

Meine Mutter fand das alles gar nicht lustig und hätte gut und gerne auf diese Form der Aufregung verzichten können. Sie hasste die Kommunisten genauso wie die Kirche. „Diese ständige Kontrolle der Roten macht mich noch wahnsinnig!“, schimpfte sie ohne Unterlass.

Einmal, ich war in der 8. Klasse, kehrte ich nach den Sommerferien in die Klasse zurück und Michael B. fehlte. Die Mitschüler/innen flüsterten, eine geheimnisumwitterte Stimmung machte sich in der Klasse breit. „Die sind im Westen!“, hörte ich dauernd und aus jeder Ecke. „Wie das denn?“, fragte ich. Ich konnte mir das gar nicht vorstellen. Eduard von Schnitzler erzählte doch immer so überzeugend, wie schlecht, bedauernswert und sogar gefährlich der Kapitalismus sei. Wie nur konnte man in solch eine Hölle gehen wollen und das freiwillig?

Die Klassenleiterin kam nicht umhin, sich den Fragen der Klasse zu stellen. „Die Familie B. versuchte, illegal in die BRD zu flüchten. Sie wurde gefasst und die Eltern von Michael befinden sich nun im Gefängnis. Michael lebt deshalb jetzt bei seinen Großeltern und besucht vorerst eine andere Schule.“

Ich war schon immer sehr sensibel und fand das traurig. Die ganze Wahrheit erfuhren wir dann von Michaels Bruder Tom. Die Familie hat einiges in Kauf genommen. Der Vater wurde bei der Flucht angeschossen und befand sich im Gefängniskrankenhaus. Die Mutter erlitt einen Schock, ebenso die Kinder. Michael war gerade auf Grund dieser Erlebnisse krank und dies dauerte einige Wochen. Der Ausreiseantrag, der ja ohnehin schon länger vor dem „versuchten, unerlaubten Grenzübertritt“ durch die Familie B. gestellt wurde, ist zwei Jahre später bewilligt worden. Ich sah Michael B. nie wieder.

Als ich einige Jahre später einen polnischen Staatsbürger heiraten wollte, war sprichwörtlich „Polen offen“.

Die STASI klopfte bei meinem Vater an die Reichsbahntür und stellte bohrende Fragen. Mein Vater war die Ruhe in Person. „Nein, meine Tochter möchte nicht ausreisen. Meine Tochter ist vom Sozialismus überzeugt, so habe ich sie erzogen. Nein, meine Tochter hat kein Interesse am Kontakt mit dem kapitalistischen Ausland. Der zukünftige Mann meiner Tochter ist zwar Pole, aber durchaus vertrauenswürdig ….“

Naja, so vertrauenswürdig war er dann doch nicht. Ich war mit 20 Jahren bereits von ihm geschieden. Aber nichtsdestotrotz – war das eine latent rote Sauerei!

Meine Ausbildung machte ich bei der Justiz. In dieser Zeit lernte ich viel über das „System“. Es gab sehr viele, sogenannte „MfS-Verfahren“. Diese wurden durch Richter durchgeführt, die gerade ihr zweites Staatsexamen absolvierten. „Zu meiner Zeit“ war das ein junger Richter, der gerade mal 29 Jahre alt war.

Kein Richter durfte sich dagegen sträuben, sonst drohte ihm die Entlassung.

„Draußen“ durfte ich nicht erzählen, wie häufig DDR-Bürger versuchten, „unerlaubt“ die Grenze zu übertreten und welche Mittel dabei angewandt wurden, um ihr Ziel zu erreichen, welche Strafen sie erhielten und wie die Verfahren abliefen. Ich war Gott sei Dank nicht dabei, doch die „Justizprotokollantin“ Katrin, die für diese Verfahren ausgewählt wurde, ließ einiges durchblicken. Die Katrin W. durfte nach der Wiedervereinigung in keiner Behörde arbeiten. Der Richter wurde 1991 vom damaligen Justizminister entlassen. Als er aus dem Urlaub kam, heftete ein Zettel an seiner Tür: „Melden sie sich umgehend beim Justizministerium“. Zwei Stunden später war der Vater einer einjährigen Tochter arbeitslos. Heute arbeitet er als Rechtsanwalt in Dresden.

Ich wusste nicht, ob die Rechtsprechung wirklich im Recht war. Die sozialistische Erziehung, die mir von klein auf die rote Farbe überstülpte, prägte mich einerseits, doch mein Gerechtigkeitsempfinden prägte sich ebenfalls mit jedem Jahr und Zweifel wurden genährt. Ich hatte auf dem Gerichtsgang einen Mann gesehen, der mit Handschellen vorgeführt wurde. Mir wurden die „Flüchtenden“ als die personifizierten „Teufel“ beschrieben, diese „Systemgegner“, diese „Landesverräter“. Dieser Mann sah aber ganz normal aus, wie einer meiner Nachbarn.

Ja, irgendwann sind die Ostdeutschen geflüchtet, in Massen. Sie haben vor Freude geweint, sie haben um ihre Freiheit gekämpft.

Heute kommen andere Flüchtende nach Ostdeutschland. Die sind nicht gern gesehen, obwohl sie auch weinen und um ein kleines bisschen Freiheit kämpfen.

Vielleicht wollen sie an unseren hart erkämpften Wohlstand? Nicht, dass wir uns wieder stundenlang nach Bananen anstellen müssen, weil die Fremden die Bananen aufkaufen? Das wäre ja …, undenkbar, ja!

Das Vergessen ist doch ein Dilettant ….

Nach Ungarn können wir heute auch jederzeit reisen. Aber wer will das noch?

Ja, ja, das waren noch Zeiten! Ich könnte weitere OstGeschichten erzählen, doch ich muss leider an der „Geschichte der Frau H.“ weiterarbeiten.

Nur eines noch: Fragt mich jemand, was ich vermisse aus den alten Zeiten? Einige von euch werden sich sicher noch an mein Gedicht  „OstKind(er)“  erinnern – es ist jetzt in meinem Lyrikband enthalten.

ICH vermisse den Zusammenhalt, das freundliche Wort des Nachbarn, die alten Werte. Aber die vermissen sicher auch so manche Deutsche aus den alten Bundesländern, nicht wahr? Die Zeit hat sich verändert, so oder so!

Immerhin hatte ich eine Nachbarin, die im Buchhandel arbeitete und mich als Kind und Jugendliche mit „Bückware“ versorgte, sonst wäre ich nicht in den Genuss gekommen, mich literarisch unsozialistisch zu bilden.

Mein Nachzügler, der ja erst 2003 – da war ich im stolzen Alter von 36 Jahren – geboren wurde, fragte mich kürzlich: „Was war die DDR?“ Wie erkläre ich es meinem Kind? Gut, ich versuchte es kindgerecht: „Das war ein kleines Land, aus dem wir nicht hinaus durften. Es war eine Mauer da, die DDR war wie ein Gefängnis.“ Der Kleine sagte daraufhin entsetzt mit kindlicher Logik: „WAS, Mama? Du bist in einem Gefängnis aufgewachsen?“

„Ja, so ungefähr. Ich bin sozusagen vorbestraft ….“

In diesem Sinne wünsche ich Euch einen wunderschönen 3. Oktober und spreche den ehemaligen DDR-lern an diesem Tag Mut zu, kleine Reminiszenzen durchaus zuzulassen.

image

Das war mein Jugendweihe-Buch. Wir hielten es alle in den Händen. Dann verschwand es in der „Versenkung“.

 

Eure Sylvia Kling

image

DAS waren noch Zeiten! Da wurden wir bei dem wöchentlichen Schulappell aufgerufen und erhielten, wenn wir Glück hatten, solche Urkunden.

image

Na, für so manchen Schüler wäre eine solche Urkunde heute eine wahre Motivation.

Im Übrigen erscheint die hier Unterzeichnende  „B. Boxberger“ (links) in meiner Danksagung des Lyrikbandes. Sie war meine Deutschlehrerin und förderte mich. Ohne dieser Frau hätte ich nie den Mut gehabt, den begonnenen Weg weiterzugehen. Irgendwann bog ich in die falsche Richtung ab. Doch in den letzten Jahren kehrte ich um – immer mit den Gedanken an Frau Boxberger. Es gibt Menschen, die vergißt man nie. Sie war der „Engel meiner Kindheit“.

 

image

Das „künstlerische Wort“ – gibt es das heute noch?
image

Seid bereit!

Immer bereit!

Ich habe in meinem „DDR-Hefter“ ungefähr 30 solcher Urkunden, die zu den wöchentlichen Schulappellen überreicht worden sind.

Ja, das waren eben Zeiten ….

„AusGeatmet“ ist erschienen


Mein Lyrikband „AusGeatmet“ ist heute erschienen. Ich bin so glücklich und kann es kaum fasssen. Ja, natürlich bin ich auch stolz (was nicht in Eitelkeiten ausarten soll).

Er kann unter folgendem Link gesehen und bestellt werden:

http://www.epubli.de/shop/neuerscheinungen

(Update 04.10.15: http://www.epubli.de/shop/buch/AusGeatmet-Sylvia-Kling-9783737567619/47673)

Auch bei Amazon wird es erhältlich sein. Ich bitte Euch jedoch, es möglichst bei epubli zu kaufen. In Bücherhandlungen kann es unter der ISBN: 9783737567619 bestellt werden.

IM LYRIKBAND sind viele Gedichte enthalten, die ich nicht auf WordPress oder meiner privaten Autoren-Homepage veröffentlichte.

 

Für meine Leser, die an den Lesungen in Dresden auf Grund der Entfernung nicht teilnehmen können und damit nicht die Möglichkeit haben, ein von mir signiertes Buches zu erhalten, biete ich an:

Das Buch wird über mich bestellt (hinzu kommen in diesem Fall noch die Versandkosten), ich schreibe eine persönliche Widmung in das Buch und versende es im Anschluss an Euch – Kontakte bitte per E-Mail:
sylvia-kling@gmx.de.

Ich würde mich freuen, wenn Ihr ein Exemplar bestellt und mich damit in meiner Arbeit unterstützt. Der eine Lohn ist, dass meine Gedichte Gefallen finden, Euch berühren, Euch nachdenklich stimmen, Euch „abholen“. Der andere Lohn ist nicht der des „großen Reichtums“, sondern ein weiterer Anreiz, die Texte in „altbewährter“ Form – nämlich dem Buch – zu veröffentlichen. Es ist etwas „Greifbares“, etwas, das bleibt.

Heute wird gefeiert! 🙂

Gern würde ich mit Khalid feiern, der sich so viel Mühe mit den Zeichnungen gegeben hat und der einen entscheidenden Beitrag zum Erscheinen des Buches leistete. Khalid, wir holen das sehr bald nach! 🙂

 

Eure glückliche Sylvia Kling